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Jägersprache mit A
148 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Aalstrich
Der dunkle Längsstrich auf dem Rücken, der bei den Hirscharten, beim Gamswild im Sommerhaar und bei manchen Hunderassen auftritt. Er verläuft vom Nacken bis zum Wedel und dient dem Jäger als Merkmal beim Ansprechen.
abäsen
Das Abbeißen von Blättern, Knospen oder Trieben durch das Wild bei der Nahrungsaufnahme. Starkes Abäsen junger Triebe zählt zum Verbiss und kann forstlich bedeutsam werden; die Nahrung des Schalenwildes heißt in der Jägersprache Äsung.
abbalgen
Das Abziehen des Balges bei Haarraubwild, Hase und Kaninchen sowie beim Federwild; Bär, Wolf und Dachs sind ausgenommen. Bei Schwarzwild und Dachs spricht man dagegen vom Abschwarten, beim übrigen Schalenwild wird das Stück aus der Decke geschlagen.
abbaumen
Das Verlassen des Hochsitzes oder der Ansitzeinrichtung durch den Jäger. Das Gegenstück ist das Aufbaumen, das Besteigen des Sitzes; beide Begriffe gelten in der Jägersprache auch für Wild, das Bäume aufsucht oder verlässt.
abbeißen
Das Verhalten von Haarraubwild, das seine herangewachsenen Jungen dazu bewegt, den elterlichen Lebensbereich zu verlassen. Damit löst sich der Familienverband auf, und die Jungtiere suchen sich eigene Streifgebiete.
abblasen
Das Jagdhornsignal, mit dem das Ende eines Treibens verkündet wird. Nach dem Abblasen ruht das Feuer; erst dann werden die Stände verlassen und das erlegte Wild zusammengetragen. Das Gegenstück ist das Anblasen zu Beginn des Treibens.
abbrunften
Wild, das am Ende der Brunftzeit durch das Brunftgeschehen und geringe Nahrungsaufnahme körperlich stark geschwächt ist. Man spricht etwa vom abgebrunfteten Hirsch, der deutlich an Wildbret verloren hat und sich vor dem Winter erst wieder erholen muss.
abbrüten
Das Beenden der Brutzeit beim Flugwild. Die Henne hat abgebrütet, wenn die Küken geschlüpft sind; danach führt sie die Jungvögel. Das Schlüpfen selbst nennt der Jäger Ausfallen.
abdrücken
Die Betätigung des Abzuges einer Schusswaffe zur Schussabgabe. Der Jäger drückt erst ab, wenn das Stück sicher angesprochen und ein gefahrloser Kugelfang vorhanden ist; sauberes Abdrücken ohne Verreißen ist Grundlage des präzisen Schusses.
abfährten
Das Absuchen des Revieres nach Fährten und Spuren, besonders ergiebig bei Neuschnee. So verschafft sich der Jäger einen Überblick über Wildbestand und Wechsel; beim Schalenwild spricht man von Fährten, beim übrigen Wild von Spuren.
abfallen
Ein Stück Wild fällt ab, wenn es an Wildbret und Kondition verliert und sichtbar abmagert. Typisch ist das beim Hirsch nach der Brunft oder in strengen Wintern. Beim Ansprechen wird der Zustand des Stückes mitbeurteilt.
abfangen
Das Töten von krankem oder vom Hund gestelltem Wild mit der blanken Waffe, etwa mit Saufeder oder Jagdmesser durch Stich in die Kammer. Das Abfangen beendet die Nachsuche, wenn ein sicherer Fangschuss nicht möglich ist.
abfedern
Das früher übliche Töten von gegriffenem oder angeschossenem Flugwild durch einen Stich mit einer Feder in den Hinterkopf. Aus Tierschutzgründen wird diese Methode heute nicht mehr praktiziert.
abführen
Das Ausbilden eines Jagdhundes für die praktische Jagdausübung. Ein abgeführter Hund hat seine Ausbildung abgeschlossen und die nötigen Prüfungen abgelegt; er ist damit brauchbar für die jagdliche Arbeit vor und nach dem Schuss.
abgehen
Das Begehen des Revieres aus jagdbetrieblichen Gründen, etwa zur Kontrolle von Reviereinrichtungen. Daneben bezeichnet der Ausdruck das Flüchtigwerden von Wild: Ein Stück geht ab, wenn es seinen Standort fluchtartig verlässt.
abgreifen
Die zunehmende Abstumpfung und Abnutzung der Schalen beim Schwarzwild mit steigendem Alter. Der Grad des Abgreifens fließt in die Altersansprache ein, etwa beim Beurteilen des Trittsiegels in der Fährte.
abhalsen
Das Abnehmen der Halsung, also des Halsbandes, beim Jagdhund. Der Hund wird abgehalst, bevor er zur freien Arbeit geschnallt wird, damit er in dichter Deckung nicht hängen bleibt. Das Gegenstück ist das Anhalsen.
abhängen
Das Reifen des frischen Wildbrets über drei bis vier Tage bei kühlen Temperaturen um plus sieben Grad. Durch die enzymatische Eiweißumwandlung wird das Fleisch mürbe und bekömmlich; ohne ausreichendes Abhängen bleibt es zäh.
abhauben
Das Abnehmen der Haube vom Beizvogel in der Falknerei. Erst abgehaubt erblickt der Vogel die Beute und kann geworfen werden; zuvor hält ihn die Lederhaube ruhig und schützt ihn vor Aufregung.
