Jagdsignale

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Jägersprache mit E

39 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

edel

Ein Ausdruck für alles, was im weidmännischen Sinne gut und schön ist. Er begegnet in Zusammensetzungen wie Edelwild oder Edelmarder und spiegelt die überlieferte Wertordnung der Jägersprache wider.

Edelmarder

Eine andere Bezeichnung für den Baummarder. Der Name verweist auf den wertvolleren Balg; der gelbkehlige Baummarder wird so vom weißkehligen Steinmarder unterschieden, der auch Hausmarder genannt wird.

Ehrenlauf

Der rechte Vorderlauf des parforce gejagten Hirsches. Er galt früher als Trophäe und wurde dem würdigsten Jagdgast überreicht. Der Brauch stammt aus der höfischen Parforcejagd vergangener Jahrhunderte und hat heute nur noch historische Bedeutung.

Eichelmast

Die Früchte der Eiche als natürliche Herbst- und Wintermast, die vor allem dem Schwarzwild als energiereiche Nahrung dient. Gute Mastjahre begünstigen Kondition und Zuwachs der Sauen deutlich; neben der Eichelmast zählt auch die Buchenmast zur Baummast.

einfahren

Das Hineinkriechen baubewohnender Wildarten wie Fuchs, Dachs oder Kaninchen in ihren Bau. Das Gegenteil ist das Ausfahren; auch der Erdhund fährt bei der Baujagd in den Bau ein.

Einfahrt

Der Eingang eines Baues, auch Röhre genannt. An Zahl und Zustand der Einfahrten erkennt der Jäger, ob ein Bau befahren ist; Hauptbaue von Fuchs und Dachs besitzen in der Regel mehrere Einfahrten.

einfallen

Das Niederlassen von Federwild auf Boden, Baum oder Wasser. Enten fallen auf dem Gewässer ein, Krähen auf dem Fallbaum; für größeres Federwild und Greifvögel auf Bäumen verwendet die Jägersprache dagegen das Einschwingen.

eingehen

Das Umkommen von Niederwild auf natürliche Weise, etwa durch Krankheit oder harte Winter, ohne Fremdeinwirkung. Beim Hochwild spricht man vom Fallen oder Verenden; eingegangenes Wild zählt zum Fallwild.

eingeronnen

Die Beschreibung einer Fährte, die durch Witterungseinflüsse wie Regen, Wind oder Schneetreiben verwischt wurde. Eine eingeronnene Fährte lässt sich schwerer ansprechen und deutet auf ein höheres Alter der Fährte hin.

Eingriff

Die Vertiefung, die Wild beim Ziehen oder Flüchten mit den Schalen, Klauen oder Waffen in den Boden drückt. Aus Tiefe, Form und Abstand der Eingriffe liest der Fährtenkundige Wildart, Stärke und Gangart ab.

einjagen

Hunde sind eingejagt, wenn sie bei der Jagd eingearbeitet sind und gut zusammenarbeiten. Der Begriff stammt aus der Arbeit mit mehreren Hunden, wird aber auch für das jagdliche Einarbeiten einzelner junger Hunde gebraucht.

einschieben

Das Niedertun von Schwarzwild in seinem Kessel, dem geschützten Lager in dichter Deckung; auch Einkesseln genannt. Der Kessel ist beim Schwarzwild das, was beim Rehwild das Bett und beim Hasen die Sasse ist.

Einschlag

Ein Fährtenzeichen des Rothirsches: Der ziehende Hirsch schneidet mit den Rändern der Schalen Grashalme ab, die später abfallen und dem Fährtenleser den Zug des Hirsches verraten.

einschlagen

Das Ausheben eines Schachtes am Fuchs- oder Dachsbau, wenn der Erdhund im Bau festliegt und nicht mehr selbstständig ausfahren kann. Eingeschlagen wird, um den Hund zu bergen, ein kräftezehrender, mitunter lebensrettender Einsatz.

Einschuß

Die Stelle, an der das Geschoss in den Wildkörper eingedrungen ist. Einschuss und Ausschuss geben zusammen mit Schweiß und Schnitthaar am Anschuss Aufschluss über den Sitz des Treffers und steuern die Nachsuche.

einschwingen

Das Niederlassen größeren Federwildes sowie von Greifvögeln und Fischreihern auf einem Baum. Kleineres Federwild fällt dagegen ein; die Jägersprache unterscheidet die Begriffe nach Art des Vogels und Ort des Niederlassens.

