Jagdsignale

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Jägersprache mit R

68 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

rackeln

Das Balzen des Rackelwildes, der Kreuzung zwischen Birk- und Auerwild. Der balzende Rackelhahn verbindet Laute und Verhalten beider Elternarten; von der Birk- und der Auerhahnbalz ist das Rackeln deutlich zu unterscheiden.

Rackelwild

Eine Kreuzung zwischen Birk- und Auerwild. Rackelhähne entstehen dort, wo beide Arten denselben Lebensraum und benachbarte Balzplätze nutzen; das Balzen des Rackelwildes heißt rackeln.

radschlagen

Das Überschlagen von Fuchs, Hase oder Kaninchen, wenn sie flüchtend tödlich getroffen werden, sowie das fächerförmige Hochstellen des Stoßes bei Trappenhähnen und Putern. Das Radschlagen im Feuer gilt als Zeichen eines tödlichen Treffers.

rammeln

Die Begattung bei Hase und Kaninchen. Die Fortpflanzungszeit heißt entsprechend Rammelzeit, das männliche Stück Rammler. Beim Haarraubwild spricht der Jäger dagegen vom Ranzen, beim Schalenwild vom Beschlagen.

Rammler

Das männliche Tier bei Hase und Wildkaninchen. Das weibliche Gegenstück heißt Häsin beziehungsweise Zibbe. Die Paarungszeit wird als Rammelzeit bezeichnet und beginnt beim Feldhasen bereits im Spätwinter.

ranzen

Sich begatten, vom Haarraubwild; auch der Luchs ranzt. Beim Bären spricht man von Brunft, beim Hasen vom Rammeln, beim Schalenwild vom Beschlagen und beim Federwild vom Treten.

Ranzzeit

Die Zeit, in der das Haarraubwild ranzt, sich also fortpflanzt; beim Fuchs auch Rollzeit genannt. Die Fuchsranz fällt in den Winter und ist am Ranzbellen der Füchse zu erkennen.

Ratz

Eine scherzhafte Bezeichnung für den Iltis. Der Iltis zählt zum Haarraubwild; seine domestizierte Form ist das Frettchen, das bei der Baujagd auf Kaninchen eingesetzt wird.

Raub

Die Beute des Haarraubwildes. Das Erbeuten selbst nennt der Jäger rauben; Reste des Raubes, etwa vergrabene Beute beim Fuchs, verraten dem Revierkundigen die Anwesenheit von Raubwild.

rauben

Das Fangen und Würgen von Wild durch Haarraubwild. Die Beute heißt Raub; raubendes Haarraubwild wie Fuchs oder Marder spielt in der Niederwildhege eine wichtige Rolle und wird deshalb vielerorts intensiv bejagt.

Raubvögel

Jagdkulturell bedingte Einteilung für alle jagdbaren Vögel, die sich von anderem Nutzwild oder von Eiern ernähren. Der Begriff ist historisch geprägt; heute stehen Greifvögel weitgehend unter Schutz, und die Wissenschaft spricht wertneutral von Greifvögeln.

Raubwild

Jagdkulturell bedingte Einteilung für alle jagdbaren Tiere, die sich von anderem Nutzwild oder von Eiern ernähren, etwa Fuchs, Dachs und Marder. Das Gegenstück ist das Nutzwild, das der Ernährung des Menschen dient; die Einteilung ist historisch, nicht biologisch. Beim Raubwild spielen auch Wildkrankheiten eine Rolle: Die Räude tritt beim Fuchs seuchenhaft auf, die Tollwut gilt in Mitteleuropa heute als getilgt.

Raubzeug

Die jagdkulturell geprägte Sammelbezeichnung für nicht dem Jagdrecht unterliegende Tiere, die Nutzwild oder Gelegen nachstellen, etwa wildernde Hunde und Katzen. Vom Raubzeug zu unterscheiden ist das Raubwild, das jagdbare Beutegreifer wie Fuchs und Marder umfasst.

Räude

Eine durch Milben verursachte Hautkrankheit, die vor allem beim Fuchs auftritt und dort seuchenhaft auftreten kann. Erreger ist meist die Grabmilbe Sarcoptes scabiei. Befallene Stücke zeigen kahle, verkrustete Stellen, besonders an Lunte, Keulen und Behang, magern stark ab und verlieren die Scheu. Die Räude ist auf Hunde und andere Haustiere übertragbar; nach dem Umgang mit einem verdächtigen Stück ist entsprechende Vorsicht geboten. Räudige Füchse sollten erlegt und unschädlich beseitigt werden. Der Balg ist wertlos.

