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Jägersprache mit D
39 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Dach
Das Rückenteil des Beizvogels. Wie viele Körperteile in der Falknerei trägt es einen eigenen Fachausdruck.
Dachrose
Die dachförmig herabgezogene Rose am Rehgehörn. Die Rose ist der wulstige Kranz am Ansatz der Stangen; ist sie nach unten gezogen, spricht man von einer Dachrose.
Dachs
Der Dachs ist die schwerste in Mitteleuropa heimische Marderart und ein kräftiges, gedrungenes Haarraubwild; erwachsene Dachse wiegen meist 7 bis 15 Kilogramm, im Herbst erreichen besonders schwere Tiere etwa 20 Kilogramm. Kennzeichnend ist die markante schwarz-weiße Gesichtszeichnung. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Dachsbär oder Rüde, das weibliche Fähe; die behaarte Haut heißt Schwarte. Die Pfoten heißen Branten, ihre Krallen Nägel – an den Vorderbranten sind sie besonders lang und kräftig. Der Dachs legt weitverzweigte Baue an, die oft über Generationen genutzt, renoviert und erweitert werden. Solche Burgen können Dutzende Röhren und mehrere Kessel umfassen; nicht selten teilt sich der Fuchs die Anlage mit ihm. Er hält keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe und kann den Bau bei günstiger Witterung zeitweise verlassen. Er ist überwiegend nachtaktiv und ein Allesfresser: Regenwürmer, Insekten, Mäuse, Fallobst und Mais. Zu hören ist er selten: Bei Bedrohung brummt, knurrt oder faucht er; während der Ranz lassen die Männchen bei engem Kontakt mit den Fähen tiefe, kehlige Rufe hören. Zu den Jagdarten zählen – nach Maßgabe des jeweiligen Landesrechts – insbesondere Ansitz-, Pass-, Fang- und Baujagd. Dachsfleisch kann Trichinen enthalten und sollte vor dem Verzehr untersucht werden; in Deutschland ist die Untersuchung auch beim Eigenverbrauch vorgeschrieben, in Österreich besteht die gesetzliche Pflicht vor allem vor dem Inverkehrbringen.
Dachsschwarte
Das Fell des Dachses. Es galt seit jeher als besonders strapazierfähig und wurde für Jagdrucksäcke verwendet; aus den Haaren werden bis heute Pinsel gefertigt.
Dachsweiß
Das Fett des Dachses. Es wurde früher als Hausmittel gegen Erkältungen und rheumatische Beschwerden geschätzt – siehe auch den Eintrag Weiß.
Dämmerungszahl
Eine Kennzahl für Optiken: die Quadratwurzel aus dem Produkt von Objektivdurchmesser und Vergrößerung. Sie liefert nur einen groben Anhaltspunkt für die Verwendbarkeit in Dämmerung und Nacht; die tatsächliche Leistung hängt zusätzlich von Glasqualität und Transmission ab.
Decke
Die behaarte Haut des Schalenwildes. Auch hier unterscheidet die Jägersprache genau: Rot-, Dam- und Rehwild tragen eine Decke, das Schwarzwild eine Schwarte, Fuchs und Dachs einen Balg.
decken
Beim Jagdhund der Begattungsakt: Der Rüde deckt die Hündin. In der Beizjagd deckt der Greifvogel, wenn er die geschlagene Beute mit Körper und Schwingen bedeckt und festhält. Beim Schalenwild spricht der Jäger dagegen vom Beschlagen.
Deckung
Deckung bezeichnet jagdsprachlich zum einen Sichtschutz durch Bewuchs oder Gelände, den Wild oder Jäger nutzen. Sie sagt nicht aus, ob zugleich ein sicherer Kugelfang vorhanden ist. Beim Schrotschuss bezeichnet Deckung Anzahl und Verteilung der Schrottreffer auf einer bestimmten Zielfläche bei festgelegter Entfernung. Sie wird durch Probeschüsse auf eine Anschussscheibe beurteilt und hängt insbesondere von der Abstimmung von Flintenlauf beziehungsweise Choke und Patrone sowie von Schrotgröße und Schussentfernung ab.
Deutsch Drahthaar
Ein deutscher Vorstehhund mit derbem, wetterfestem Drahthaar, gezüchtet als Vollgebrauchshund für Feld, Wald und Wasser. Er verbindet Vorstehen, Apportieren, Schweißarbeit und Raubwildschärfe. Als vielseitigste Gebrauchshundrasse ist er in deutschsprachigen Revieren weit verbreitet.