abkommen
Das Abmagern von Wild und Hunden, etwa nach strengen Wintern, Krankheit oder der Brunft. Ein abgekommenes Stück ist deutlich schwächer im Wildbret. Daneben kennt der Schütze das Abkommen als Haltepunkt im Augenblick des Schusses.
abnicken
Das weidgerechte Töten von schwerkrankem Wild durch einen gezielten Stich in das Genick. Es dient dazu, einem getroffenen Stück unnötige Qualen zu ersparen; über Zulässigkeit und Ausführung bestehen je nach Bundesland unterschiedliche Auffassungen und Regeln.
abnorm
Die regelwidrige, vom arttypischen Bild abweichende Form beim Wild, vor allem bei Trophäen. Abnorme Geweihe oder Gehörne entstehen etwa durch Verletzungen oder hormonelle Störungen; bekannte Beispiele sind Korkenzieher- oder Perückengehörne beim Rehbock.
abrollen
Das Fortfliegen des Auer- oder Birkhahns. Für das Wegfliegen anderen Federwildes ist allgemein abstreichen gebräuchlich.
abschärfen
Das Abziehen der Schwarte bei Schwarzwild und Dachs sowie der Decke beim Bären; der Ausdruck wird weitgehend gleichbedeutend mit Abschwarten verwendet. Schärfen steht in der Jägersprache allgemein für das Arbeiten mit dem Messer.
abschlagen
Führende Stücke Schalenwild vertreiben ihren vorjährigen Nachwuchs, damit er selbstständig wird. Das geschieht kurz vor der Setzzeit im Frühjahr – beim Rehwild etwa im Mai, wenn die Ricke ihr neues Kitz erwartet.
abschneiden
Jagdsprachlich vom Abbeißen der Halme bei der Äsung: Der Rothirsch schneidet Gras ab, ebenso der Hase, dessen glatter Schnitt am Halm kenntlich ist. Auch vom Hund heißt es, er schneidet ab, wenn er seine Leine durchbeißt.
Abschuss
Das Erlegen von Wild mit der Schusswaffe. Der Begriff bezeichnet zugleich die im Abschussplan festgelegte Zahl der zu erlegenden Stücke, die vielerorts behördlich bestätigt wird und die nachhaltige Nutzung und Regulierung des Wildbestands sichert.
Abschußplan
Der jährlich zu erstellende Plan über Bestand und beabsichtigte Bejagung bestimmter Wildarten eines Revieres, der von der Jagdbehörde festgesetzt wird. Er soll einen gesunden, an den Lebensraum angepassten Wildbestand sichern; die Einzelheiten regelt je nach Bundesland das Jagdrecht.
abschwarten
Das Abziehen der Schwarte, also der dicken Haut, bei Schwarzwild und Dachs. Bei Haarraubwild, Hase und Kaninchen heißt derselbe Vorgang Abbalgen, beim übrigen Schalenwild wird das Stück aus der Decke geschlagen.
Absehen
Die Zielmarke im Zielfernrohr, etwa als Fadenkreuz, Absehen 4 oder beleuchteter Leuchtpunkt. Es liegt in der ersten oder zweiten Bildebene; nur in der ersten vergrößert es sich beim Zoomen mit und deckt stets denselben Wildkörperanteil ab.
absprengen
Das Abtrennen eines einzelnen Stückes Wild von seinem Verband: Es wird vom Rudel oder vom Sprung fortgetrieben, etwa durch Hunde oder Treiber. Ein abgesprengtes Stück sucht meist rasch wieder Anschluss an seinesgleichen.
abspringen
Das plötzliche Flüchtigwerden von Schalenwild: Das Stück springt ab, wenn es Gefahr wahrnimmt. Reh- und Rotwild verhoffen oft kurz, bevor sie abspringen; der Jäger achtet deshalb besonders auf Wind und Deckung.
Absprung
Die Stelle, an der das Wild mit den Hinterläufen kraftvoll abdrückt – etwa beim Sprung über ein Hindernis oder bei plötzlicher Flucht. Für den Fährtenleser ist der Absprung gut erkennbar, weil sich die Schalen dabei tiefer eindrücken und der Boden aufgeworfen wird.
abstellen
Das Besetzen bestimmter Stellen des Revieres mit Schützen oder Treibern bei einer Treibjagd. Durch geschicktes Abstellen werden die Wechsel des Wildes abgedeckt und gefährliche Schusswinkel vermieden; die Anweisungen dazu gibt der Jagdleiter.
abstreichen
Das Abfliegen des Flugwildes von Boden, Baum oder Wasser. Die Ente streicht ab, wenn sie sich erhebt; das Gegenstück ist das Einfallen. Fliegt Federwild erschreckt hoch, spricht der Jäger vom Aufstieben.
abstreifen
Das Abziehen des Balges bei Hase, Kaninchen und Haarraubwild, wobei der Balg wie ein Strumpf über den Körper gezogen wird. Dachs und Bär sind ausgenommen: Sie werden abgeschwartet beziehungsweise abgeschärft.
abwerfen
Das natürliche Abstoßen des Geweihs bei allen Hirscharten beziehungsweise des Gehörns beim Rehbock. Rotwild wirft im Spätwinter ab, der Rehbock im Herbst; danach beginnt das Wachstum des neuen Kopfschmucks unter dem Bast.
Abwurfstange
Die abgeworfene Geweihstange von Elch-, Rot-, Dam-, Sika- oder Rehwild. Zwei zusammengehörige Stangen desselben Abwurfjahres nennt man Paßstangen. Abwurfstangen erlauben Rückschlüsse auf Alter und Veranlagung der Hirsche im Revier.
