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Jägersprache mit A
123 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Aalstrich
Der dunkle Strich auf dem Rücken der Hirscharten, des Gamswildes im Sommer und bei manchen Hunden.
abäsen
Das Abbeißen von Blättern, Knospen oder Trieben durch das Wild
abbalgen
Das Abziehen des Balges bei Haarraubwild (außer Bär, Wolf und Dachs), Hase und Kanin sowie beim Federwild
abbaumen
Das Verlassen des Hochsitzes
abbeißen
Das Haarraubwild bewegt seine Jungen dazu, ihren Lebensbereich zu verlassen.
abblasen
Das Ende eines Treibens wird durch ein Jagdhornsignal verkündet.
abbrunften
Beim Ausklingen der Brunftzeit durch die Brunft körperlich geschwächtes Wild
abbrüten
Beenden der Brutzeit beim Flugwild
abdrücken
Die Betätigung des Abzuges einer Schußwaffe
abfährten
Absuchen des Revieres nach Fährten oder Spuren.
abfedern
Das Töten eines Flugwildes, durch einen Stich mit einer Feder in den Hinterkopf. Wird heute aber wegen Tierschutzrechtlichen Gründen nicht mehr praktiziert
abführen
Jagdhunde für die Jagdausübung ausbilden
abgehen
Begehen des Revieres aus jagdbetrieblichen Gründen bzw. Flüchtigwerden des Wildes
abgreifen
Abstumpfung der Schalen des Schwarzwildes mit zunehmendem Alter
abhalsen
Die Halsung des Hundes abnehmen
abhängen
Das Reifen vom frischen Wildfleisch für drei bis vier Tage bei +7 Grad. Durch die Eiweissumwandlung wird das Fleisch mürbe.
abhauben
Dem Beizvogel wird die Haube abgenommen.
abkommen
Abmagern bei Wild und Hunden
abnicken
Wild durch einen Stich in das Genick weidgerecht töten.
abnorm
regelwidrige Form des Wildes
abrollen
Das Fortfliegen des Auer- und Birkhahnes
abschärfen
Abziehen der Schwarte beim Schwarzwild und Dachs sowie der Decke beim Bären
abschlagen
Führende Stücke Schalenwild vertreiben ihren vorjährigen Nachwuchs, damit er selbstständig wird. Das geschieht kurz vor der Setzzeit im Frühjahr – beim Rehwild etwa im Mai, wenn die Ricke ihr neues Kitz erwartet.
Abschußplan
Jährlich zu erstellender Plan über den Bestand und die beabsichtigte Bejagung bestimmter Wildarten eines Revieres, der daraufhin von der Jagdbehörde festgesetzt wird.
abschwarten
Abziehen der Schwarte bei Schwarzwild und Dachs.
absprengen
Ein Stück Wild wird vom Rudel oder Sprung fortgetrieben.
abspringen
Schalenwild wird flüchtig.
Absprung
Die Stelle, an der das Wild mit den Hinterläufen kraftvoll abdrückt – etwa beim Sprung über ein Hindernis oder bei plötzlicher Flucht. Für den Fährtenleser ist der Absprung gut erkennbar, weil sich die Schalen dabei tiefer eindrücken und der Boden aufgeworfen wird.
abstellen
Bei einer Treibjagd bestimmte Stellen eines Revieres mit Treibern oder Schützen besetzen.
abstreichen
Das Abfliegen des Flugwildes
abstreifen
Den Balg von Hasen, Kaninchen und Haarraubwild abziehen. Gilt nicht für Dachs und Bär.
abwerfen
Abstoßen des Geweihs bei allen Hirschen oder des Gehörns beim Rehbock
Abwurfstange
Eine abgeworfene Stange des Elch-, Rot, Dam-, Sika- und Rehwildes. Zusammengehörige Stangen eines Abwurfjahres nennt man Paßstangen.
Abwürgen
Das Totbeißen eines Stückes Wild durch einen Hund. Es kommt vor allem bei der Nachsuche auf krankes Wild vor, wenn scharfe Hunde das gestellte Stück annehmen und an der Drossel packen.
Affe
Die Bezeichnung für den Nachwuchs beim Murmeltier. Die Jägersprache hat für die Jungtiere fast jeder Wildart einen eigenen Ausdruck – vom Kitz über den Frischling bis eben zum Affen.
Afterdrüsen
Die Drüsen am Weidloch des Hundes, also am After. Sie geben ein Sekret ab, das dem Kennzeichnen dient. Verstopfen sie, kann das dem Hund erhebliche Beschwerden bereiten.
Afterklaue
Die nach hinten stehende Klaue oberhalb des Fesselgelenks beim Schalenwild, bei Hunden und bei hundeartigem Raubwild.