Raufußhühner

Zu den in Deutschland und Österreich heimischen Raufußhühnern zählen Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn und Alpenschneehuhn; namensgebend sind ihre befiederten Läufe. Rackelwild ist keine eigene Art, sondern ein Hybrid aus Auer- und Birkwild.

Rauhe

Die Mauser des Wassergeflügels, also der jährliche Wechsel des Gefieders bei Enten und Gänsen. Während der Rauhe verlieren viele Entenvögel gleichzeitig die Schwungfedern und sind vorübergehend flugunfähig; ein Erpel in dieser Zeit heißt Rauherpel.

Rauherpel

Ein Erpel, also eine männliche Ente, während der Rauh- oder Mauserzeit. In dieser Phase trägt er statt des farbenprächtigen Prachtkleides ein unscheinbares Schlichtkleid und ähnelt dann der weiblichen Ente.

rauschen

Der jagdliche Ausdruck für die Begattung des Schwarzwildes. Die zugehörige Paarungszeit heißt Rauschzeit; eine paarungsbereite Bache ist rauschig. Andere Wildarten haben eigene Begriffe: Schalenwild mit Geweih oder Gehörn brunftet, der Hase rammelt, der Fuchs rollt.

Rauschzeit

Die Paarungszeit des Schwarzwildes, in der die Bachen rauschig sind. Sie fällt meist in die Wintermonate, kann sich bei gutem Nahrungsangebot aber verschieben. Das Gegenstück bei Rot- und Damwild ist die Brunft, beim Fuchs die Rollzeit.

rege

Wild ist rege, wenn es unruhig umhertritt. Der aufmerksame Jäger deutet dieses Verhalten als Zeichen von Beunruhigung oder gesteigerter Aktivität, etwa vor dem Abspringen oder zu Beginn der Paarungszeit, und verhält sich entsprechend ruhig.

Rehbock

Der Rehbock ist das männliche Stück Rehwild. Sein Kopfschmuck ist ein Geweih, das beim Rehbock jagdsprachlich Gehörn heißt. Es besteht aus zwei Stangen, die regulär meist ein bis drei Enden tragen; zusätzliche Enden und abnorme Bildungen kommen vor. Trägt es beiderseits je drei Enden, spricht man von einem geraden Sechserbock. Ab dem zweiten Lebensjahr wirft der Bock sein Gehörn jährlich ab, gewöhnlich zwischen Oktober und Dezember; ältere Böcke meist früher als jüngere. Bockkitze folgen einem abweichenden ersten Geweihzyklus. Unmittelbar nach dem Abwurf beginnt das neue Wachstum; im Frühjahr wird die Basthaut durch Fegen abgestreift, wobei junge Gehölze beschädigt werden können. Anders als das überwiegend rudelbildende Rotwild leben vor allem ausgewachsene Rehböcke im Sommerhalbjahr territorial: Sie besetzen und verteidigen Territorien, die sie durch Fegen und Plätzen markieren; jüngere oder vertriebene Böcke bleiben zeitweise ohne eigenes Territorium. Im Winter endet die aktive Abgrenzung, und Rehwild schließt sich zu Sprüngen zusammen. In der Blattzeit im Juli und August treibt der Bock die Ricke; beim kreisförmigen Treiben entstehen in Wiesen oder Getreide niedergetretene Spuren, die Hexenringe genannt werden. Bei Beunruhigung schreckt auch der Bock mit einem kurzen, bellenden Laut, besonders während der Brunft. In der Blattzeit kann er auf den nachgeahmten Fiepton einer Ricke reagieren und sich dadurch heranblatten lassen. Beim Ansprechen werden Geschlecht, mutmaßliche Altersklasse und körperlicher Zustand anhand mehrerer Merkmale wie Körperbau, Verhalten, Haarwechsel und Gehörnentwicklung eingeschätzt; die Gehörnstärke allein erlaubt keine sichere Altersbestimmung.

