Jagdsignale

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Jägersprache mit F

75 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

Fächer

Der Stoß, also das Schwanzgefieder, des Auerhahns. Bei der Balz stellt der Hahn den Fächer radförmig auf — dieses eindrucksvolle Bild hat dem breiten, gerundeten Stoß seinen Namen gegeben.

Fädlein

Ein Fährtenzeichen der klassischen Fährtenlehre: die feine Verlängerung des Näsleins im Trittsiegel. Wie das Näslein hilft es dem fährtengerechten Jäger beim Ansprechen der Rotwildfährte, etwa bei der Unterscheidung von Hirsch und Tier.

Fähe

Das weibliche Stück des zur Niederwildjagd zählenden Haarraubwildes, etwa bei Fuchs, Dachs und Marder. Das männliche Stück heißt Rüde; beim Schalenwild tragen die weiblichen Tiere eigene Namen wie Ricke, Geiß oder Bache.

Fahne

Jagdlich zum einen die beiderseits des Kiels stehenden Teile der Vogelfeder, Außen- und Innenfahne, zum anderen die lang behaarte Rute langhaariger Jagdhunde wie Setter oder Deutsch-Langhaar. Die Beschaffenheit der Federfahnen hilft bei der Altersansprache erlegten Federwilds.

fahren

Das Ein- und Ausschlüpfen des Wildes am Bau: Fuchs, Dachs oder Kaninchen fahren in den Bau ein und aus ihm aus. Bei der Baujagd fährt auch der Erdhund, etwa Teckel oder Terrier, zum Sprengen des Fuchses in den Bau.

Fährte

Die Abdrücke der Schalen bei allem Schalenwild. Ein einzelner Abdruck heißt Tritt oder Trittsiegel, eine Reihe von Tritten ergibt die Fährte. Beim übrigen Haarwild spricht man dagegen von der Spur, beim Federwild vom Geläuf.

fährten

Eine Fährte suchen oder sehen. Der Jäger fährtet, wenn er das Revier nach frischen Fährten absucht, etwa bei Neuschnee; daraus liest er, welches Wild in den Einständen steckt.

fährtengerecht

Ein Jäger, der mit allen Fährten und Spuren vertraut ist. Er kann aus Trittsiegel, Schrittweite und Fährtenzeichen Wildart, Geschlecht und Stärke ableiten — eine klassische Anforderung der Weidgerechtigkeit und Prüfungsstoff der Jägerausbildung.

fährtenlaut

Fährtenlaut ist das Lautgeben eines geschnallten Hundes auf der Fährte von Schalenwild, das er nicht sieht. Vom Sichtlaut sowie vom Spurlaut auf der Spur von Hase oder Fuchs ist er zu unterscheiden.

fährtensicher

Ein Hund, der einer Fährte sicher folgen kann, ohne sie zu verlieren oder auf fremde Fährten zu wechseln. Fährtensicherheit ist die Kernanforderung an den Schweißhund bei der Nachsuche auf krankes Wild.

Fährtenzeichen

Die Merkmale einer Fährte, aus denen sich Art und Stärke des Wildes ableiten lassen. Dazu zählen unter anderem Abtritt, Beitritt, Zurückbleiben, Übereilen, Afterklauen, Schrank, Schrittweite und die Stärke des Trittes — klassischer Stoff der Fährtenlehre.

Falknerhandschuh

Ein Stulpenhandschuh aus starkem Leder, der die Hand des Falkners vor den Klauen des Beizvogels schützt. Auf dem Handschuh sitzt der Vogel beim Tragen ab; traditionell wird er auf der linken Faust getragen.

Falknertasche

Eine besonders geformte Tasche zum Unterbringen von Falknereigerät wie Federspiel und Atzung sowie der Beute. Sie wird rechts vom Körper getragen, da der Beizvogel auf der linken Faust des Falkners sitzt.

Fallbaum

Ein dürrer Baum bei der Krähenhütte, auf dem die angelockten Vögel einfallen sollen. Er bietet den anstreichenden Krähen den erwarteten Ansitzplatz und bringt sie damit in sichere Schussentfernung zur Hütte.

