Jagdsignale

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Jägersprache mit L

47 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

laden

Eine Patrone in den Gewehrlauf beziehungsweise in das Patronenlager schieben. Der Umgang mit der geladenen Waffe verlangt höchste Disziplin: Geladen wird erst im Revier, und vor dem Überwinden von Hindernissen wird grundsätzlich entladen.

Ladung

Die Geschoss- und Pulvermenge in einer Patrone. Sie bestimmt zusammen mit dem Kaliber die Leistung der Munition; verwendet werden darf nur Munition, deren Kaliber und Ladung zur jeweiligen Waffe passen.

Lager

Die Stelle, an der Hase, Kaninchen oder eine Kette Rebhühner gelegen haben. Beim Schwarzwild heißt die entsprechende Ruhestelle Kessel; dort liegen die Stücke gern dicht gedrängt in Dickungen.

lagern

Wild macht sich nieder, um zu ruhen; daneben wird der Ausdruck für das Aufstellen von Fallen gebraucht. Die Stelle, an der Niederwild gelegen hat, heißt entsprechend Lager.

Lagerschnepfe

Eine Waldschnepfe, die hierzulande überwintert, statt weiterzuziehen. Der Großteil der Waldschnepfen zieht im Herbst in westliche und südliche Winterquartiere; einzelne Stücke verbleiben in milden Lagen als Lagerschnepfen im Revier.

Lamm

Ein junges Stück Muffelwild im ersten Lebensjahr. Das weibliche Muffelwild wird Schaf genannt, das männliche Widder; das Gebären der Lämmer heißt beim Muffelwild lämmern.

lämmern

Das Gebären beim Muffelwild. Das Schaf lämmert im Frühjahr und setzt meist ein einzelnes Lamm; bei anderem Schalenwild spricht die Jägersprache vom Setzen, beim Schwarzwild vom Frischen.

Lampe

Die scherzhafte Bezeichnung für den Hasen, bekannt als Meister Lampe aus der Fabel. Solche Scherznamen sind fester Teil der Jägersprache; ähnlich steht Langschnabel für die Waldschnepfe oder Lietze für das Blässhuhn.

lancieren

Eine leise Jagdart auf ein bestimmtes Stück, meist einen alten Hirsch: Ein Hund am Riemen wird auf die Gesundfährte gesetzt und drückt das Wild ruhig über seine gewohnten Wechsel dem Schützen zu. Daneben lanciert ein Schweißhund, wenn er bei der Nachsuche von der Wundfährte auf die Fährte eines gesunden Stückes wechselt.

Langschnabel

Die scherzhafte Bezeichnung für die Waldschnepfe mit ihrem auffallend langen Stecher. Mit dem langen, empfindlichen Schnabel stochert die Schnepfe in weichem Boden nach Würmern und Insektenlarven; der Scherzname gehört wie Meister Lampe zur Jägersprache.

Lapin

Aus dem Französischen stammende Bezeichnung für das Wildkaninchen. Der Ausdruck ist vor allem im Pelzhandel gebräuchlich, wo Kaninchenfell als Lapin gehandelt wird.

Lappen

Die Bindehaut zwischen den Zehen des Wassergeflügels, sofern sie geteilt ist. Arten wie das Blässhuhn tragen solche gelappten Zehen; bei Enten und Gänsen sind die Zehen dagegen durch durchgehende Schwimmhäute verbunden.

Latschen

Der Fuß der Wasservögel, auch Ruder genannt. Die Jägersprache unterscheidet nach Wildarten: Das übrige Federwild steht auf Ständern, die Wasservögel auf Latschen, das Haarwild auf Läufen.

Lauf

Die Bezeichnung für das Bein des Haarwildes. Vom Rehbock bis zum Fuchs spricht der Jäger von Vorder- und Hinterläufen; beim Federwild heißen die Beine dagegen Ständer, bei Wasservögeln Latschen oder Ruder.