Rehwild

Rehwild ist in Deutschland und Österreich die kleinste und häufigste heimische Schalenwildart. Das männliche Stück ist der Bock, das weibliche die Ricke – regional auch Rehgeiß oder Geiß –, die Jungen sind Kitze; ein einjähriges weibliches Stück heißt Schmalreh. Der Bock trägt ein Geweih, das jagdsprachlich Gehörn heißt. Rehwild ist ein Schlüpfertyp und lebt einzeln oder in kleinen Familienverbänden, im Winter auch im Sprung. Als Konzentratselektierer äst es bevorzugt nährstoffreiche, leicht verdauliche und wenig verholzte Pflanzenteile, etwa Knospen, junge Triebe und Kräuter. Eine Besonderheit ist die Fortpflanzung. Die Paarungszeit, die Blattzeit, fällt auf Juli und August. Danach folgt die Keimruhe: Die befruchtete Eizelle entwickelt sich zunächst nicht weiter, die eigentliche Trächtigkeit beginnt erst im Dezember. Die Kitze werden im Mai und Juni gesetzt. Hat Rehwild eine Störung wahrgenommen, deren Ursache es noch nicht sicher einschätzen kann, schreckt es mit einem kurzen, bellenden Laut, der mehrfach aufeinanderfolgen kann. Kitze nehmen mit einem hellen Kitzfiep Kontakt zur Ricke auf; während der Brunft fiept die Ricke nach dem Bock. Bei der Blattjagd werden je nach Situation unter anderem Geißenfiep, Kitzfiep, Sprengfiep und Angstgeschrei nachgeahmt.

reif

Reif bezeichnet gehörn- oder geweihtragendes Schalenwild auf dem Höhepunkt seiner körperlichen Entwicklung. Auch ein vollständig verfegtes Geweih und ausreichend gereiftes Wildbret heißen reif. Eine Abschussfreigabe folgt aus der Reife allein nicht.

Reif

Die weißen Spitzen der Rückenhaare des Gamsbockes. Diese hellen Haarenden lassen den Rücken wie bereift erscheinen. Aus den langen dunklen Rückenhaaren des Gamswildes wird der Gamsbart gebunden, der traditionelle Hutschmuck.

reihen

Das Verhalten mehrerer Erpel, die zu Beginn der Reihzeit eine Ente verfolgen. Das auffällige Verfolgungsfliegen und -schwimmen geht der Paarbildung voraus. Die Begattungszeit der Wildenten selbst wird als Reihzeit bezeichnet.

Reihzeit

Die Zeit, in der sich die Wildenten begatten. Sie beginnt bereits im Spätwinter; zuvor verfolgen mehrere Erpel eine Ente, was als Reihen bezeichnet wird. Beim Schwarzwild heißt die Paarungszeit dagegen Rauschzeit, beim Fuchs Rollzeit.

rein

Eine Fährte ist rein, wenn sie klar und deutlich im Boden sichtbar ist. Reine Fährten erlauben das genaue Ansprechen der Trittsiegel und damit Rückschlüsse auf Wildart, Geschlecht und Stärke des Stückes.

Reineke

Reineke ist der im Deutschen überlieferte Fabelname des Fuchses; daneben steht die Schreibvariante Reinecke, die auch Goethe verwendete. In der mittelniederdeutschen und der von Goethe bearbeiteten Überlieferung wird er am Hof des Löwenkönigs Nobel zahlreicher Vergehen beschuldigt und entzieht sich der drohenden Strafe wiederholt durch rhetorisches Geschick und erfundene Geschichten; sein Neffe, der Dachs Grimbart, tritt dabei als Fürsprecher auf. Der altfranzösische Erzählzyklus „Roman de Renart“ nennt die Figur Renart, der 1498 in Lübeck gedruckte „Reynke de vos“ nennt sie Reynke. Goethes Versepos erschien 1794 unter dem Titel „Reinecke Fuchs“; heute ist die Ansetzung „Reineke Fuchs“ gebräuchlich. Das französische renard entwickelte sich aus dem Figurennamen Renart und verdrängte das ältere goupil. Ein Fachausdruck der Jägersprache ist der Name dagegen nicht: Dort heißt das männliche Stück Rüde, das weibliche Fähe, die Jungen Welpen; der Schwanz heißt Lunte, dessen weiße Spitze Blume, das Fell Balg. Weitere Fabelnamen sind Grimbart für den Dachs, Meister Lampe für den Hasen, Isegrim für den Wolf und Meister Petz für den Bären.

reißen

Das Töten von Beutetieren durch Bär, Wolf und Luchs sowie durch wildernde Hunde. Das getötete Tier wird als Riss bezeichnet. Beim Federraubwild spricht der Jäger dagegen vom Schlagen der Beute.