Deutscher Jagdterrier
Ein kleiner, schwarz-loher deutscher Terrier, gezüchtet als scharfer Erdhund für Fuchs und Dachs. Er wird darüber hinaus zum Stöbern, zur Schweißarbeit und zur Raubwildjagd über der Erde geführt. Seine ausgeprägte Schärfe verlangt eine konsequente Führung.
Deutscher Wachtelhund
Eine deutsche Stöberhundrasse mittlerer Größe mit langem, dichtem Haar. Er durchsucht Dickungen laut und ausdauernd, arbeitet zuverlässig im Wasser und wird auch zur Nachsuche eingesetzt. Als vielseitiger Waldgebrauchshund steht er zwischen Stöber- und Vollgebrauchshund.
dick
Die Bezeichnung für das Trächtigsein bei Hündinnen und beim Haarraubwild. Die Fähe oder Hündin ist dick; beim Schalenwild heißt das trächtige Stück dagegen beschlagen, kurz vor dem Setzen hochbeschlagen.
Dickicht
Ein schwer durchdringbares, dicht verfilztes Gestrüpp, das keinen Einblick gewährt. Solche Partien bieten dem Wild sichere Einstände. Vom Dickicht zu unterscheiden ist die Dickung, ein junger, dicht zusammengewachsener Baumbestand.
Dickung
Ein junger, bereits dicht zusammengewachsener Baumbestand, in dem sich die Kronen schließen. Als Altersstufe des Waldes folgt sie auf die Kultur und geht dem Stangenholz voraus. Dickungen zählen zu den bevorzugten Einständen des Schalenwildes.
Diehn
Der Oberschenkel des Falken in der Falknersprache. Die Federhosen an diesem Schenkel heißen Dünnen. Die Falknerei pflegt bis heute einen besonders alten, eigenständigen Bestand an Fachausdrücken für den Körperbau des Beizvogels.
Dioptrieausgleich
Die Einstellmöglichkeit am Okular von Zielfernrohr oder Fernglas, mit der eine Fehlsichtigkeit des Schützen ausgeglichen wird. Fehlsichtige Jäger sehen damit Absehen und Bild auch ohne Brille scharf; eingestellt wird meist über einen drehbaren Okularring mit Dioptrienskala.
Dispersion
Die Zerlegung weißen Lichts in seine Spektralfarben in den Linsen einer Optik, die vor allem im Randbereich Farbsäume und Farbfehler erzeugt. Hochwertige Jagdoptiken mindern den Effekt durch spezielle Glassorten mit geringer Dispersion, etwa ED-Glas.
DJV
Die Abkürzung für den Deutschen Jagdverband, den Dachverband der Landesjagdverbände in Deutschland. Der DJV vertritt die Interessen der Jägerschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit, wirkt an Jagd-, Wildtier- und Naturschutzfragen mit und ging aus dem Deutschen Jagdschutz-Verband hervor.
Doppelbüchse
Ein doppelläufiges Gewehr mit zwei nebeneinander angeordneten gezogenen Kugelläufen. Sie erlaubt zwei schnelle Schüsse unmittelbar hintereinander und wird klassisch auf Bewegungsjagden und für wehrhaftes Wild geführt. Liegen die Läufe übereinander, spricht man von der Bockdoppelbüchse.
Doppelflinte
Ein Gewehr mit zwei nebeneinanderliegenden Schrotläufen, auch Querflinte genannt. Sie ist die klassische Waffe für die Niederwild- und Flugjagd; liegen die beiden Schrotläufe übereinander, heißt die Waffe Bockdoppelflinte.
Doppelkopf
Eine Geweihanomalie bei Rot- und Damhirsch: Neben oder unter dem noch nicht abgeworfenen alten Geweih werden bereits neue Spieße geschoben. Dazu kommt es, wenn der Abwurf ausbleibt, während der neue Geweihschub schon einsetzt.
Doppelkrone
Eine Geweihbildung des Rothirsches: Die Stangen teilen sich über dem Mittelspross, und jeder Teil bildet eine eigene Krone mit mindestens drei Enden. Ein solcher Hirsch gilt als besonders starke, seltene Trophäe.
doppeln
Das ungewollte Losgehen beider Schüsse bei einem Doppelgewehr, obwohl der Abzug nur einmal betätigt wurde. Ursache sind meist Fehler an Abzug oder Schloss; Doppeln ist gefährlich und gehört umgehend vom Büchsenmacher behoben.