Lauf

Der Teil des Gewehres, der dem Geschoss oder der Schrotgarbe nach dem Abschuss die vorgesehene Flugbahn und Richtung gibt. Büchsenläufe sind gezogen und verleihen der Kugel Drall, Flintenläufe sind glatt und für den Schrotschuss bestimmt.

laufen

Hase, Kaninchen, Biber und niederes Haarraubwild bewegen sich fort. Für anderes Wild kennt die Jägersprache eigene Ausdrücke: Schalenwild zieht oder flüchtet, während der Fuchs schnürt, wenn er seine Tritte in einer Linie setzt.

läufig

Eine Hündin in der Hitze, also in der Phase der Paarungsbereitschaft. Läufige Hündinnen werden im Jagdbetrieb und auf Prüfungen meist gesondert geführt oder zurückgestellt, um die übrigen Hunde nicht abzulenken.

Laufschiene

Die metallene Schiene zwischen zwei Gewehrläufen oder oberhalb eines Laufes, auf der die Visierung angebracht ist. Auf Flinten unterstützt die Schiene das schnelle Erfassen des Ziels beim Flugschuss; auf Büchsen trägt sie Kimme und Korn.

Lauscher

Die Ohren des Schalenwildes mit Ausnahme des Schwarzwildes, dessen Ohren Teller heißen. Die Jägersprache trennt weiter: Der Hase hat Löffel, der Jagdhund Behang; in Süddeutschland und Österreich ist auch die Form Luser gebräuchlich.

Laut

Das Gebell des Hundes. Je nach Situation unterscheidet man etwa Standlaut vor gestelltem Wild, Sichtlaut beim Jagen mit Sichtkontakt und Fährten- oder Spurlaut auf der Fährte; der Laut ist bei vielen Jagdhundprüfungen ein wichtiges Kriterium.

Lecker

Die Bezeichnung für die Zunge des Schalenwildes mit Ausnahme des Schwarzwildes, bei dem schlicht von der Zunge gesprochen wird. Solche Sonderstellungen des Schwarzwildes sind typisch für die Jägersprache – wie bei den Tellern statt der Lauscher.

Lecklein

Ein Fährtenzeichen beim Hirsch: Mit der Spitze des Hinterlaufes wird ein kleines Loch in den Boden gedrückt. Solche Merkmale gehören zur Fährtenlehre und helfen beim Ansprechen eines Stückes aus der Fährte.

Leder-

Ledergehörn bzw. Ledergeweih: ein Gehörn oder Geweih, dessen Bast nicht abgefegt wurde, sondern lederartig an den Stangen festgetrocknet ist. Es zählt zu den Geweihabnormitäten und ist von der meist hormonell bedingten, fortwuchernden Perücke zu unterscheiden.

leer

Wild und Hund heißen leer, wenn sie hungrig sind; daneben bezeichnet der Ausdruck ein weibliches Stück Haarwild unmittelbar nach dem Gebären. Aus dem Zusammenhang ergibt sich jeweils, welche Bedeutung gemeint ist.

Lefze

Die Lippe des Raubwildes und des Hundes. Beim Hund sind die herabhängenden Lefzen je nach Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt; beim Schalenwild heißt der Bereich von Maul und Lippen dagegen Äser, beim Schwarzwild Gebrech.

Leier

Der Schwanz des Birkhahns. Seine äußeren, sichelförmig nach außen gebogenen Stoßfedern erinnern an das gleichnamige Musikinstrument; die Leier ist eine klassische Trophäe, die vielerorts als Hutschmuck dient.

Leitgams

Die Gams, die ein Rudel führt. In der Regel übernimmt eine erfahrene, führende Geiß diese Aufgabe; sie sichert besonders aufmerksam und warnt das Rudel bei Gefahr, weshalb sie vielerorts als besonders schonwürdig gilt.

Leithund

Ein Jagdhund, der zum Bestätigen des Hirsches eingesetzt wird. Der am langen Leitseil geführte Hund arbeitet leise auf der gesunden Fährte und zeigt an, wo der Hirsch steckt; historisch gilt der Leithund als Vorläufer des heutigen Schweißhundes.