Falle

Die Fangvorrichtung für Raubwild und Raubzeug. Man unterscheidet Lebendfallen wie Kasten- und Wippbrettfallen von Totschlagfallen; Bau, Einsatz und Kontrolle sind je nach Bundesland unterschiedlich streng geregelt.

fallen

Das natürliche Sterben des Hochwildes sowie das Hineinspringen von Otter und Biber ins Wasser. Gefallenes Wild zählt zum Fallwild; beim Niederwild spricht der Jäger dagegen vom Eingehen.

Fallwild

Wild, das auf natürliche Weise oder infolge von Verletzungen verendet, etwa durch Krankheit, Verkehrsunfall oder harte Winter. Fallwild ist keine Jagdbeute; Funde sind vielerorts zu melden, besonders bei Seuchenverdacht.

Fang

Das Maul des Raubwildes, Raubzeugs und des Hundes; beim Greifvogel bezeichnen die Fänge die bewehrten Füße, mit denen er die Beute schlägt. Daneben steht Fang für das Töten: Krankem Wild wird mit Fangschuss oder kalter Waffe der Fang gegeben.

fängisch

Eine Fangvorrichtung, die zum Fang gestellt, gespannt und entsichert ist. Eine fängische Falle ist unmittelbar einsatzbereit; die Fangjagd unterliegt strengen Vorgaben und ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

Fangklaue

Die hintere Zehe des Beizvogels mit ihrer kräftigen Klaue. Sie wirkt beim Binden der Beute als Gegenhaken zu den Vorderzehen und macht den Griff des Greifvogels dadurch besonders wirkungsvoll.

Fangschuß

Der Schuss auf kurze Entfernung, mit dem angeschweißtes oder krankes Wild getötet wird. Als Gebot der Weidgerechtigkeit beendet er das Leiden des Stückes rasch, etwa am Ende einer Nachsuche; mit der blanken Waffe wird das Stück dagegen abgefangen.

Fangzähne

Die Eckzähne des Haarraubwildes und des Hundes. Beim Keiler heißen die Eckzähne dagegen Waffen bzw. Gewaff mit Gewehren und Haderern, ein Beispiel für die feinen Unterscheidungen der Jägersprache.

färben

Das Wechseln des Haarkleides beim Haarwild, auch Verfärben genannt. Schalenwild färbt im Frühjahr von der grauen Winterdecke in die rote Sommerdecke und im Herbst zurück. Zeitpunkt und Verlauf des Färbens geben Hinweise auf Kondition und Alter des Stückes.

Fasan

Der Fasan zählt zum Federwild und ist eine auffällige Erscheinung in vielen Niederwildrevieren. Ursprünglich in Asien beheimatet, sind wildlebende Fasane in Mitteleuropa spätestens seit der Mitte des 11. Jahrhunderts belegt; viele heutige Bestände gehen auf jüngere Aussetzungen zurück. Das männliche Stück ist der Hahn, das weibliche die Henne. Der Hahn ist meist leicht an seinem farbenprächtigen, je nach Herkunft unterschiedlich ausgeprägten Gefieder zu erkennen: bronze- bis kupferfarben, dazu der metallisch grüne Kopf und die leuchtend roten Gesichtsrosen. Sein langer Stoß, je nach jagdsprachlichem Gebrauch auch Spiel genannt, besteht aus den gebänderten Schwanzfedern, die auch Schaufeln heißen. Die Henne trägt ein braun gesprenkeltes Tarnkleid, das sie besonders während des Brütens am Boden schützt. Der Fasan bevorzugt eine gegliederte Feldlandschaft mit Hecken, Feldrainen und Deckung. Haupttreiber vieler regionaler Rückgänge ist die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem Verlust struktur- und insektenreicher Lebensräume; zusätzlich beeinflussen Prädation, Witterung und regional auch Krankheiten den Bruterfolg und das Überleben. Gezielte Biotopverbesserungen und ein angepasstes Prädatorenmanagement können vorhandene Bestände unterstützen. Der Hahn äußert ein hartes, zweisilbiges, raues Krähen, dem häufig ein Flügelwirbel folgt. Dieses Revierverhalten ist vor allem während der Balzzeit zu beobachten; der Ruf ist außerdem beim abendlichen Aufbaumen zu hören. Beim Aufstehen fliegt der Fasan mit lautem Flügelgeräusch steil ab. Bejagt wird der Fasan – abhängig von den regional geltenden Jagdzeiten und Schutzbestimmungen – vor allem im Herbst und Winter auf Treibjagden oder bei der Suche mit Vorstehhunden; die Jagd richtet sich überwiegend auf Hähne.

