Jagdsignale

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Jägersprache mit P

44 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

paaren

Die Begattung beim Federwild mit Ausnahme von Trappen und Waldhühnern. Aus dem Paaren leiten sich Paarzeit und Paarhühner ab; beim Schalenwild heißt der Vorgang dagegen beschlagen, beim Hasen rammeln, beim Haarraubwild ranzen.

Paarhühner

Verpaarte Rebhühner während der Paarzeit. Nach dem Winter lösen sich die Ketten auf, und die Rebhühner finden sich paarweise zusammen; die Paarhühner besetzen dann gemeinsam ihr Brutrevier.

Paarzeit

Die Zeit, in der sich beim Federwild Männchen und Weibchen zur Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen zusammentun. Beim Rebhuhn spricht man dann von Paarhühnern; beim Haarraubwild entspricht dem die Ranzzeit, beim Schalenwild die Brunft.

packen

Der Hund verbeißt sich an einem Stück Schwarzwild und hält es fest. Das Packen ist vom bloßen Stellen und Verbellen zu unterscheiden; ein dafür geeigneter Hund wird Packer genannt.

Packer

Ein Hund, der zum Decken von Schwarzwild geeignet ist, sich also an der Sau verbeißt und sie festhält. Historisch wurden solche Saupacker bei Hetz- und Hatzjagden eingesetzt; heute steht bei der Schwarzwildjagd das Stellen und Verbellen im Vordergrund.

Pansen

Der Pansen ist der große erste Vormagen der Wiederkäuer. Nicht jedes Schalenwild besitzt einen Pansen; insbesondere ist das Schwarzwild kein Wiederkäuer.

Papchen

Eine scherzhafte Bezeichnung für das Blässhuhn. Die schwarze Ralle mit der weißen Stirnplatte gehört zum Federwild; ihre Bejagung ist je nach Land und Bundesland unterschiedlich geregelt.

Parallaxe

Die scheinbare Verschiebung zwischen Zielobjekt und Absehen einer Zieloptik. Sie tritt auf, wenn das Auge außerhalb der optischen Achse liegt und das Ziel nicht in der parallaxefrei justierten Entfernung steht; viele Zielfernrohre besitzen dafür einen Parallaxeausgleich.

Pardelkatze

Eine andere Bezeichnung für den Ozelot (Felis pardalis). Die gefleckte Kleinkatze Mittel- und Südamerikas gehört nicht zum heimischen Wild; der Begriff begegnet Jägern vor allem in älterer Literatur und im Artenschutz.

Parforcejagd

Die Hetzjagd zu Pferde hinter der Meute, bei der das Wild so lange verfolgt wird, bis es gestellt ist. Die höfische Jagdform ist als Hetzjagd auf lebendes Wild heute vielerorts verboten; sie lebt in der Schleppjagd auf künstlicher Fährte fort.

Paß

Der Pfad, auf dem das zum Niederwild gehörende Haarwild — mit Ausnahme des Rehwildes — regelmäßig entlangzieht. Beim Schalenwild heißt der entsprechende Pfad Wechsel; das Abpassen von Fuchs oder Hase an ihrem Paß nennt der Jäger passen.

passen

Der Ansitz oder Anstand an einem Paß, einem regelmäßig genutzten Pfad des Niederwildes. Der Jäger fängt das Stück dort ab, wo es erfahrungsgemäß entlangzieht — das Gegenstück zum Ansitz am Wechsel des Schalenwildes.

Paßstangen

Die zusammengehörigen Abwurfstangen eines Stücks Elch-, Rot-, Dam-, Sika- oder Rehwild aus demselben Abwurfjahr. Wer beide Stangen findet, kann die Geweihentwicklung eines Hirsches über die Jahre verfolgen; das Sammeln von Abwurfstangen ist dafür ein wichtiges Hilfsmittel der Hege.

Penne

Die große Schwungfeder, Schwingpenne genannt, sowie die große Schwanzfeder, die Staartpenne, des Beizvogels. Der Begriff stammt aus der Falknerei; beschädigte Pennen kann der Falkner durch das Schiften ersetzen.