Reißzähne

Die vier besonders kräftigen Backenzähne beim Raubwild und beim Hund, mit denen die Beute zerteilt wird. Sie arbeiten scherenartig gegeneinander und sind ein typisches Merkmal des Raubtiergebisses.

reizen

Das Anlocken von Fuchs, Auer- oder Birkhahn durch Nachahmen von Lauten, die das Wild interessieren, etwa des Mausepfeifens oder der Hasenklage beim Fuchs. Das Reizen mit der Blattung beim Rehbock wird dagegen als Blatten bezeichnet.

Remise

Ein kleines, meist künstlich angelegtes Gehölz in der sonst deckungslosen Feldflur. Remisen bieten dem Niederwild wie Hase, Fasan und Rebhuhn Deckung, Äsung und Schutz vor Witterung und Feinden und sind ein wichtiges Mittel der Biotopverbesserung im Revier.

Revier

Die gebräuchliche Bezeichnung für einen Jagdbezirk oder ein Jagdgebiet, also eine zusammenhängende Grundfläche von bestimmter Mindestgröße, auf der die Jagd ausgeübt werden darf. Die Mindestgrößen und die Unterscheidung von Eigenjagd- und Gemeinschaftsjagdrevieren regeln die Landesgesetze unterschiedlich.

revieren

Das planmäßige Absuchen oder Stöbern eines Jagdgebrauchshundes in der Deckung. Ein gut revierender Hund durchsucht das Gelände systematisch im Wirkungsbereich seines Führers, etwa der Vorstehhund bei der Feldsuche.

Ricke

Das weibliche Stück Rehwild. Die Bezeichnung gilt ab dem zweiten Lebensjahr; im ersten Jahr spricht man vom Kitz, im zweiten vom Schmalreh. Nicht zu verwechseln mit dem Tier, dem weiblichen Rot- oder Damwild.

Riefen

Die Längsfurchen an den Stangen des Geweihs. Sie entstehen durch die Blutgefäße des Bastes während des Geweihwachstums und tragen neben den Perlen zur Oberflächenstruktur der Stange bei.

Riegel

Ein Wechsel oder Pass im Hochgebirge, also eine vom Wild regelmäßig benutzte Durchgangsstelle im Gelände. An Riegeln werden bei Bewegungsjagden im Gebirge die Schützen abgestellt; diese Jagdart heißt Riegeln oder Riegeljagd.

riegeln

Eine Form des Treibens im Hochgebirge, bei der die Schützen an den Riegeln, also den Wechseln und Pässen des Wildes, abgestellt werden. Das Wild wird dabei nur beunruhigt und den Schützen langsam zugedrückt, nicht hochflüchtig gejagt.

Riemen

Riemen ist die jagdsprachlich-traditionelle Bezeichnung für eine Leine des Jagdhundes, ohne heute ein bestimmtes Material festzulegen. Der Schweißriemen ist die lange Führverbindung, an der der Hund bei der Nachsuche eine Wundfährte ausarbeitet.

Riemenarbeit

Das Ausarbeiten einer Schweißfährte oder -spur mit dem am Riemen geführten Jagdgebrauchshund. Sie ist die klassische Form der Nachsuche und beginnt am Anschuss; erst wenn das kranke Stück nicht verendet gefunden wird, wird der Hund geschnallt und zur Hetze eingesetzt.

rinnen

Der jagdliche Ausdruck für das Schwimmen des Haarwildes. Durchschwimmt etwa ein Hirsch oder eine Sau ein Gewässer, so rinnt das Stück. Bei den Wasservögeln spricht der Jäger dagegen vom Rudern.

Riß

Ein vom Haarraubwild getötetes Tier, etwa ein vom Wolf oder Luchs gerissenes Stück Schalenwild. Am Riss lassen sich anhand der Tötungs- und Fraßspuren Rückschlüsse auf den Verursacher ziehen, was vielerorts für Entschädigungsfragen bedeutsam ist.

robben

Die Fortbewegungsart der Seehunde an Land, bei der sich die Tiere auf dem Bauch gleitend vorwärtsschieben. Der Begriff ist aus der Jägersprache in die Allgemeinsprache übergegangen, etwa für das kriechende Anpirschen des Jägers.