Einstand

Der schützende, regelmäßig aufgesuchte Aufenthaltsort eines Stückes Schalenwild im Revier. Schalenwild ist meist einstandstreu; wird der Einstand anhaltend beunruhigt, wechselt das Wild aus. Dickungen und andere deckungsreiche Partien sind bevorzugte Einstände.

Einstecklauf

Ein kleinkalibriger Büchsenlauf, der in einen großkalibrigen Büchsenlauf oder einen Flintenlauf eingesetzt werden kann. Er erlaubt den kostengünstigen Schuss mit schwächerer Patrone aus der gewohnten Waffe, etwa auf kleines Wild oder zum Übungsschießen.

Einstieg

Die Stelle, an der Otter oder Biber in das Wasser gehen. Regelmäßig genutzte Einstiege sind an Rutschspuren am Ufer erkennbar und verraten dem Jäger die Anwesenheit der heimlichen Wasserbewohner.

Einwechsel

Die Stelle, an der Schalenwild in eine Dickung oder einen anderen Einstand eingewechselt ist. Das Gegenstück ist der Auswechsel; beide liegen an den Wechseln, den regelmäßig genutzten Pfaden des Wildes.

Einzeljagd

Der Sammelbegriff für Jagdarten, die der Jäger allein ausübt, etwa Ansitz, Pirsch oder die Lockjagd. Sie steht im Gegensatz zur Gesellschaftsjagd, die auf dem Zusammenwirken mehrerer Jäger und Treiber beruht.

Eiruhe

Die teils monatelange Unterbrechung der Embryonalentwicklung, auch Keimruhe oder Vortragezeit genannt. Sie verlängert die Tragzeit etwa bei Rehwild, Dachs, Marder, Hermelin und Seehund, damit die Jungen in die klimatisch günstige Jahreszeit gesetzt werden. Klassisches Beispiel ist das Rehwild mit Beschlag im Sommer und Setzzeit im Frühjahr.

Eisen

Die Sammelbezeichnung für eiserne Fangvorrichtungen, etwa das Tellereisen oder den Schwanenhals. Verletzend oder tötend wirkende Eisen sind heute vielerorts verboten oder streng reglementiert; die moderne Fangjagd setzt auf unversehrt fangende Fallen.

Eissproß

Das zweite Ende des Rothirschgeweihs, das über dem Augsproß von der Stange abzweigt. Nicht jeder Hirsch schiebt Eissprossen; über dem Eissproß folgt der Mittelsproß, darüber das obere Stangenende mit Gabel oder Krone.

Eissprossenzehner

Ein Rothirsch, dessen Stangen jeweils Aug-, Eis- und Mittelsprosse tragen und am oberen Ende gegabelt sind, zusammen also zehn Enden; auch Gabelzehner genannt. Der Kronenzehner erreicht dieselbe Endenzahl ohne Eissprossen mit einer dreiendigen Krone.

Ejektor

Eine Vorrichtung an Kipplaufwaffen, die abgeschossene Patronenhülsen beim Öffnen der Waffe automatisch auswirft. Im Unterschied dazu hebt der Extraktor die Hülsen nur ein Stück aus dem Patronenlager, sodass sie von Hand entnommen werden.

Ende

Jeder sprossenartige Auswuchs an Geweih und Gehörn. Nach der Zahl der Enden wird der Trophäenträger angesprochen, etwa als Sechser oder Zehner; als Ende zählt nach alter Faustregel, woran sich ein Ring aufhängen lässt.