Pensionshirsch

Das jagdliche Abschiedsgeschenk an einen aus dem Dienst scheidenden Forstbeamten in Form eines freigegebenen Trophäenträger-Abschusses. Der Brauch stammt aus der forstlichen Jagdtradition und würdigt die Dienstzeit des Scheidenden.

Perlen

Die unregelmäßigen Erhebungen an den Stangen von Geweihen und Gehörnen. Eine starke Perlung gilt bei der Trophäenbewertung als Schönheitsmerkmal, etwa beim Rehbockgehörn; die Furchen dazwischen stammen von den Blutgefäßen des Bastes.

Perücke

Eine krankhafte, wuchernde Ausbildung des Rehgehörns infolge einer Verletzung oder Missbildung des Kurzwildbrets. Durch den gestörten Hormonhaushalt wird das Bastgehörn nicht gefegt und wuchert weiter; ein solcher Perückenbock wird üblicherweise als krankes Stück erlegt.

Petz

Eine volkstümliche Bezeichnung für den Bären, bekannt aus der Fabel als Meister Petz. In der Jägersprache existieren daneben Altersbezeichnungen wie der Mittelbär; die Pfoten des Bären heißen Pranken oder Pranten.

Pfanne

Die Stelle, an der Waldhühner gehudert, also im Staub oder Sand gebadet haben. Die flachen Mulden verraten dem Jäger, dass Auer-, Birk- oder Haselwild den Einstand nutzt; das Hudern dient der Gefiederpflege.

pfeifen

Die warnende Lautäußerung von Gams- und Muffelwild, Murmeltier und Otter. Der scharfe Pfiff warnt die Artgenossen vor Gefahr; beim Ansprechen verrät er dem Jäger, dass er bereits wahrgenommen wurde.

piepen

Die Lautäußerung junger Waldhühner. Die Küken von Auer-, Birk- und Haselwild halten so Kontakt zur Henne; für die Laute der erwachsenen Vögel kennt die Jägersprache eigene Ausdrücke, etwa das Plittern der Haselhenne.

Pinsel

Die langen Haare an der Brunftrute des männlichen Schalenwildes beziehungsweise das Haarbüschel an den Ohren von Luchs und Eichhörnchen. Beim Schalenwild hilft der sichtbare Pinsel, das Geschlecht anzusprechen — etwa beim Bock im Bast oder beim niedrig gehenden Hirsch.

Pinselricke

Die Bezeichnung für einen versehentlich erlegten Rehbock, der wegen seines bereits abgeworfenen Gehörns für eine Ricke gehalten wurde. Anzusprechen bleibt er am Pinsel, den die Ricke nicht führt; daher rührt der Name dieses klassischen Ansprechfehlers.

Piqueur

Der diensttuende Parforcejäger, der bei der Parforcejagd die Meute führt und ihre Arbeit lenkt. Der französische Begriff stammt aus der höfischen Jagd; heute begegnet er noch bei Schleppjagden hinter der Meute.

Pirsch

Das vorsichtige, langsame Begehen des Reviers, um Wild zu beobachten oder zu bejagen, auch Pürsch geschrieben. Im Gegensatz zum Ansitz sucht der Jäger das Wild aktiv auf; Wind, Deckung und leises Auftreten entscheiden über den Erfolg.

Pirschweg

Ein sauber gehaltener, von Ästen und Laub geräumter Weg, der das lautlose Pirschen ermöglicht. Pirschwege verbinden häufig Ansitzeinrichtungen und werden regelmäßig gepflegt, damit der Jäger unbemerkt an die Einstände herankommt.

Plattkopf

Plattkopf, auch Mönch, bezeichnet einen Hirsch, der dauerhaft kein Geweih schiebt. Ursachen können fehlende Rosenstockanlagen, frühe hormonelle Störungen oder Schäden am geweihbildenden Gewebe sein; vom vorübergehend niedrig gehenden Hirsch und vom Perückenbock ist er zu unterscheiden.

plätzen

Das Wegschlagen von Laub, Moos oder Schnee mit den Vorderläufen durch Schalenwild. Rehböcke plätzen unter anderem beim Markieren ihres Einstands; die dabei entstehende Plätzstelle ist ein deutliches Pirschzeichen.