Abwürgen
Das Totbeißen eines Stückes Wild durch einen Hund. Es kommt vor allem bei der Nachsuche auf krankes Wild vor, wenn scharfe Hunde das gestellte Stück annehmen und an der Drossel packen.
Abzug
Der Teil der Waffe, dessen Betätigung über das Schloss den Schuss auslöst. Man unterscheidet Direktabzug, Druckpunktabzug und Stecher; letzterer verringert den Abzugswiderstand erheblich. Ein trockener, gleichmäßig stehender Abzug ist Voraussetzung für den präzisen Schuss.
Affe
Die Bezeichnung für den Nachwuchs beim Murmeltier. Die Jägersprache hat für die Jungtiere fast jeder Wildart einen eigenen Ausdruck – vom Kitz über den Frischling bis eben zum Affen.
Afterdrüsen
Die Drüsen am Weidloch des Hundes, also am After. Sie geben ein Sekret ab, das dem Kennzeichnen dient. Verstopfen sie, kann das dem Hund erhebliche Beschwerden bereiten.
Afterklaue
Die nach hinten stehende, höher angesetzte Klaue oberhalb des Fesselgelenks beim Schalenwild, bei Hunden und bei hundeartigem Raubwild. Beim Schalenwild heißen die Afterklauen auch Geäfter; ihr Abdruck im Trittsiegel hilft beim Ansprechen der Fährte.
Alpenländische Dachsbracke
Eine niederläufige österreichische Bracke, kräftig gebaut und meist hirschrot. Sie wird vor allem zur Nachsuche auf Schalenwild im Gebirge geführt, daneben zum Brackieren auf Hase und Fuchs. Ihr niedriger Bau ermöglicht ruhiges Arbeiten auf der Fährte in schwierigem Gelände.
alt
Ansprechbegriff für mehrjähriges, ausgewachsenes Wild, etwa das Alttier beim Rotwild oder die Altgams. Auch Fährten und andere Zeichen heißen alt, wenn sie nicht mehr frisch sind. Das sichere Unterscheiden von alt und jung ist prüfungsrelevant.
Alttier
Das weibliche Stück der Hirscharten – Rot-, Dam- und Sikawild – nach dem ersten Setzen. Vorher heißt es Schmaltier. Beim Rehwild gilt die Bezeichnung nicht; dort spricht man von der Ricke.
anblasen
Das Jagdhornsignal, mit dem der Beginn eines Treibens angekündigt wird. Erst nach dem Anblasen darf geschossen werden; das Ende verkündet das Abblasen. Jagdhornsignale dienen dabei der Sicherheit und der Verständigung aller Beteiligten.
anblatten
Das Anlocken des Rehbocks während der Blattzeit durch Nachahmen des Locklauts der Ricke, ursprünglich mit einem Buchenblatt. Der Jäger blattet, um den Bock in Anblick zu bekommen; heute werden meist Blatter aus dem Fachhandel verwendet.
anbleien
Eine andere, salopp gefärbte Bezeichnung für das Anschießen, also das Verwunden von Wild durch einen Schuss. Ein angebleites Stück muss nachgesucht werden; der Ausdruck spielt auf das Blei der Geschosse an.
Anblick
Anblick bezeichnet in der Jägersprache das Sehen oder Sichtbarwerden von Wild. Wer beim Ansitz, auf der Pirsch oder bei einer anderen Jagdart Wild sieht, hat Anblick. Mit dem Wunsch „guten Anblick“ wünscht man, Wild beobachten zu können – unabhängig davon, ob es zu einer Erlegung kommt.
anbrüchig
Wildbret, das in die erste Stufe der Verwesung übergeht und für den menschlichen Verzehr nicht mehr taugt. Nach überlieferter Auffassung wurde anbrüchiges Fleisch noch an Hunde verfüttert; heute gelten hierfür strenge hygienische Maßstäbe.
anfallen
Der Angriff von Raubwild auf einen Menschen. In der Schweißhundearbeit bedeutet der Begriff zudem, dass der Hund die richtige Fährte findet und annimmt: Er fällt die Fährte an und beginnt seine Arbeit.
anfliehen
Das Anprallen von flüchtendem Wild gegen ein Hindernis, etwa einen Zaun oder ein Fahrzeug. Angeflohenes Wild kann sich dabei erheblich verletzen; verletzte Stücke sind nachzusuchen.
angehen
Ein Stück angehen bedeutet, sich ihm pirschend zu nähern, um zu Schuss zu kommen. Umgekehrt geht wehrhaftes Wild wie ein kranker Keiler den Jäger oder den Hund an, wenn es zum Angriff übergeht.
anhalsen
Das Anlegen der Halsung, also des Halsbandes, beim Jagdhund. Angehalst wird der Hund geführt oder am Riemen gearbeitet; vor dem Schnallen zur freien Suche wird er wieder abgehalst.
ankirren
Das Anlocken von Wild an eine bestimmte Stelle im Revier durch Auslegen kleiner Futtermengen, die Kirrung. Üblich ist das Ankirren vor allem beim Schwarzwild; Art und Menge des Kirrmaterials sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Anlauf
Das Zukommen des Wildes auf den Stand eines Schützen. Ein guter Anlauf ist die Voraussetzung für einen sauberen Schuss – deshalb werden die Stände bei der Treibjagd sorgfältig nach den erwarteten Wechseln gewählt.
