Jagdsignale

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Jagdlexikon

1.323 Begriffe der Jägersprache – verständlich erklärt, von Aalstrich bis Zeichen. Zum Nachschlagen im Revier und zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung.

Nach Themen

Die Jägersprache nach Sachgebieten – jede Sammlung fachlich geprüft:

Jagdhund und Nachsuche (64) Rotwild, Brunft und Geweih (81) Schwarzwild (52) Rehwild (23)

Häufig nachgeschlagen

Krähe

Als Krähe wird hier die Aaskrähe bezeichnet, also Raben- und Nebelkrähe; Saatkrähe und Dohle sind eigene Arten mit abweichendem rechtlichen Status. In Mitteleuropa tritt die Aaskrähe als ganz schwarze, überwiegend westlich verbreitete Rabenkrähe und als grau-schwarze, überwiegend östlich verbreitete Nebelkrähe auf; je nach taxonomischem System gelten beide als Unterarten oder als eng verwandte Arten. In der Kontaktzone kommen Mischformen vor. Aaskrähen sind außerordentlich anpassungsfähig, gesellig und lernfähig. Außerhalb der Brutzeit leben besonders Jungvögel und Nichtbrüter gesellig und nutzen gemeinschaftliche Schlafplätze, während Brutpaare territorial bleiben. Aaskrähen können örtlich den Schlupf- und Aufzuchterfolg von Bodenbrütern mindern; ein begrenzender Einfluss auf den Gesamtbestand ist dagegen wesentlich seltener nachgewiesen. Eine Bestandswirkung der Bejagung ist vor allem bei gezielter, intensiver und längerfristiger Prädatorensteuerung belegt – gelegentliche Abschüsse senken die örtliche Krähendichte meist nicht dauerhaft. Die Rechtslage ist in beiden Ländern uneinheitlich. In Deutschland steht die Aaskrähe nicht in der Wildartenliste des Bundesjagdgesetzes; mehrere Bundesländer haben sie dem Landesjagdrecht unterstellt und Jagdzeiten festgesetzt, andernorts greifen naturschutzrechtliche Ausnahmen. In Österreich regeln die Landesjagdgesetze ihre Stellung ebenfalls unterschiedlich – von der Führung als Wild mit Schonzeit bis zur ganzjährigen Schonung mit befristeten Ausnahmeverordnungen. Maßgeblich ist stets die aktuell geltende Regelung. Der Ruf ist das bekannte, raue Krächzen, das je nach Zusammenhang als Warnung, Kontaktruf oder beim gemeinsamen Hassen auf einen Beutegreifer dient. Dieses Hassverhalten nutzt das feindliche Lockbild, etwa mit einer Uhu- oder Fuchsattrappe. Davon zu unterscheiden ist das freundliche Lockbild: Krähenattrappen täuschen vor dem getarnten Ansitz einen sicheren, ergiebigen Nahrungsplatz vor.

Luchs

Der Luchs ist die größte heimische Katzenart Mitteleuropas. Seine Schulterhöhe ist etwa mit der eines Deutschen Schäferhundes vergleichbar, sein Körper ist jedoch deutlich leichter und katzentypisch gebaut. Kennzeichnend sind die Pinselohren, der ausgeprägte Backenbart und der kurze, wie abgeschnitten wirkende Stummelschwanz. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Kuder, das weibliche Luchsin, Katze oder Kätzin; die Jungen werden allgemein auch Luchswelpen, jagdsprachlich Katzluchse genannt. Der Luchs ist ein Einzelgänger mit großen Streifgebieten und ein Pirsch- und Überraschungsjäger: Er nähert sich seiner Beute möglichst unbemerkt und schlägt sie nach einem kurzen Sprint oder Sprung. Zu seiner wichtigsten Beute zählen in Mitteleuropa Rehe, regional – besonders im Alpenraum – auch Gämsen. Einen größeren Riss nutzt er häufig über mehrere Nächte und deckt ihn zwischen den Mahlzeiten mit Laub, Gras, Moos oder Schnee ab. Besonders während der Ranzzeit im Februar und März sind die weit tragenden Rufe von Kuder und Luchsin zu hören. Sie können an Hundegebell, Fuchsschreie oder das Bellen eines Rehs erinnern. Nachdem der Luchs bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Westeuropa und großen Teilen Mitteleuropas ausgerottet worden war, kehrte er durch Wiederansiedlungen, natürliche Ausbreitung und aus erhaltenen Restbeständen in einige Regionen zurück. In Deutschland unterliegt er dem Bundesjagdgesetz, besitzt keine Jagdzeit und ist grundsätzlich ganzjährig geschont; zugleich ist er nach dem Bundesnaturschutzrecht streng geschützt. In Österreich richten sich jagdrechtliche Stellung, Schonzeit und mögliche Ausnahmen nach dem jeweiligen Landesrecht. Unabhängig davon steht er in der gesamten Europäischen Union unter dem strengen Schutz der FFH-Richtlinie; Entnahmen sind nur unter deren Ausnahmevoraussetzungen zulässig.