Doppelschaufel
Eine Geweihbildung des Damhirsches, bei der die Schaufel in zwei Hälften geteilt ist. Sie zählt zu den selteneren Abweichungen; die normale, ungeteilte Schaufel ist das Kennzeichen des reifen Damschauflers.
Drall
Die Drehung der Züge im Lauf einer Kugelwaffe. Der Drall versetzt das Geschoss in Rotation und stabilisiert es dadurch im Flug; die Dralllänge gibt an, auf welcher Laufstrecke sich die Züge einmal vollständig drehen.
Dreiläufer
Ein junger Hase, der etwa dreiviertel ausgewachsen ist. Die Bezeichnung gehört zur Altersansprache des Hasen und hat nichts mit der Anzahl seiner Läufe zu tun; der voll erwachsene Hase heißt Althase.
Drilling
Ein dreiläufiges Gewehr, klassisch mit zwei nebeneinander angeordneten Flintenläufen und einem darunterliegenden großkalibrigen Büchsenlauf. Der Drilling gilt als traditionelle Universalwaffe des Revierjägers; beim Bockdrilling liegen die Hauptläufe übereinander mit seitlichem Kleinkaliberlauf.
Drossel
Jägersprachlicher Ausdruck für die Luftröhre des Schalenwildes. Der Begriff begegnet vor allem beim Aufbrechen und bei der Arbeit mit Hunden – ein Hund, der Wild an der Kehle zu Boden bringt, zieht es an der Drossel nieder. Nicht zu verwechseln mit dem Singvogel gleichen Namens.
Drosselknopf
Der Kehlkopf des Schalenwildes. Die Drossel selbst bezeichnet die Luftröhre; beim Aufbrechen wird die Drossel samt Drosselknopf entfernt. Auch hier zeigt sich die eigene Anatomie-Terminologie der Jägersprache.
drücken
Das Verhalten von Wild, das sich fest an den Boden oder in die Deckung drückt, um einer Gefahr zu entgehen. Vor allem Hase, Kitz und Federwild drücken sich und vertrauen auf ihre Tarnung, statt zu flüchten.
Drückjagd
Eine Bewegungsjagd, bei der wenige Treiber mit brauchbaren Hunden das Wild langsam in Bewegung drücken, ohne es hochflüchtig zu machen. Die Schützen sitzen auf Ständen und können das vertraut anwechselnde Wild sauber ansprechen; die Drückjagd gilt vor allem dem Schalenwild.
Dublette
Das Erlegen von zwei Stücken Wild mit zwei schnell aufeinanderfolgenden Schüssen, klassisch aus den beiden Läufen der Doppelflinte. Der Begriff wird vor allem bei der Flugwildjagd gebraucht, etwa wenn zwei Enten aus einem Schof fallen.
Dünnen
Die Federhosen am Schenkel, dem Diehn, des Beizfalken. Der Ausdruck gehört zur alten Falknersprache mit ihren eigenen Begriffen für den Körperbau des Beizvogels. Nicht zu verwechseln mit der Dünnung, der Bauchdecke des Schalenwildes.
Dünnung
Die Bauchdecke bzw. weiche Flankenpartie des Schalenwildes. Ein Schuss in die Dünnung, der Waidwundschuss, verletzt den Gescheideraum und verlangt eine sorgfältige Nachsuche mit ausreichend langer Wartezeit.
durchbrechen
Wild flüchtet durch die Treiberwehr aus dem Treiben heraus, statt den Schützen zuzulaufen. Häufige Ursachen sind zu weit auseinanderstehende Treiber oder zu viel Unruhe – das Treiben verliert dadurch deutlich an Erfolg.
durchschlagen
Das vollständige Durchdringen des Wildkörpers durch die Kraft des Geschosses. Beim Durchschuss entstehen Einschuss und Ausschuss; der Ausschuss liefert meist deutlichen Schweiß am Anschuss und erleichtert damit eine etwaige Nachsuche.
durchschneiden
Das Zerreißen oder Zerschneiden von Fangnetzen durch gefangenes Raubwild mit den Fängen, also den Zähnen. Der Begriff stammt aus der Netzjagd auf Raubwild, die heute weitgehend historisch ist.
durchziehen
Die gefährliche Unart mancher Schützen, bei einer Treibjagd mit der Waffe auf flüchtendes Wild mitzuschwingen, wenn es durch die Schützenlinie wechselt. Dabei kann die Mündung auf Nachbarschützen oder Treiber weisen, ein schwerer Verstoß gegen die Sicherheitsregeln.
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.
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