anludern
Das Anlocken von Raubwild an einen bestimmten Platz durch Auslegen von Luder, also tierischen Ködern. Der Luderplatz wird meist vom Ansitz aus bejagt; im Unterschied dazu dient die Kirrung vor allem dem Anlocken von Schwarzwild.
annehmen
Wild nimmt eine Kirrung, Suhle oder einen Einstand an, wenn es sie regelmäßig aufsucht. Daneben nimmt wehrhaftes Wild den Jäger oder Hund an, wenn es angreift, und der Hund nimmt eine Fährte an, wenn er sie zu arbeiten beginnt.
anpirschen
Das vorsichtige, lautlose Annähern des Jägers an das Wild unter Ausnutzung von Wind und Deckung. Die Pirsch zählt zu den klassischen Jagdarten; das Stück muss dabei sicher angesprochen sein, bevor der Schuss angetragen wird.
anschießen
Das Einschießen eines Gewehres: Durch Probeschüsse auf die Scheibe wird die Treffpunktlage geprüft und die Visierung entsprechend justiert. Regelmäßiges Anschießen, etwa vor Beginn der Jagdsaison, gehört zur weidgerechten Vorbereitung.
anschießen
Das Verwunden von Niederwild durch einen Schuss. Ein angeschossenes Stück muss unverzüglich nachgesucht werden. Wird Hochwild verwundet, spricht der Jäger vom Anschweißen; beide Fälle verpflichten aus Tierschutzgründen zur Nachsuche.
anschlagen
Das Anlegen des Gewehres zum Schuss, das In-Anschlag-Gehen. Man unterscheidet je nach Situation stehenden, sitzenden und liegenden Anschlag sowie den angestrichenen Anschlag an Baum oder Pirschstock für mehr Ruhe im Ziel.
anschlagen
Das Bellen eines Hundes, wenn er fremde Personen oder Ungewohntes bemerkt. Vom jagdlichen Lautgeben ist das zu unterscheiden: Ein Hund, der auf der Fährte oder am Wild Laut gibt, ist fährten- oder sichtlaut.
anschneiden
Das Anfressen eines erlegten Stückes Wild durch Hund oder Raubwild. Beim Jagdhund gilt das Anschneiden als schwerer Fehler und führt bei Prüfungen in der Regel zum Ausschluss; das Wild ist unversehrt zu bringen oder zu verweisen.
anschreien
Das Anrufen von Brunfthirschen durch Nachahmen des Röhrens mit dem Hirschruf. Der Jäger reizt damit den Platzhirsch oder zieht suchende Hirsche heran; Erfolg verspricht das Anschreien vor allem während der Hochbrunft.
Anschuss
Die Stelle, an der sich das Wild befand, als es den Schuss erhielt. Sie ist der Ausgangspunkt jeder Nachsuche: Schweiß, Haare und Knochensplitter am Anschuss verraten, wo das Stück getroffen wurde. Üblicherweise wird sie mit einem Bruch gekennzeichnet.
anschweißen
Das Verwunden von Hochwild durch einen Schuss; das getroffene Stück schweißt, verliert also Blut. Beim Niederwild spricht man dagegen vom Anschießen. Jedes angeschweißte Stück ist mit einem brauchbaren Schweißhund nachzusuchen.
ansetzen
Das Veranlassen eines Jagdhundes, einer Fährte zu folgen: Der Hundeführer setzt den Hund am Anschuss oder auf der Fährte an. Sauberes, ruhiges Ansetzen ist die Grundlage jeder erfolgreichen Schweißarbeit.
Ansitz
Der Ort, an dem ein Jäger auf Wild wartet – und zugleich die Jagdart selbst. Der Ansitz erfolgt vom Hochsitz, von der Kanzel oder vom Boden aus und ist die in Mitteleuropa häufigste Form der Einzeljagd.
ansprechen
Das Erkennen und Beurteilen von Wild nach Art, Geschlecht, Alter und Zustand vor dem Schuss. Sicheres Ansprechen ist Kernstück der Weidgerechtigkeit und der Jägerprüfung: Geschossen wird erst, wenn das Stück eindeutig angesprochen ist.
anstellen
Bei Bewegungsjagden weist der Jagdleiter die Schützen ihren Ständen zu — er stellt sie an. Auch der einzelne Jäger stellt sich an, wenn er am Wechsel seinen Stand bezieht. Zum Anstellen gehört die Einweisung in Schussbereiche und Sicherheitsregeln.
anstreichen
Das Anlehnen der Waffe an eine feste Stütze wie Baumstamm, Pirschstock oder Kanzelrand, um ruhiger abkommen zu können. Der angestrichene Anschlag ist auf Pirsch und Ansitz üblich; zwischen Lauf und harter Auflage gehört die Hand oder ein weiches Polster.
antragen
Einen Schuss antragen heißt, ihn auf ein Stück Wild abgeben – auch der Fangschuss wird angetragen. Davon zu unterscheiden ist das Anschlagen, das bloße In-Anschlag-Bringen der Waffe.
antreiben
Das Beginnenlassen eines Treibens bei der Gesellschaftsjagd. Auf Anordnung des Jagdleiters setzen sich Treiberwehr und Hunde in Bewegung; angekündigt wird der Beginn durch das Anblasen mit dem Jagdhorn.
anzeigen
Das Verhalten des Jagdhundes, mit dem er den Jäger auf Wild oder Schweiß aufmerksam macht, etwa durch Vorstehen, Verweisen oder Lautgeben. Wie ein Hund anzeigt, hängt von Rasse, Ausbildung und jagdlicher Aufgabe ab.