Alttier
Das weibliche Stück der Hirscharten – Rot-, Dam- und Sikawild – nach dem ersten Setzen. Vorher heißt es Schmaltier. Beim Rehwild gilt die Bezeichnung nicht; dort spricht man von der Ricke.
anblasen
Die Ankündigung des Beginnes eines Treibens durch ein Jagdhornsignal
anblatten
Das Anlocken des Rehbocks während der Blattzeit durch Nachahmen des Lockrufs der Ricke
anbleien
Andere Bezeichnung für anschießen
anbrüchig
In Verwesung übergehendes Wildbret. Erste Stufe der Verwesung. Das Fleisch für den Hund sollte anbrüchig sein.
anfallen
Angriff auf einen Menschen durch Raubwild bzw. Finden und Arbeiten der richtigen Fährte durch einen Schweißhund
anfliehen
Wild prallt gegen ein Hindernis.
anhalsen
Dem Hund die Halsung anlegen.
ankirren
Das Anlocken von Wild an eine bestimmte Stelle im Revier durch Auslegen von Futter oder Ködern.
Anlauf
Das Zukommen des Wildes auf den Stand eines Schützen. Ein guter Anlauf ist die Voraussetzung für einen sauberen Schuss – deshalb werden die Stände bei der Treibjagd sorgfältig nach den erwarteten Wechseln gewählt.
anludern
Das Raubwild durch Auslegen von Luder an einen bestimmten Platz anlocken.
anpirschen
Der Jäger bewegt sich vorsichtig, um in die Nähe von Wild zu kommen.
anschießen
Das Gewehr einschiessen
anschießen
Niederwild durch einen Schuss verwunden.
anschlagen
Das Gewehr zum Schiessen anlegen.
anschlagen
Wenn ein Hund fremde Personen anbellt.
anschneiden
Wenn der Hund oder Raubwild ein erlegtes Stück Wild anfrisst.
anschreien
Brunfthirsche durch Nachahmen des Röhrens anrufen.
Anschuss
Die Stelle, an der sich das Wild befand, als es den Schuss erhielt. Sie ist der Ausgangspunkt jeder Nachsuche: Schweiß, Haare und Knochensplitter am Anschuss verraten, wo das Stück getroffen wurde. Üblicherweise wird sie mit einem Bruch gekennzeichnet.
anschweißen
Hochwild durch einen Schuss verwunden.
ansetzen
Einen Jagdhund dazu veranlassen, einer Fährte zu folgen.
Ansitz
Der Ort, an dem ein Jäger auf Wild wartet – und zugleich die Jagdart selbst. Der Ansitz erfolgt vom Hochsitz, von der Kanzel oder vom Boden aus und ist die in Mitteleuropa häufigste Form der Einzeljagd.
ansprechen
Ein Wild erkennen und beurteilen.
antreiben
Ein Treiben beginnen lassen.
anzeigen
Der Hund macht den Jäger auf Wild oder Schweiß aufmerksam.
Appell
Der Gehorsam des Hundes und des Beizvogels. Guter Appell bedeutet, dass das Tier auch auf Entfernung und bei Ablenkung zuverlässig folgt – bei Jagdhunden ist er Voraussetzung für jede Brauchbarkeitsprüfung.
apportieren
Das geschossene Wild oder ein Gegenstand wird vom Jagdhund dem Hundeführer gebracht.
äsen
Die Nahrungsaufnahme bei allem Wild, außer beim Schwarz- und Raubwild.
Äser
Das Maul von allem Haarwild, außer beim Schwarz- und Raubwild.
Ästling
Ein fast flugfähiger junger Greifvogel, der bereits außerhalb des Horstes steht.
Äsung
Die Nahrung des Wildes, außer beim Schwarz- und Raubwild.
atzen
den Beizvogel füttern
Atzklaue
Die Innenzehe des Greifvogels. Sie trägt die kräftigste Klaue und dient dem Festhalten der Beute, während der Vogel kröpft.
Atzung
Die Nahrung der Greif- und Beizvögel. In der Falknerei wird die Atzung genau bemessen – über sie steuert der Falkner Gewicht und Jagdwilligkeit seines Vogels.
Auf
Ein Uhu, der bei der Hüttenjagd als Lockvogel eingesetzt wird. Rabenvögel und Elstern hassen auf ihn und werden dabei schussbar. Die Jagdart ist heute stark eingeschränkt und vielerorts nicht mehr zulässig.
aufbaumen
Das Fliegen des Federwildes und Klettern des Luchses, der Wildkatze und der Marder auf einen Baum. Oder das Besteigen der Ansitzeinrichtung:der Jäger baumt auf
aufbrechen
Das Gescheide und Geräusch aus dem erlegten Schalenwild sowie Auerhahn herausnehmen.