faseln

Ein Fehler in der Hundearbeit: Der Jagdhund sucht planlos herum, ohne die Fährte oder Spur finden und halten zu können. Faseln zeugt von mangelnder Konzentration oder schwachem Fährtenwillen und wird bei Prüfungen entsprechend bewertet.

fauchen

Die Lautäußerung des kleinen Haarraubwildes im Zorn oder bei Gefahr, etwa bei Wildkatze, Marder und Iltis. Gefaucht wird vor allem in Bedrängnis, wenn das Stück im Fang sitzt oder vor dem Hund steht.

Feder

Beim Federwild das einzelne Gefiederelement aus Kiel und Fahne. Beim Schwarzwild bezeichnen die Federn die langen Rückenborsten, die Keiler und Bache bei Erregung aufrichten. Aus starken Federn wird der Saubart gefertigt, ein traditionelles Trophäenzeichen am Hut.

Federwild

Die Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Vogelarten. Welche Arten dazu zählen und welche Schon- und Jagdzeiten gelten, regelt das Jagdrecht je nach Bundesland; das Gegenstück zum Federwild ist das Haarwild. Zum Federwild zählen unter anderem Ente, Gans und Fasan.

fegen

Das Abstreifen des Bastes vom fertig geschobenen Geweih oder Gehörn an jungen Stämmen und Zweigen. Dabei entstehen Fegestellen, die forstlich als Fegeschäden zählen; der Rehbock fegt im Frühjahr, der Rothirsch im Sommer.

fehlen

Eine andere Bezeichnung für das Vorbeischießen. Auch wer gefehlt zu haben glaubt, kontrolliert den Anschuss sorgfältig. Fehlende Pirschzeichen beweisen keinen Fehlschuss, denn auch ein Treffer kann zunächst unauffällig bleiben. Steht der Fehlschuss nicht zweifelsfrei fest, ist eine fachgerechte Kontrollsuche zu veranlassen.

Fehlschuss

Ein Fehlschuss ist ein Schuss auf Wild, bei dem das Geschoss das Stück nicht trifft. Nach einem vermeintlichen Fehlschuss wird der Anschuss sorgfältig kontrolliert. Fehlen dort Schweiß, Schnitthaar oder andere Pirschzeichen, beweist das keinen Fehlschuss, denn auch ein Treffer kann zunächst unauffällig bleiben. Steht der Fehlschuss nicht zweifelsfrei fest, ist eine fachgerechte Kontrollsuche zu veranlassen.

Feist

Das Fett auf dem Wildbret allen Schalenwildes mit Ausnahme des Schwarzwildes. Bei Hase, Kaninchen, Federwild und Raubwild spricht man dagegen von Fett; die Feistzeit des Hirsches liegt zwischen Fegen und Brunft.

Feisthirsch

Die Bezeichnung für den Hirsch im Zeitraum vom Fegen bis zum Beginn der Brunft. In dieser äsungsreichen Zeit legt er die Feistreserven an, die er während der zehrenden Brunft weitgehend wieder aufbraucht.

Feistzeit

Die Zeit vom Fegen des Geweihs bis zur Brunft, beim Rothirsch etwa der Hoch- und Spätsommer. In dieser äsungsreichen Periode wird der Hirsch sehr feist und baut die Energiereserven für die Brunft auf.

Feld

Die Altersangabe bei Vorstehhunden: Nach Vollendung des ersten Lebensjahres steht der Hund im ersten Feld, danach im zweiten und so fort. Die Angabe ist vor allem im Prüfungswesen der Jagdgebrauchshunde üblich.

Feld

Die zwischen den Zügen stehengebliebenen, erhabenen Flächen im Inneren des Büchsenlaufes; die Vertiefungen heißen Züge. Felder und Züge bilden gemeinsam das Profil des gezogenen Laufes und geben dem Geschoss den Drall.

Feldhühner

Die Unterfamilie der Glattfußhühner, zu der Rebhuhn, Wachtel, Steinhuhn und Rothuhn gehören. Im Unterschied zu den Raufußhühnern wie Auer-, Birk- und Haselwild sind ihre Ständer unbefiedert.