Appell
Der Gehorsam des Hundes und des Beizvogels. Guter Appell bedeutet, dass das Tier auch auf Entfernung und bei Ablenkung zuverlässig folgt – bei Jagdhunden ist er Voraussetzung für jede Brauchbarkeitsprüfung.
apportieren
Das Bringen von geschossenem Wild oder Gegenständen zum Hundeführer durch den Jagdhund. Das Apportieren gehört zur Arbeit nach dem Schuss und wird bei Jagdhundeprüfungen verlangt; das Wild ist dabei unversehrt auszugeben.
Apportierhund
Ein Jagdhund, der erlegtes oder krankes Wild auffindet, aufnimmt und unbeschädigt zum Führer zurückbringt. Eingesetzt wird er vor allem bei Nieder- und Wasserwild nach Treib- und Entenjagden. Die Bringleistung wird auf Prüfungen an Land und im Wasser abgeprüft.
arbeiten
Von der Tätigkeit des Jagdhundes gesagt: Er arbeitet eine Fährte oder Spur aus, am Riemen oder frei. Man unterscheidet die Arbeit vor dem Schuss, etwa Suche und Vorstehen, von der Arbeit nach dem Schuss wie der Schweißarbeit.
äsen
Die Nahrungsaufnahme bei allem Wild außer beim Schwarz- und Raubwild. Schwarz- und Raubwild fressen beziehungsweise nehmen Fraß auf; die Nahrung des äsenden Wildes selbst heißt Äsung.
Äser
Das Maul allen Haarwildes außer beim Schwarz- und Raubwild. Das Schwarzwild trägt das Gebrech, das Raubwild den Fang; entsprechend heißt die Nahrungsaufnahme über den Äser äsen.
Ästling
Ein fast flugfähiger junger Greifvogel, der den Horst bereits verlassen hat und auf den umliegenden Ästen steht. In der Falknerei wird er vom Nestling unterschieden, der noch im Horst sitzt.
Äsung
Die Nahrung des Wildes, außer beim Schwarz- und Raubwild, das Fraß aufnimmt. Die Verbesserung der Äsung, etwa durch Wildäcker oder Äsungsflächen, zählt zu den wichtigsten Hegemaßnahmen im Revier.
atzen
Das Füttern des Beizvogels in der Falknerei; das Futter selbst heißt Atzung. Der Falkner atzt seinen Vogel unter anderem auf der Faust, um Vertrauen aufzubauen und die Kondition für die Beize zu steuern.
Atzklaue
Die Klaue der nach vorn gerichteten inneren Zehe des Greif- bzw. Beizvogels. Zusammen mit der Fangklaue der Hinterzehe dient sie besonders dem Greifen und Festhalten der Beute.
Atzung
Die Nahrung der Greif- und Beizvögel. In der Falknerei wird die Atzung genau bemessen – über sie steuert der Falkner Gewicht und Jagdwilligkeit seines Vogels.
Auerhahn
Der Auerhahn ist das männliche Stück des Auerwilds. Das Auerhuhn ist der größte Vertreter der europäischen Raufußhühner, und der Hahn ist wesentlich größer als die Henne: Auerhähne wiegen etwa drei bis sechs Kilogramm, ausnahmsweise bis rund 6,5 Kilogramm. Auffällig sind der Kehlbart, der breit gefächerte Stoß und der elfenbeinfarbene Schnabel; die Henne ist deutlich kleiner und unauffällig getarnt. Auerwild bewohnt großflächige, lichte und strukturreiche Wälder, häufig mit Altholz, hohem Nadelholzanteil und ausgeprägter Beerkrautschicht. Im Winter ernährt es sich fast ausschließlich von Koniferennadeln. Berühmt ist die Balz im Frühjahr. Der Hahn balzt vom Balzbaum oder am Boden und trägt dabei eine feste Strophe vor: Sie beginnt mit dem Knappen, geht in den Triller über, gipfelt im Hauptschlag und endet mit dem Schleifen oder Wetzen. Während des drei bis fünf Sekunden dauernden Schleifens reagiert der Hahn nur sehr eingeschränkt auf Umgebungsgeräusche; jagdsprachlich heißt es daher, er sei in diesem Augenblick taub. Der Jäger nutzte das früher beim Anspringen, um sich in Sprüngen zu nähern. In Deutschland sind Verbreitung und Bestände stark zurückgegangen; die Art gilt hier als vom Aussterben bedroht. Das Auerwild unterliegt dem Jagdrecht, hat jedoch grundsätzlich ganzjährige Schonzeit. In Österreich richtet sich eine etwaige Entnahme nach dem jeweiligen Landesrecht und befristeten Ausnahmebestimmungen; sie ist nur regional, kontingentiert und unter engen Voraussetzungen möglich.
Auf
Traditionelle Bezeichnung für den bei der Hüttenjagd aufgestellten Uhu (Hüttenuhu), auf den Rabenvögel hassen. Historisch wurden lebende oder präparierte Uhus eingesetzt; heute verwendet man regelmäßig Uhuattrappen. Ob und auf welche Arten diese Jagdart zulässig ist, richtet sich nach dem jeweiligen Jagdrecht.
aufbaumen
Das Aufsuchen eines Baumes durch Wild: Federwild fliegt auf, Luchs, Wildkatze und Marder klettern hinauf. Auch der Jäger baumt auf, wenn er seine Ansitzeinrichtung besteigt; das Gegenstück ist das Abbaumen.
aufbrechen
Das Herausnehmen von Gescheide und Geräusch, also der Eingeweide, aus erlegtem Schalenwild sowie dem Auerhahn. Rasches, sauberes Aufbrechen sichert die Wildbretqualität; kleineres Federwild wird dagegen ausgenommen oder ausgehakt.