Röhre

Die in die Erde gegrabenen Gänge des Dachs-, Fuchs- oder Kaninchenbaues. Die Röhren verbinden den Kessel, die eigentliche Wohnkammer, mit den Ausgängen. Bei der Baujagd achtet der Jäger darauf, alle Röhren im Blick zu haben.

röhren

Die Lautäußerung des Rothirsches in der Brunft. Das tiefe, weittragende Röhren dient der Rivalenabschreckung und dem Anlocken des Kahlwildes. Der Jäger ahmt es beim Hirschruf nach, um den Brunfthirsch zu locken.

rollen

Der jagdliche Ausdruck für die Begattung des Fuchses. Die Paarungszeit des Fuchses im Winter heißt entsprechend Rollzeit oder Ranzzeit. Beim Schwarzwild spricht man vom Rauschen, beim geweihtragenden Schalenwild von der Brunft.

Rollzeit

Die Begattungszeit des Fuchses, die in die Wintermonate fällt und auch Ranz genannt wird. In dieser Zeit sind die Rüden viel unterwegs und lassen sich gut bejagen. Das Gegenstück beim Schwarzwild ist die Rauschzeit.

Rose

Der Perlkranz am unteren Ende der Geweih- oder Gehörnstange, unmittelbar über dem Rosenstock. Ausprägung und Form der Rose fließen in die Trophäenbewertung ein. Beim Abwurf des Geweihs löst sich die Stange unterhalb der Rose vom Rosenstock.

Rosenstock

Der Stirnzapfen am Schädel des Geweihträgers, auf dem die Geweih- bzw. Gehörnstange aufsitzt. Er ist ein bleibender Knochenfortsatz: Beim jährlichen Abwerfen löst sich nur die Stange, der Rosenstock bleibt erhalten, und von ihm aus wird das neue Geweih geschoben.

Rotfährte

Eine andere Bezeichnung für die Schweißfährte, also die Fährte eines krankgeschossenen Stückes, auf der sich Schweiß befindet. Sie ist die Arbeitsgrundlage des Schweißhundes bei der Nachsuche und beginnt am Anschuss.

Rotte

Der Verband, in dem Schwarzwild zusammenlebt. Eine Rotte wird von einer erfahrenen Leitbache geführt und besteht meist aus Bachen mit ihren Frischlingen und Überläufern; ältere Keiler leben überwiegend einzelgängerisch. Bei Rot- und Damwild heißt der Verband Rudel.

rotten

Das Zusammenschließen von Schwarzwild zu einer Rotte. Sichert etwa nach einer Beunruhigung die Leitbache, rotten sich die Stücke wieder zusammen. Bei Rot- und Damwild spricht man entsprechend vom Rudeln.

Rotwild

Nach dem Elch ist der Rothirsch die größte Hirschart Europas; Rotwild wird traditionell zum Hochwild gezählt. Das männliche Stück heißt Hirsch; weibliche Stücke im zweiten Lebensjahr heißen Schmaltiere, nach dem ersten Setzen Alttiere – jagdliche Altersklasseneinteilungen verwenden den Begriff vielfach ab dem dritten Lebensjahr. Die Jungtiere im ersten Lebensjahr sind Kälber; weibliches Rotwild und Kälber zusammen heißen Kahlwild. Der Hirsch trägt ein Geweih, das jährlich abgeworfen und neu geschoben wird. Rotwild nutzt bevorzugt offene und halboffene, äsungsreiche Landschaften mit ausreichender Deckung, kann aber auch strukturreiche Wälder besiedeln. In Mitteleuropa haben menschliche Störungen, intensive Landnutzung und die Zerschneidung der Landschaft seine freie Lebensraumwahl stark eingeschränkt. Rotwild ist ein Rudeltier; Kahlwildrudel und Hirschrudel leben den größten Teil des Jahres getrennt. Die Brunft fällt auf September und Oktober. Der Platzhirsch hält das Brunftrudel zusammen und verteidigt es gegen Rivalen; schwächere Hirsche, die sich in der Nähe des Brunftrudels halten, werden Beihirsche genannt. Zu den Brunftlauten gehören das weithin hörbare Röhren sowie leisere Lautformen wie Trenzen und Knören. Ebenbürtige Rivalen versuchen den kräftezehrenden Kampf zunächst durch Droh- und Imponierverhalten zu vermeiden; kommt es dennoch dazu, sind schwere und vereinzelt tödliche Verletzungen möglich. Vor allem stark an der Brunft beteiligte Hirsche können gegenüber ihrem Vorbrunftgewicht rund 20 Prozent verlieren. In Deutschland und Österreich wird die Rotwildbejagung landesrechtlich geregelt und erfolgt grundsätzlich nach behördlich bestätigten oder festgelegten Abschussplänen beziehungsweise Mindestabschüssen; regional bestehen Ausnahmen. Übliche Jagdarten sind Ansitz, Pirsch und Bewegungsjagd.