Rotwild

Nach dem Elch ist der Rothirsch die größte Hirschart Europas; Rotwild wird traditionell zum Hochwild gezählt. Das männliche Stück heißt Hirsch; weibliche Stücke im zweiten Lebensjahr heißen Schmaltiere, nach dem ersten Setzen Alttiere – jagdliche Altersklasseneinteilungen verwenden den Begriff vielfach ab dem dritten Lebensjahr. Die Jungtiere im ersten Lebensjahr sind Kälber; weibliches Rotwild und Kälber zusammen heißen Kahlwild. Der Hirsch trägt ein Geweih, das jährlich abgeworfen und neu geschoben wird. Rotwild nutzt bevorzugt offene und halboffene, äsungsreiche Landschaften mit ausreichender Deckung, kann aber auch strukturreiche Wälder besiedeln. In Mitteleuropa haben menschliche Störungen, intensive Landnutzung und die Zerschneidung der Landschaft seine freie Lebensraumwahl stark eingeschränkt. Rotwild ist ein Rudeltier; Kahlwildrudel und Hirschrudel leben den größten Teil des Jahres getrennt. Die Brunft fällt auf September und Oktober. Der Platzhirsch hält das Brunftrudel zusammen und verteidigt es gegen Rivalen; schwächere Hirsche, die sich in der Nähe des Brunftrudels halten, werden Beihirsche genannt. Zu den Brunftlauten gehören das weithin hörbare Röhren sowie leisere Lautformen wie Trenzen und Knören. Ebenbürtige Rivalen versuchen den kräftezehrenden Kampf zunächst durch Droh- und Imponierverhalten zu vermeiden; kommt es dennoch dazu, sind schwere und vereinzelt tödliche Verletzungen möglich. Vor allem stark an der Brunft beteiligte Hirsche können gegenüber ihrem Vorbrunftgewicht rund 20 Prozent verlieren. In Deutschland und Österreich wird die Rotwildbejagung landesrechtlich geregelt und erfolgt grundsätzlich nach behördlich bestätigten oder festgelegten Abschussplänen beziehungsweise Mindestabschüssen; regional bestehen Ausnahmen. Übliche Jagdarten sind Ansitz, Pirsch und Bewegungsjagd.

Fasan

Der Fasan zählt zum Federwild und ist eine auffällige Erscheinung in vielen Niederwildrevieren. Ursprünglich in Asien beheimatet, sind wildlebende Fasane in Mitteleuropa spätestens seit der Mitte des 11. Jahrhunderts belegt; viele heutige Bestände gehen auf jüngere Aussetzungen zurück. Das männliche Stück ist der Hahn, das weibliche die Henne. Der Hahn ist meist leicht an seinem farbenprächtigen, je nach Herkunft unterschiedlich ausgeprägten Gefieder zu erkennen: bronze- bis kupferfarben, dazu der metallisch grüne Kopf und die leuchtend roten Gesichtsrosen. Sein langer Stoß, je nach jagdsprachlichem Gebrauch auch Spiel genannt, besteht aus den gebänderten Schwanzfedern, die auch Schaufeln heißen. Die Henne trägt ein braun gesprenkeltes Tarnkleid, das sie besonders während des Brütens am Boden schützt. Der Fasan bevorzugt eine gegliederte Feldlandschaft mit Hecken, Feldrainen und Deckung. Haupttreiber vieler regionaler Rückgänge ist die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem Verlust struktur- und insektenreicher Lebensräume; zusätzlich beeinflussen Prädation, Witterung und regional auch Krankheiten den Bruterfolg und das Überleben. Gezielte Biotopverbesserungen und ein angepasstes Prädatorenmanagement können vorhandene Bestände unterstützen. Der Hahn äußert ein hartes, zweisilbiges, raues Krähen, dem häufig ein Flügelwirbel folgt. Dieses Revierverhalten ist vor allem während der Balzzeit zu beobachten; der Ruf ist außerdem beim abendlichen Aufbaumen zu hören. Beim Aufstehen fliegt der Fasan mit lautem Flügelgeräusch steil ab. Bejagt wird der Fasan – abhängig von den regional geltenden Jagdzeiten und Schutzbestimmungen – vor allem im Herbst und Winter auf Treibjagden oder bei der Suche mit Vorstehhunden; die Jagd richtet sich überwiegend auf Hähne.