Aufbruch
Das herausgenommene Gescheide und Geräusch des erlegten Schalenwildes sowie des Auerhahns. Das Aufbrechen muss zügig nach dem Erlegen erfolgen, damit das Wildbret nicht verdirbt. Beim Aufbrechen ist auf bedenkliche Merkmale zu achten, die gegen die Genusstauglichkeit sprechen.
aufdecken
Das Entfernen des Bruches von einer verbrochenen Fährte, wenn die Markierung nicht mehr benötigt wird. Mit Brüchen, also abgebrochenen Zweigen, kennzeichnen und verständigen sich Jäger im Revier; das Aufdecken hebt diese Kennzeichnung wieder auf.
auffahren
Das plötzliche Herausfahren des Hasen aus der Sasse, seiner flachen Bodenmulde, bei nahender Gefahr. Der Hase drückt sich oft bis zuletzt und fährt dann unvermittelt auf; Federwild steht dagegen auf oder stiebt auf.
auffußen
Das Niederlassen größeren Federwildes auf einem Baum oder auf dem Boden. Der Auerhahn fußt etwa auf einem Ast auf. Bei Greifvögeln, die sich auf Baum oder Pfahl setzen, spricht der Jäger vom Aufhaken.
aufgehen
Federwild geht auf, wenn es sich vom Boden in die Luft erhebt, etwa Hühner vor dem vorstehenden Hund. Der Moment des Aufgehens ist bei der Jagd mit Vorstehhunden der klassische Augenblick für den Flintenschuss.
aufhaben
Das Tragen des Kopfschmucks beim männlichen Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild: Der Hirsch hat sein Geweih, der Bock sein Gehörn auf. Nach dem Abwerfen ist das Stück ohne Kopfschmuck, bis der neue im Bast heranwächst.
aufhaken
Ein Greifvogel hakt auf, wenn er sich auf einem Ast bzw. Baum niederlässt. Das Niederlassen auf Block, Pfahl, Baumstumpf, Fels oder Boden heißt in genauer Falknersprache aufblocken; bei größerem Federwild spricht man vom auffußen.
aufholzen
Das Klettern von Haarraubwild auf einen Baum. Baummarder, Wildkatze und Luchs holzen auf, um zu jagen, zu ruhen oder Feinden auszuweichen; gleichbedeutend spricht die Jägersprache auch vom Aufbaumen.
aufmüden
Das Hochmachen eines kranken, im Wundbett liegenden Stückes Hochwild bei der Nachsuche. Ein aufgemüdetes Stück flüchtet erneut und erschwert die Arbeit erheblich; deshalb wird vor der Nachsuche in der Regel eine angemessene Wartezeit eingehalten.
aufnehmen
Aufnehmen bezeichnet beim Hund das Finden und Beginnen der Ausarbeitung einer Spur oder Fährte sowie beim Apportieren das Erfassen des Wildes mit dem Fang. Wild nimmt Äsung auf, wenn es Nahrung zu sich nimmt.
aufreiben
Das restlose Erlegen einer schwachen Kette Rebhühner. Weidgerechte Jäger vermeiden das Aufreiben, damit genügend Besatz für die Fortpflanzung verbleibt; als Kette bezeichnet die Jägersprache den Familienverband der Rebhühner.
aufschärfen
Eine andere Bezeichnung für das Aufschneiden, also das Öffnen des Wildkörpers mit dem Messer, etwa der Bauchdecke beim Aufbrechen. Schärfen steht in der Jägersprache allgemein für das Schneiden mit dem Messer.
aufsetzen
Das Bilden des neuen Geweihs oder Gehörns nach dem Abwerfen: Der Hirsch oder Rehbock setzt auf. Das wachsende Geweih ist dabei von Bast überzogen, der später gefegt wird. Alter, Veranlagung und Äsung bestimmen, was ein Stück aufsetzt.
aufsitzen
Das Besteigen des weiblichen Stückes durch das männliche beim Beschlag, also bei der Begattung. Der Ausdruck wird bei mehreren Wildarten verwendet; die Begattung selbst heißt je nach Wildart Beschlagen, beim Federwild Treten.
aufstehen
Das Auffliegen oder Sich-Erheben von Wild, das sich auf dem Boden befindet. Federwild steht vor dem Hund auf, auch der Hase steht aus der Sasse auf; fliegt Federwild erschreckt hoch, spricht man vom Aufstieben.
aufstieben
Das erschreckte, plötzliche Auffliegen von Federwild, oft mit lautem Flügelburren. Eine ganze Kette Rebhühner stiebt auf, wenn sie überrascht wird; das ruhige Abfliegen nennt der Jäger dagegen Abstreichen.
aufstöbern
Das Aufjagen von Wild vom Boden mit dem Stöberhund. Der Hund durchsucht Dickungen und Deckungen selbstständig und bringt das Wild in Bewegung; Stöberhunde wie Wachtelhund oder Spaniel werden vor allem bei Drück- und Stöberjagden eingesetzt.
aufstreichen
Das Auffliegen von Federwild vom Boden. Die Schnepfe streicht auf, wenn sie sich erhebt; das Abfliegen heißt Abstreichen, das erschreckte Hochfliegen Aufstieben. Streichen bezeichnet in der Jägersprache allgemein das Fliegen.
auftun
Schalenwild tut sich auf, wenn es sich vom Lager erhebt. Transitiv bedeutet auftun, Wild auf- oder hochzujagen – etwa wenn die Bracke einen Hasen auftut. Mit dem Öffnen der Leibeshöhle beim Versorgen hat der Ausdruck nichts zu tun.
aufwerfen
Das plötzliche Heben des Hauptes, wenn Schalenwild Gefahr wahrnimmt: Das Stück wirft auf und sichert aufmerksam in Richtung der Störung. Beim Schwarzwild wird der Ausdruck üblicherweise nicht verwendet.