Fell

Fell bezeichnet in der Jägersprache die Haut samt Haaren vor allem von Biber, Bär, Wolf und Seehund; beim Biber ist auch Balg gebräuchlich. Für andere Wildarten gelten meist Decke, Schwarte oder Balg.

Fernglas

Ein jagdliches Fernglas ist ein binokulares Beobachtungsinstrument zum Auffinden, Beobachten und sicheren Ansprechen von Wild. Maßgeblich für seine Eignung sind optische Kenngrößen und Abbildungsqualität sowie Gewicht, Ergonomie und die Lichtverhältnisse des vorgesehenen Jagdeinsatzes.

fest

Fuchs oder Dachs sind fest, wenn sie im Bau vom Erdhund gestellt werden und vor ihm ausharren. Liegt umgekehrt der Hund fest, kann er den Bau nicht mehr selbstständig verlassen und muss eingeschlagen, also ausgegraben werden.

festmachen

Das sichere Bestätigen von Marder oder Iltis an ihrem Tageseinstand; daneben wird eine Sau festgemacht, wenn Hunde sie packen und festhalten. In beiden Fällen ist das Stück für den Jäger verlässlich lokalisiert.

Fett

Fett heißt das auf dem Wildbret liegende Körperfett bei Hase, Kaninchen, Federwild und dem übrigen Haarraubwild. Beim Dachs und Schwarzwild heißt es Weiß, beim wiederkäuenden Schalenwild Feist und beim Seehund Speck; Schmalz ist eine zusätzliche traditionelle Dachsbezeichnung.

Feuchtblatt

Das äußere weibliche Geschlechtsteil bei allem Schalenwild. Es dient beim Ansprechen als Unterscheidungsmerkmal; bei der Ricke ist im Winterhaar die helle Schürze am Feuchtblatt ein wichtiges Kennzeichen zur Unterscheidung vom Bock nach dem Abwerfen.

feuchten

Jagdsprachlich für nässen, also Harn absetzen. In älterer Falknersprache bezeichnete feuchten außerdem das Darbieten von Flüssigkeit an einen fastenden Beizvogel; historisch wird dabei neben Wasser auch Milch genannt, die heute nicht als artgerechtes Getränk für Greifvögel gilt.

Feuchtglied

Das Glied des männlichen Hundes in der Jägersprache. Der Ausdruck gehört zur genauen Benennung der Körperteile des Jagdhundes; daneben ist für das Glied von Hund und männlichem Haarraubwild auch die Bezeichnung Fruchtglied gebräuchlich.

fiepen

Die Lautäußerung von Ricke und Kitz beim Rehwild. Mit dem feinen Fiepton halten Ricke und Kitz Kontakt; in der Blattzeit lockt das Fiepen der Ricke den Bock. Der Jäger ahmt diesen Laut beim Blatten nach.

Finder

Hunde, die zum Auffinden und Jagen von Schwarzwild eingesetzt werden, häufig auch Saufinder genannt. Sie sollen die Sauen in dichten Einständen aufstöbern und laut jagend in Bewegung bringen, ohne sich am wehrhaften Wild festzubeißen.

Finger

Die Zehen des Beizfalken in der Sprache der Falknerei. Der Ausdruck fügt sich in die Falknersprache ein, nach der der Fuß des Falken Hand heißt; bei Beizhabicht und -sperber spricht man dagegen schlicht vom Fuß.

flehmen

Das Hochziehen der Oberlippe, mit dem Wild Duftstoffe besonders intensiv prüft. Bekannt ist das Flehmen vor allem vom Rothirsch in der Brunft, wenn er die Witterung brunftiger Tiere aufnimmt und auswertet.

Flinte

Ein Gewehr mit glatten, also ungezogenen Läufen, aus dem Schrote oder Flintenlaufgeschosse verschossen werden. Sie ist die klassische Waffe der Niederwild- und Flugwildjagd; die Büchse mit gezogenem Lauf verschießt dagegen Kugeln auf größere Entfernung.

Flintenlaufgeschoß

Ein großes Einzelgeschoss in zylindrischer Form, das aus dem glatten Flintenlauf verschossen wird. Es ermöglicht den Kugelschuss mit der Flinte auf kurze Entfernung, etwa auf Schwarzwild; bekanntester Vertreter ist das Brenneke-Geschoss.