Platzhirsch

Der Hirsch, der während der Brunft ein Rudel Kahlwild beherrscht und gegen Rivalen verteidigt. Er treibt und beschlägt die brunftigen Tiere, während sich schwächere Beihirsche am Rand des Brunftrudels halten. Der Begriff ist längst in die Alltagssprache eingegangen.

Plätzstelle

Die Stelle, an der Schalenwild geplätzt, also mit den Vorderläufen Laub, Moos oder Schnee weggeschlagen hat. Beim Rehbock zeigt sie zusammen mit verfegten Stämmchen die Grenzen des Einstands an; für den Jäger ist sie ein wertvolles Pirschzeichen.

plittern

Die Lautäußerung der Haselhenne. Sie gehört zu den feinen, hohen Lauten des Haselwildes, für dessen Stimmen die Jägersprache eigene Ausdrücke kennt; die Küken der Waldhühner piepen dagegen.

Pott

Seltene bzw. regionale Bezeichnung für die Sasse, die flache Ruhemulde des Hasen.

Prämolar

Einer der drei vorderen Backenzähne, die dem Zahnwechsel unterliegen. Für die Altersansprache ist vor allem der dreiteilige Milchprämolar P3 wichtig: Sein Wechsel zum zweiteiligen Dauerzahn zeigt beim Rehwild den Übergang vom Kitz zum Jährling an.

Pranke

Die Pfote von Bär, Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Wildkatze, auch Prante genannt. Der Begriff gehört zur Jägersprache für die Gliedmaßen des Haarraubwildes; gebräuchlich ist daneben auch die Schreibweise Brante.

Prante

Eine andere Form von Pranke: die Pfote bei Bär, Wolf, Luchs, Fuchs, Dachs und Wildkatze. Beide Ausdrücke werden gleichbedeutend verwendet; daneben ist auch die Schreibweise Brante gebräuchlich.

prellen

Eine rasante, heftige Art der Fortbewegung des Wildes, ein kraftvolles Vorschnellen oder Abspringen. Der Ausdruck ist vom Abprallen der Kugel beim Prellschuss zu unterscheiden.

Prellschuß

Ein Schuss, bei dem die Kugel den Wildkörper erst trifft, nachdem sie von einem Hindernis wie einem Ast abgeprallt ist. Prellschüsse sind unberechenbar und führen oft zu schlechten Treffern; deshalb verlangt die Waidgerechtigkeit ein freies Schussfeld.

prossen

Das Äsen von Knospen durch Auerwild. Vor allem im Winter und zeitigen Frühjahr lebt das Auerwild von Knospen und Nadeln; das Abäsen der Nadeln heißt entsprechend nadeln.

Proßholz

Weichholzstämme und -äste, die dem Wild im Winter zum Abäsen der Rinde und Knospen vorgelegt werden. Das Vorlegen von Proßholz ist eine Maßnahme der Winterversorgung und kann helfen, Schälschäden am stehenden Bestand zu mindern.

Prügelfalle

Ein historisches Fanggerät für Raubwild, bei dem ein schwerer Holzprügel das gefangene Tier erschlägt. Als Totschlagfalle gehört sie zu den alten Fangmethoden; der Einsatz von Totschlagfallen ist heute je nach Bundesland stark eingeschränkt oder untersagt.

puitzen

Die helle, spitze Lautäußerung der Schnepfe während der Balz. Beim abendlichen Schnepfenstrich lässt der Vogel neben dem Puitzen auch das tiefe, quarrende Quorren hören.

Pürsch

Eine ältere Schreibweise für die Pirsch: das vorsichtige Begehen des Reviers, um zu beobachten oder zu jagen. Beide Formen bezeichnen dieselbe Jagdart; heute überwiegt die Schreibung Pirsch.

Pürzel

Pürzel ist eine Schreibvariante von Bürzel und bezeichnet in der Jägersprache den Schwanz von Schwarzwild, Dachs und Bär; siehe Bürzel.

Puter

Das männliche Trutwild, also der Truthahn. Trutwild spielt vor allem in Nordamerika als Jagdwild eine große Rolle; beim Balzen stellt der Puter den Stoß fächerförmig hoch, was der Jäger radschlagen nennt.

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