Auge
Das Sehorgan beim Federwild und beim Hund. Die Jägersprache unterscheidet hier genau: Schalenwild hat Lichter, Raubwild Seher – von Augen spricht man nur bei Federwild und Hund.
äugen
Das Sehen bei Wild und beim Hund. Die Augen des Wildes heißen Lichter, die des Hundes Seher; Hören und Äugen zusammen nennt die Jägersprache wahrnehmen, das Riechen winden oder wittern.
Augenabstand
Der Abstand zwischen Augenpupille und Okularlinse einer Optik, bei dem das gesamte Sehfeld erkennbar ist; er variiert mit der Vergrößerung. Ein ausreichender Augenabstand schützt beim Büchsenschuss zudem vor Verletzungen durch den Rückstoß.
Aujeszkysche Krankheit
Die Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut) wird durch das Aujeszky-Virus verursacht, auch Pseudorabiesvirus (PrV, SuHV-1) genannt. Haus- und Wildschweine sind seine natürlichen Wirte. Deutschland gilt seit 2003, Österreich seit 1997 hinsichtlich gehaltener Schweine als amtlich frei; in frei lebenden Schwarzwildpopulationen kommt das Virus weiterhin vor. Hunde können sich über infizierte Wildschweine, rohen Aufbruch oder rohes Schwarzwildbret anstecken. Die Erkrankung verläuft bei ihnen nahezu ausnahmslos tödlich; eine zugelassene Impfung oder wirksame Therapie gibt es nicht. Menschen gelten als weitgehend unempfänglich.
ausarbeiten
Das Verfolgen einer Fährte oder Spur vom Anschuss aus, vor allem bei der Schweißarbeit. Der Hund arbeitet die Wundfährte aus, bis das kranke Stück gefunden ist; Ruhe und Fährtenwille sind dabei entscheidend.
ausbrechen
Das seitliche Ausflüchten von Wild bei Treibjagden, weg von der Richtung auf die Schützen. Ausbrechendes Wild entzieht sich dem Treiben; gut abgestellte Flügelschützen und eine geschlossene Treiberwehr sollen das verhindern.
ausbringen
Das Ausbrüten des Geleges bei allem Federwild. Die Henne hat ausgebracht, wenn die Küken geschlüpft sind. Das Schlüpfen der Jungvögel selbst bezeichnet der Jäger als Ausfallen.
ausdrücken
Das Entleeren der Harnblase erlegter Hasen und Kaninchen durch Druck auf den Unterleib. Es erfolgt unmittelbar nach dem Erlegen, damit austretender Harn das Wildbret nicht beeinträchtigt.
ausfahren
Fuchs, Dachs oder Kaninchen fahren aus, wenn sie ihren Bau durch eine Röhre verlassen; das Gegenteil ist das Einfahren. Bei der Baujagd sprengt der Erdhund den Fuchs, damit er ausfährt und vor die Schützen kommt.
Ausfahrt
Der Ausgang der Röhren beim Fuchs-, Dachs- oder Kaninchenbau. Ein Bau besitzt meist mehrere Ausfahrten; ihre Zahl und ihr Zustand verraten, ob er befahren ist.
ausfallen
Das Schlüpfen des jungen Federwildes aus dem Ei. Die Küken fallen aus, sobald die Brut beendet ist; die Henne hat dann abgebrütet beziehungsweise das Gelege ausgebracht.
ausführen
Das Wegtragen der Jungen durch die Fähe von Fuchs oder anderem baubewohnendem Raubwild, wenn der Bau gestört wird. Häufig werden die Jungen dabei an einen sichereren Ort oder in einen anderen Bau gebracht.
ausgeben
Das Loslassen des apportierten Wildes oder Gegenstandes durch den Hund auf Kommando des Führers. Sauberes Ausgeben ohne Zögern und ohne Knautschen gehört zum korrekten Apportieren und wird bei Jagdhundeprüfungen verlangt.
ausgefiedert
Zustand des Federwildes nach abgeschlossener Mauser: Das Gefieder ist vollständig nachgewachsen und voll ausgebildet. Ausgefiedertes Wild ist wieder voll flugfähig und gut gegen Nässe und Kälte geschützt.
ausgehen
Eine Fährte oder Spur ausgehen heißt, ihr zu Fuß zu folgen, um das Stück zu bestätigen. Daneben sagt man von Bär und Dachs, sie gehen aus, wenn sie ihr Lager beziehungsweise ihren Bau verlassen.
aushaken
Das Herausnehmen des Gescheides mit einem Haken durch das Weidloch beim Federwild, ausgenommen Auerhahn und Trappe. Das Stück bleibt dabei äußerlich unversehrt; gleichbedeutend spricht man auch vom Ausziehen.
aushalten
Das Verhalten von Wild, das bei nahender Gefahr nicht flüchtet, sondern gedrückt in der Deckung verharrt. Hase und Rebhuhn halten oft aus, bis Mensch oder Hund fast heran sind, und flüchten erst im letzten Moment.
aushorsten
Das Entnehmen eines jungen Greifvogels aus dem Horst, früher üblich zur Gewinnung von Beizvögeln. Heute stehen Greifvögel unter strengem Schutz; Beizvögel für die Falknerei stammen ganz überwiegend aus kontrollierter Zucht.