Flucht

Ein weiter Sprung des Schalenwildes. Flüchtendes Wild bewegt sich in Fluchten fort; die weit auseinanderliegenden Trittsiegel verraten dem fährtengerechten Jäger, dass das Stück hochflüchtig war.

flüchten

Die schnellste Gangart des Haarwildes. Flüchtendes Schalenwild bewegt sich in weiten Sprüngen, den Fluchten, fort; man spricht dann von flüchtigem oder hochflüchtigem Wild. Langsamere Gangarten sind das Ziehen und das Trollen.

flügellahm

Ein Vogel, der wegen einer Verletzung seiner Flügel nicht mehr fliegen kann. Flügellahmes Federwild ist nach dem Schuss zügig zu finden und zu erlösen; dafür ist ein zuverlässig apportierender Jagdhund unverzichtbar.

flügeln

Den Flügel des Federwildes durch einen Schuss verletzen. Geflügeltes Wild kann nicht mehr fliegen, aber oft noch laufen oder schwimmen; deshalb gehört zur Flugwildjagd ein sicher apportierender Hund für die Verlorensuche.

Flugwild

Eine andere Bezeichnung für Federwild, also die jagdbaren Vogelarten. Der Begriff betont die jagdliche Praxis, dieses Wild im Flug zu bejagen, etwa Enten, Tauben oder Fasanen mit der Flinte.

forkeln

Mit dem Geweih oder Gehörn verletzen. Der Ausdruck wird gebraucht, wenn Hirsche oder Böcke im Kampf einen Rivalen forkeln; auch Hunde und Menschen können von wehrhaftem Wild geforkelt werden.

Franse

Das lange Haar am Behang des Jagdhundes. Fransen treten bei langhaarigen Rassen wie Settern oder Wachtelhunden auf und zählen zu den rassetypischen Merkmalen, die bei der Formbewertung des Hundes beurteilt werden.

Fraß

Die Nahrung des Schwarzwildes und des Haarraubwildes. Die Jägersprache trennt genau: Wiederkäuendes Schalenwild nimmt Äsung auf, der Beizvogel Atzung — Fraß nehmen nur Sauen, Raubwild und der Hund auf.

fressen

Haarraubwild, Schwarzwild und Hunde nehmen Nahrung auf. Auch hier unterscheidet die Jägersprache streng: Reh-, Rot- und anderes wiederkäuendes Schalenwild äst, der Beizvogel kröpft — es fressen nur Raubwild, Sauen und der Hund.

Frettchen

Eine domestizierte, meist albinotische Form des Iltisses. Es wird seit Jahrhunderten zur Kaninchenjagd gehalten: Beim Frettieren schlüpft es in den Bau und drückt die Kaninchen heraus, wo sie geschossen oder mit Netzen gefangen werden.

Frettieren

Die Jagd mit dem Frettchen im Kaninchenbau. Das Frettchen wird in den Bau gelassen und sprengt die Kaninchen heraus; vor den Röhren erwartet sie der Jäger mit der Flinte oder mit gestellten Haubennetzen.

frisch

Eine Fährte oder Spur, die noch warm ist, das Wild sie also erst vor kurzer Zeit hinterlassen hat. Die Unterscheidung ist für die Hundearbeit wichtig: Der Schweißhund soll auch auf kalter, Stunden alter Fährte sicher arbeiten.

frischen

Das Gebären des Schwarzwildes: Die Bache frischt meist im Frühjahr ihre Frischlinge. Daneben bezeichnet frischen auch das Schöpfen, also die Wasseraufnahme, bei Schalenwild und Hund — vergleiche den Begriff Frischung.

Frischling

Ein Stück Schwarzwild im ersten Lebensjahr, je nach Geschlecht Frischlingsbache oder Frischlingskeiler. Im zweiten Lebensjahr spricht man vom Überläufer. Frischlinge tragen anfangs das charakteristisch längsgestreifte Jugendkleid.

Frischung

Das Wasser, das vom Schalenwild geschöpft oder dem Hund dargeboten wird. Der Begriff gehört zum Zeitwort frischen; besonders bei anstrengender Schweißarbeit an warmen Tagen ist die Frischung für den Hund wichtig.