Aufbruch
Das herausgenommene Gescheide und Geräusch des erlegten Schalenwildes sowie des Auerhahns. Das Aufbrechen muss zügig nach dem Erlegen erfolgen, damit das Wildbret nicht verdirbt.
aufdecken
Das Entfernen des Bruches von einer verbrochenen Fährte.
auffahren
Das plötzliche Fortbewegen des Hasen aus der Sasse
auffußen
Größeres Federwild läßt sich auf einem Baum oder auf dem Boden nieder.
aufhaben
Das Tragen eines Kopfschmucks bei allem männlichen Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild.
aufhaken
Greifvögel stellen sich auf einen Baum, Pfahl oder sonstigen Gegenstand.
aufholzen
Haarraubwild klettert auf einen Baum.
aufmüden
Ein krankes und im Wundbett sitzendes Stück Hochwild, das bei der Nachsuche hochgemacht wird.
aufreiben
Eine schwache Kette Rebhühner restlos erlegen.
aufschärfen
Andere Bezeichnung für das Aufschneiden
aufsitzen
Ein weibliches Stück Wild wird von dem männlichen beim Beschlag bestiegen.
aufstehen
Das Auffliegen oder Erheben bei allem Wild, das sich auf dem Boden befindet.
aufstieben
Federwild fliegt erschreckt auf.
aufstöbern
Das Wild mit dem Stöberhund vom Boden aufjagen.
aufstreichen
Federwild fliegt vom Boden auf.
aufwerfen
Das plötzliche Heben des Hauptes beim Schalenwild, wenn Gefhr droht (außer Schwarzwild).
Auge
Das Sehorgan beim Federwild und beim Hund. Die Jägersprache unterscheidet hier genau: Schalenwild hat Lichter, Raubwild Seher – von Augen spricht man nur bei Federwild und Hund.
äugen
Das Sehen bei Wild und beim Hund.
Augenabstand
Variabler Abstand der Augenpupille von der Okularlinse einer Optik bei einer bestimmten Vergrößerung, bei der man das gesamte Sehfeld erkennt.
ausarbeiten
Eine Fährte oder Spur vom Anschuß aus verfolgen.
ausbrechen
Wenn Wild bei Treibjagden seitwärts flüchtet.
ausbringen
Das Ausbrüten bei allem Federwild.
ausdrücken
Die Harnblase erlegter Hasen und Kaninchen wird durch Druck entleert.
Ausfahrt
Der Ausgang der Röhren beim Fuchs-, Dachs- oder Kaninchenbau. Ein Bau besitzt meist mehrere Ausfahrten; ihre Zahl und ihr Zustand verraten, ob er befahren ist.
ausfallen
Das Schlüpfen des jungen Federwildes
ausführen
Junge Füchse und Dachse werden von den Elterntieren nach einer Störung aus dem Bau getragen.
ausgeben
Der Hund lässt den apportierten Gegenstand los.
ausgefiedert
Zustand des Federwildes nach abgeschlossener Mauser: Das Gefieder ist vollständig nachgewachsen und voll ausgebildet. Ausgefiedertes Wild ist wieder voll flugfähig und gut gegen Nässe und Kälte geschützt.
aushaken
Das Herausnehmen des Gescheides mit einem Haken durch das Weidloch des Federwildes, ausgenommen bei Auerhahn und Trappe.
aushalten
Wild wird nicht flüchtig, sondern lässt Gefahr wie Mensch und Hund herannahen und verhofft so lange es geht in der Deckung.
aushorsten
Ein junger Greifvogel wird aus dem Horst genommen.
Auslage
Die Weite der Stangen eines Geweihs zueinander. Sie gehört zu den Merkmalen, nach denen eine Trophäe auf der Hegeschau bewertet wird.
auslaufen
Die Jungen aller Nestflüchter verlassen ihr Netz.
auslösen
Die Grandeln des Rotwildes werden entnommen.
ausmachen
Den Standort oder Wechsel von Wild feststellen.
ausnehmen
Das Ausweiden von kleinem Federwild.
ausneuen
Eine Spur bei Neuschnee ausgehen.
auspochen
Das Vertreiben von Marder und Iltis durch Lärm.
Ausriß
Der Eingriff der Schalen im Boden bei plötzlicher Flucht des Hochwildes. Der aufgeworfene Boden zeigt dem Fährtenleser, dass das Stück abrupt angezogen ist – etwa weil es vergrämt wurde.
ausschieben
Das Verlassen des Kessels beim Schwarzwild.
Ausschuß
Die Stelle, an der das Geschoss den Wildkörper wieder verlassen hat. Zusammen mit dem Einschuss verrät sie den Schussweg. Am Anschuss findet sich meist mehr Schweiß aus dem Ausschuss als aus dem Einschuss.
aussetzen
Das Freilassen von Wild.
aussteigen
Otter und Biber verlassen das Wasser.
Ausstieg
Die Stelle, an der Otter und Biber das Wasser verlassen haben. Sie ist an niedergedrückter Ufervegetation, Trittsiegeln und Schleifspuren zu erkennen und dient dem Nachweis dieser Arten.
austreten
Das Verlassen der Deckung bei sämtlichem Schalenwild.
auswechseln
Wenn Schalenwild das Revier oder den Standort verlassen.
ausweiden
Das Herausnehmen des Gescheides bei allem Wild, außer beim Schalenwild.
auswerfen
Das Herausnehmen des Gescheides bei Hasen und Kaninchen.
ausziehen
Andere Bezeichnung für aushaken.
Zum Anhören: die App
Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.
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