Auslage
Die Weite der Stangen eines Geweihs zueinander. Sie gehört zu den Merkmalen, nach denen eine Trophäe auf der Hegeschau bewertet wird.
auslaufen
Das Verlassen des Nestes durch die Jungen aller Nestflüchter kurz nach dem Schlupf. Junge Fasanen oder Enten laufen aus und folgen sogleich der Henne; Nesthocker wie junge Greifvögel bleiben dagegen lange im Horst.
auslösen
Das Entnehmen der Grandeln, der oberen Eckzähne des Rotwildes, aus dem erlegten Stück. Grandeln gelten als begehrte Trophäe und werden traditionell zu Jagdschmuck verarbeitet.
ausmachen
Das Feststellen des Standortes oder des Wechsels von Wild, etwa durch Beobachten, Verhören oder Abfährten des Revieres. Der Jäger macht einen Brunfthirsch aus, bevor er ihn gezielt bejagt; sicheres Ausmachen erspart erfolglose Ansitze.
ausnehmen
Das Ausweiden von kleinem Federwild, also das Entfernen des Gescheides. Größeres Federwild wie der Auerhahn wird dagegen aufgebrochen; wird das Gescheide mit einem Haken durch das Weidloch entnommen, spricht man vom Aushaken.
ausneuen
Das Ausgehen einer Spur oder Fährte bei Neuschnee, der sogenannten Neuen. Frisch gefallener Schnee zeigt zuverlässig, welches Wild gewechselt hat; das Ausneuen dient daher der Bestandserfassung und der Vorbereitung von Jagden.
auspochen
Das Vertreiben von Marder und Iltis aus ihrem Versteck durch Lärm, etwa durch Klopfen an Stämme oder Holzstöße. Das aufgescheuchte Raubwild verlässt die Deckung und kann bejagt werden.
Ausriß
Der Eingriff der Schalen im Boden bei plötzlicher Flucht des Hochwildes. Der aufgeworfene Boden zeigt dem Fährtenleser, dass das Stück abrupt angezogen ist – etwa weil es vergrämt wurde.
ausschieben
Das Verlassen des Kessels beim Schwarzwild, also des geschützten Lagers in dichter Deckung. Die Rotte schiebt aus, wenn sie zur nächtlichen Nahrungssuche zieht oder gestört wird.
Ausschuß
Die Stelle, an der das Geschoss den Wildkörper wieder verlassen hat. Zusammen mit dem Einschuss verrät sie den Schussweg. Am Anschuss findet sich meist mehr Schweiß aus dem Ausschuss als aus dem Einschuss.
aussetzen
Das Freilassen von Wild in einem Revier, etwa zur Stützung des Besatzes bei Fasan oder Rebhuhn. Das Aussetzen von Wild ist je nach Bundesland an strenge rechtliche Vorgaben gebunden.
aussteigen
Das Verlassen des Wassers bei Otter und Biber. An den Ausstiegen finden sich häufig Spuren wie Trittsiegel oder Rutschen, die dem Jäger die Anwesenheit dieser Tiere verraten.
Ausstieg
Die Stelle, an der Otter und Biber das Wasser verlassen haben. Sie ist an niedergedrückter Ufervegetation, Trittsiegeln und Schleifspuren zu erkennen und dient dem Nachweis dieser Arten.
austreten
Das Verlassen der Deckung bei sämtlichem Schalenwild, meist zum Äsen auf freier Fläche. Rehwild tritt in der Dämmerung auf die Wiese aus; der Jäger wartet am Ansitz auf das Austreten.
Austrittspupille
Der Durchmesser des Lichtbündels, das das Okular eines Fernglases oder Zielfernrohrs verlässt: Objektivdurchmesser geteilt durch Vergrößerung. Für die Dämmerung sind rund sieben Millimeter ideal, da die dunkeladaptierte Pupille des menschlichen Auges kaum mehr aufnehmen kann.
auswechseln
Das Verlassen des Revieres oder des gewohnten Standortes durch Schalenwild. Das Wild wechselt aus, wenn es Beunruhigung ausweicht oder bessere Äsung sucht; seine regelmäßig benutzten Pfade heißen Wechsel.
ausweiden
Das Herausnehmen des Gescheides bei allem Wild mit Ausnahme des Schalenwildes, das aufgebrochen wird. Bei Hase und Kaninchen spricht man auch vom Auswerfen, bei kleinem Federwild vom Ausnehmen.
auswerfen
Das Herausnehmen des Gescheides bei Hase und Kaninchen. Der Begriff steht neben dem allgemeineren Ausweiden; Schalenwild wird dagegen aufgebrochen. Rasches Auswerfen erhält die Qualität des Wildbrets.
ausziehen
Eine andere Bezeichnung für das Aushaken: Das Gescheide des Federwildes wird mit einem Haken durch das Weidloch entnommen, ohne das Stück aufzuschneiden. Ausgenommen sind Auerhahn und Trappe, die aufgebrochen werden.
Jagdsignale hören und lernen – die App
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