Rübe

Der Kern in der Standarte des Fuchses, also die knochige Schwanzwirbelsäule in der buschigen Lunte. Beim Abbalgen wird die Rübe aus der Standarte gezogen, damit der Balg sauber getrocknet werden kann.

Rückbeißer

Ein Hund, bei dem die Schneidezähne des Unterkiefers hinter die des Oberkiefers greifen. Diese Gebissform, auch Rückbiss genannt, gilt bei den meisten Jagdhunderassen als Zuchtfehler. Das korrekte Gebiss ist das Scherengebiss.

rücken

Rücken bezeichnet prüfungsüblich die gerichtete Ortsveränderung des Hasen, etwa das abendliche Rücken zu Felde und das morgendliche Rücken zu Holze. Rutschen ist dagegen sein langsames, unterbrochenes Fortbewegen beim Äsen.

rucksen

Die Lautäußerung der Ringeltaube, das dumpfe, mehrsilbige Gurren des Taubers. Es ist vor allem zur Paarungszeit im Frühjahr zu hören und dient der Revierabgrenzung und dem Anlocken des Weibchens.

Rückwechsel

Ein nach rückwärts führender Wechsel, den das Wild bei Drückjagden annimmt, um durch die Treiberwehr zurück in bereits durchgedrücktes Gelände zu gelangen. Erfahrene Jagdleiter stellen deshalb auch an Rückwechseln Schützen ab.

Rüde

Der männliche Hund. Auch beim Haarraubwild, etwa bei Fuchs und Wolf, wird das männliche Stück als Rüde bezeichnet. Das weibliche Gegenstück ist beim Hund die Hündin, beim Fuchs die Fähe.

Rudel

Der Verband mehrerer Stücke Rot- oder Damwild. Ein Rudel wird von einem erfahrenen Alttier, dem Leittier, geführt; Hirsche bilden außerhalb der Brunft eigene Hirschrudel. Beim Schwarzwild heißt der Verband dagegen Rotte, beim Muffelwild ebenfalls Rudel.

rudeln

Das Zusammenschließen von Rot- oder Damwild zu einem Rudel. Besonders im Winter rudelt sich das Wild zu größeren Verbänden zusammen. Das Gegenstück beim Schwarzwild ist das Rotten zur Rotte.

Ruder

Der Fuß der Schwimmvögel, etwa der Enten und Gänse, mit den zwischen den Zehen liegenden Schwimmhäuten. Die Fortbewegung im Wasser heißt entsprechend Rudern. Beim Haarwild spricht der Jäger dagegen von Läufen.

rudern

Das Schwimmen der Wasservögel, die sich mit ihren Rudern, den mit Schwimmhäuten versehenen Füßen, fortbewegen. Schwimmendes Haarwild rinnt dagegen in der Jägersprache.

Ruf

Die lockende Lautäußerung des Rotwildkalbes sowie des zum Niederwild zählenden Federwildes. Der Jäger ahmt solche Rufe mit Lockinstrumenten nach, um Wild anzulocken. Vom Ruf zu unterscheiden sind arteigene Begriffe wie das Röhren des Brunfthirsches oder der Schlag der Wachtel.

rupfen

Das Ausreißen der Federn beim erlegten Federwild vor der Küchenfertigmachung bzw. das Ausreißen der Barthaare eines erlegten Stückes. Auch das Federraubwild rupft seine Beute; die zurückbleibende Federansammlung, die Rupfung, verrät dem Jäger den Beutegreifer.

Rute

Der Schwanz des Hundes und des Haarraubwildes, sofern nicht die Lunte des Fuchses oder Marders gemeint ist; daneben bezeichnet Rute auch das männliche Glied von Hund und Haarraubwild. Beim Schalenwild heißt der Schwanz Wedel, beim Hasen Blume.

rutschen

Das langsame, unterbrochene Vorwärtsbewegen des Hasen beim Äsen; auch als Rücken bezeichnet.

rütteln

Das anhaltende Stehen eines Vogels in der Luft über einer Stelle durch schnelle Flügelschläge. Bekanntester Rüttler ist der Turmfalke, der auf diese Weise nach Mäusen späht, bevor er im Stoßflug zugreift.

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