Frons

Die lateinische Bezeichnung für die Stirnregion. In der Vogelkunde meint Frons die Stirn bzw. die Federn unmittelbar über der Schnabelbasis – auch beim Beizvogel ist die Stirnpartie gemeint, nicht der Nasenfluss.

Fruchtglied

Das Glied des männlichen Haarraubwildes und des Hundes. Der Ausdruck gehört zur eigenständigen Benennung der Körperteile von Raubwild und Jagdhund; beim Hund ist daneben die Bezeichnung Feuchtglied gebräuchlich.

Fuchs

Der Rotfuchs gilt als häufigste Haarraubwildart Mitteleuropas und besiedelt unterschiedlichste Lebensräume bis hinein in Städte. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Rüde, das weibliche Fähe, die Jungen sind Welpen. Der buschige Schwanz heißt Lunte; seine meist weiße Spitze wird Blume genannt, das Fell heißt Balg. Vor allem während der Ranz und zur Jungenaufzucht nutzt der Fuchs Erdbaue, darunter selbst gegrabene sowie übernommene oder gemeinsam mit Dachsen bewohnte Dachsbaue. Die Ranzzeit fällt auf Januar und Februar. Dann sind Füchse vermehrt auch tagsüber unterwegs, und es sind vor allem heiseres, mehrsilbiges Bellen sowie langgezogene Schreie zu hören; beide Geschlechter äußern diese Laute, die langgezogenen Rufe besonders häufig die Fähen. Bei nahen, erregten oder aggressiven Begegnungen keckern Füchse. Nach rund 52 Tagen Tragzeit werden gewöhnlich vier bis sechs Welpen im Bau geboren. Jagdlich wird der Fuchs unter anderem beim Ansitz am Luderplatz, bei der Lockjagd mit Hasenklage oder Mäusepfeifchen sowie bei der Baujagd mit geeigneten Erdhunden bejagt. In Deutschland unterliegt er dem Jagdrecht; Jagd- und Schonzeiten sowie mögliche landesrechtliche Ausnahmen vom Schutz der für die Aufzucht notwendigen Elterntiere sind nach dem jeweiligen Landesrecht zu prüfen. In Österreich regeln die Jagdgesetze und Verordnungen der Bundesländer Wildstatus, Jagd- und Schonzeiten. Als Hauptendwirt des Kleinen Fuchsbandwurms hat der Rotfuchs seuchenhygienische Bedeutung. Außerdem war er der wichtigste Überträger der klassischen terrestrischen Tollwut, von der Deutschland und Österreich seit 2008 offiziell frei sind; wegen möglicher Einschleppungen wird die Krankheit weiterhin überwacht.

führen

Ein Gewehr benutzen; der Jäger führt eine Büchse oder Flinte. Daneben führt in der Jägersprache auch ein Muttertier sein Junges — führende Ricken oder Bachen sind vielerorts besonders geschont.

Führigkeit

Die angewölfte, also angeborene Bereitschaft des Hundes, sich auf seinen Führer einzustellen. Ein führiger Hund arbeitet willig mit dem Hundeführer zusammen; die Führigkeit gilt als wichtige Anlage bei Auswahl und Prüfung von Jagdhunden.

Fuß

Der Fuß bei Trappe und Fasan sowie bei Beizhabicht und Beizsperber. Die Falknersprache unterscheidet hier fein: Beim Beizfalken heißt der Fuß Hand, seine Zehen heißen Finger.

fußen

Waldhühner setzen sich nieder, sie fußen. Auch vom Greifvogel, der sich auf einem Ast oder der Faust des Falkners niederlässt, sagt die Jäger- und Falknersprache, dass er fußt beziehungsweise auffußt.

Futter

Nahrung, die dem Wild oder dem Jagdhund vom Menschen vorgelegt wird, etwa an der Fütterung im Winter. Die Jägersprache unterscheidet dabei genau: Schalen- und Federwild nimmt Äsung auf, Raubwild dagegen Fraß.

Fütterung

Fütterung bezeichnet sowohl das Reichen von Futter an Wild als auch die dafür eingerichtete Stelle. Im engeren jagdbetrieblichen Sinn dient sie der Ernährung des Wildes; Kirrung und Ablenkungsfütterung verfolgen andere Zwecke. Zulässigkeit und Ausführung bestimmen die Landesvorschriften.

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