Fuchs

Der Rotfuchs gilt als häufigste Haarraubwildart Mitteleuropas und besiedelt unterschiedlichste Lebensräume bis hinein in Städte. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Rüde, das weibliche Fähe, die Jungen sind Welpen. Der buschige Schwanz heißt Lunte; seine meist weiße Spitze wird Blume genannt, das Fell heißt Balg. Vor allem während der Ranz und zur Jungenaufzucht nutzt der Fuchs Erdbaue, darunter selbst gegrabene sowie übernommene oder gemeinsam mit Dachsen bewohnte Dachsbaue. Die Ranzzeit fällt auf Januar und Februar. Dann sind Füchse vermehrt auch tagsüber unterwegs, und es sind vor allem heiseres, mehrsilbiges Bellen sowie langgezogene Schreie zu hören; beide Geschlechter äußern diese Laute, die langgezogenen Rufe besonders häufig die Fähen. Bei nahen, erregten oder aggressiven Begegnungen keckern Füchse. Nach rund 52 Tagen Tragzeit werden gewöhnlich vier bis sechs Welpen im Bau geboren. Jagdlich wird der Fuchs unter anderem beim Ansitz am Luderplatz, bei der Lockjagd mit Hasenklage oder Mäusepfeifchen sowie bei der Baujagd mit geeigneten Erdhunden bejagt. In Deutschland unterliegt er dem Jagdrecht; Jagd- und Schonzeiten sowie mögliche landesrechtliche Ausnahmen vom Schutz der für die Aufzucht notwendigen Elterntiere sind nach dem jeweiligen Landesrecht zu prüfen. In Österreich regeln die Jagdgesetze und Verordnungen der Bundesländer Wildstatus, Jagd- und Schonzeiten. Als Hauptendwirt des Kleinen Fuchsbandwurms hat der Rotfuchs seuchenhygienische Bedeutung. Außerdem war er der wichtigste Überträger der klassischen terrestrischen Tollwut, von der Deutschland und Österreich seit 2008 offiziell frei sind; wegen möglicher Einschleppungen wird die Krankheit weiterhin überwacht.

Rehbock

Der Rehbock ist das männliche Stück Rehwild. Sein Kopfschmuck ist ein Geweih, das beim Rehbock jagdsprachlich Gehörn heißt. Es besteht aus zwei Stangen, die regulär meist ein bis drei Enden tragen; zusätzliche Enden und abnorme Bildungen kommen vor. Trägt es beiderseits je drei Enden, spricht man von einem geraden Sechserbock. Ab dem zweiten Lebensjahr wirft der Bock sein Gehörn jährlich ab, gewöhnlich zwischen Oktober und Dezember; ältere Böcke meist früher als jüngere. Bockkitze folgen einem abweichenden ersten Geweihzyklus. Unmittelbar nach dem Abwurf beginnt das neue Wachstum; im Frühjahr wird die Basthaut durch Fegen abgestreift, wobei junge Gehölze beschädigt werden können. Anders als das überwiegend rudelbildende Rotwild leben vor allem ausgewachsene Rehböcke im Sommerhalbjahr territorial: Sie besetzen und verteidigen Territorien, die sie durch Fegen und Plätzen markieren; jüngere oder vertriebene Böcke bleiben zeitweise ohne eigenes Territorium. Im Winter endet die aktive Abgrenzung, und Rehwild schließt sich zu Sprüngen zusammen. In der Blattzeit im Juli und August treibt der Bock die Ricke; beim kreisförmigen Treiben entstehen in Wiesen oder Getreide niedergetretene Spuren, die Hexenringe genannt werden. Bei Beunruhigung schreckt auch der Bock mit einem kurzen, bellenden Laut, besonders während der Brunft. In der Blattzeit kann er auf den nachgeahmten Fiepton einer Ricke reagieren und sich dadurch heranblatten lassen. Beim Ansprechen werden Geschlecht, mutmaßliche Altersklasse und körperlicher Zustand anhand mehrerer Merkmale wie Körperbau, Verhalten, Haarwechsel und Gehörnentwicklung eingeschätzt; die Gehörnstärke allein erlaubt keine sichere Altersbestimmung.

Jagdsignale hören und lernen – die App

Die Begriffe stehen auch in der App – zusammen mit 91 Jagdhornsignalen und 47 Tierstimmen zum Anhören.

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