Ente

Wildenten zählen zum Federwild; jagdlich unterscheidet man Schwimm- oder Gründelenten und Tauchenten. Die Stockente, Stammform der Hausente, stellt in Deutschland und Österreich den weitaus größten Teil der Entenstrecke; Erkennungsmerkmale, Mauser und Lautäußerungen werden daher im Folgenden an dieser Art beschrieben. Das männliche Stück heißt jagdsprachlich Erpel, allgemein auch Enterich, das weibliche Ente, die Jungen sind Küken. Der Familienverband aus Ente und Jungen heißt Schof; der Ausdruck wird außerdem für eine kleinere gemeinsam ziehende Gruppe von Wildenten, regional auch Wildgänsen, gebraucht. Im Prachtkleid trägt der Erpel den grün schillernden Kopf mit weißem Halsring, die Ente ist braun gesprenkelt getarnt. Nach der Balz legt der Erpel das unscheinbare Schlichtkleid an: Die Körpermauser beginnt meist Ende Mai; während der anschließenden Großgefiedermauser ist er im Frühsommer etwa drei bis fünf Wochen flugunfähig. Weibchen mausern die Schwingen gewöhnlich später, teils bis in den September. Bei der Stockente äußert nur das Weibchen das typische laute Quaken; der charakteristische Ruf des Erpels ist ein leises, heiseres Rääb. Eine verbreitete Jagdart ist der Ansitz beim Abendstrich, wenn Stockenten zwischen ihren Ruhe- und Nahrungsgewässern wechseln. Für die Wasserarbeit sowie zum Finden und Bringen beschossener Enten wird ein entsprechend ausgebildeter und nach dem jeweils geltenden Landesrecht brauchbarer Jagdhund eingesetzt. Jagd- und Schonzeiten richten sich nach der Entenart und dem örtlich geltenden Landesrecht.

Entenlocke

Ein Lockinstrument, mit dem der Ruf der Wildenten nachgeahmt wird, um sie in Schussentfernung zu bringen. Sie kommt vor allem beim abendlichen Entenstrich und bei der Lockjagd mit Lockbildern zum Einsatz.

Erdhund

Ein kleiner, wehrhafter Jagdhund, der unter der Erde im Bau auf Fuchs und Dachs arbeitet. Er sprengt den Raubwildbau, stellt oder verbellt das Wild und treibt es dem Schützen entgegen. Typische Vertreter sind Teckel, Jagdterrier und Foxterrier.

Erdhunde

Die Sammelbezeichnung für alle Hunde, die zur Jagd am Bau eingesetzt werden, vor allem Teckel und Jagdterrier. Der Erdhund fährt in den Fuchs- oder Dachsbau ein und sprengt das Raubwild, bringt es also zum Verlassen des Baues.

Erdmast

Insektenlarven, Engerlinge, Mäuse, Wurzeln und Pilze im Boden, auch Untermast genannt. Nach Erdmast bricht das Schwarzwild mit dem Gebrech, der Dachs wurzelt oder sticht danach. Sie ergänzt die Baummast wie Eichel- und Buchenmast.

Erfüllung

Ein hirschgerechtes Fährtenzeichen des Rotwildes, auch Hinterlassen oder Zurückbleiben genannt: Beim Ziehen bleibt der Abdruck des Hinterlaufes hinter dem Abdruck des Vorderlaufes zurück. Das Zeichen kann insbesondere bei alten oder hochbeschlagenen Stücken auftreten.

erheben

Das Aufrichten des Bären: Er setzt sich auf die Hinterbranken und richtet den Oberkörper auf, etwa um zu sichern oder zu drohen. Die Pranken des Bären heißen in der Jägersprache Branken.

erkalten

Eine Fährte oder Spur erkaltet, wenn sie ihre Witterung verliert. Für die Hundearbeit wird sie damit schwerer zu halten; der Schweißhund muss gerade auf der kalten, über Nacht gestandenen Fährte besonders sicher arbeiten.

Erlebnisjagd

Die Bezeichnung für eine Jagdausübung, die den Jäger stark und nachhaltig beeindruckt. Der Begriff betont den ideellen Wert des Jagderlebnisses gegenüber der reinen Beute, etwa bei einer Brunfthirschjagd im Gebirge oder der ersten selbstständigen Pirsch.

erlegen

Erlegen bezeichnet die durch Jagdausübung bewirkte Tötung eines Stückes Wild, meist durch den Schuss. Fallwild verendet ohne jagdliche Einwirkung. Eigentum am erlegten Wild entsteht nicht automatisch beim Schützen, sondern nach dem jeweils geltenden Recht.

Erpel

Die männliche Wildente. Im Prachtkleid ist der Stockerpel am grünschillernden Kopf unverkennbar; im sommerlichen Ruhekleid ähnelt er der Ente und ist dann vor allem an der Erpelfeder am Stoß anzusprechen.

Erpelfeder

Die nach oben gekrümmten Federn am Stoß des Stockentenerpels, auch Erpellocke genannt. Sie hilft beim Ansprechen des Erpels im Ruhekleid und wird gern als kleine Trophäe am Hut getragen.

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