Leittier

Das weibliche Stück Rot- oder Damwild, das ein Rudel anführt. Meist ist es ein erfahrenes, führendes Alttier, an dessen Sichern und Ziehen sich das ganze Rudel orientiert; beim Gamswild übernimmt die Leitgams diese Rolle.

Lichter

Die Augen des Schalenwildes. Auch hier trennt die Jägersprache nach Wildarten: Beim Hasen und beim Raubwild spricht man von Sehern. Gebrochene, also glanzlos gewordene Lichter zählen zu den sicheren Totzeichen eines erlegten Stückes.

Lichtstärke

Eine Kennzahl von Ferngläsern und Zieloptiken: das Quadrat des Durchmessers der Austrittspupille. Entgegen der Werbung sagt der Wert allein wenig über die tatsächliche Sehleistung in Dämmerung oder Nacht aus; Glasqualität und Vergütung sind mindestens ebenso wichtig.

liegen

Ein Gewehr liegt, wenn es – etwa in der Schaftlänge – zu den Körpermaßen des Schützen passt. Eine gut liegende Waffe kommt beim Anschlag fast von selbst ins Ziel; besonders beim schnellen Flintenschuss ist das entscheidend.

liegen

Hasen, Enten und anderes Wild sind an einem bestimmten Ort vorhanden – ein Feld, in dem viele Hasen liegen, verspricht eine gute Jagd. Davon zu trennen ist das Lager, die konkrete Ruhestelle des Niederwildes.

Lietze

Die scherzhafte Bezeichnung für das Blässhuhn. Solche volkstümlichen Namen haben sich in der Jägersprache gehalten; das Blässhuhn selbst zählt zum Federwild und ist an der weißen Stirnplatte, der Blesse, leicht anzusprechen.

Locke

Ein Instrument zum Nachahmen der Lautäußerungen von Federwild, etwa als Enten-, Krähen- oder Hühnerlocke. Mit der Locke bringt der Jäger Federwild in Schussentfernung; der Gebrauch des Instruments wird selbst als Locken bezeichnet.

locken

Die Lautäußerungen des Federwildes beziehungsweise der Gebrauch der Locke durch den Jäger. Federwild lockt, um Artgenossen herbeizurufen; genau dieses Verhalten macht sich die Lockjagd mit nachgeahmten Rufen zunutze.

Löffel

Die Ohren von Hase und Kanin. Die Jägersprache trennt genau: Schalenwild hat Lauscher, Schwarzwild Teller und der Jagdhund Behang. Der Name spiegelt die auffällig langen Ohren des Hasen wider.

Löffler

Ein junger Damhirsch, der noch keine ausgeprägten Schaufeln, sondern erst löffelartige Ansätze am Ende des Geweihs geschoben hat. In der Geweihentwicklung des Damhirsches steht der Löffler zwischen Knieper und Halbschaufler beziehungsweise Schaufler.

lösen

Die Bezeichnung für das Koten von Haarwild und Hunden. Die dabei abgesetzten Exkremente heißen Losung; sie ist ein wichtiges Pirschzeichen beim Bestätigen von Wild im Revier.

Losung

Die Exkremente des Wildes; nur bei Greifvögeln spricht man vom Geschmeiß. Die Losung ist ein wichtiges Pirschzeichen: Form, Frische und Lage verraten dem Jäger Wildart, Wechsel und Einstände im Revier.

Luchs

Der Luchs ist die größte heimische Katzenart Mitteleuropas. Seine Schulterhöhe ist etwa mit der eines Deutschen Schäferhundes vergleichbar, sein Körper ist jedoch deutlich leichter und katzentypisch gebaut. Kennzeichnend sind die Pinselohren, der ausgeprägte Backenbart und der kurze, wie abgeschnitten wirkende Stummelschwanz. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Kuder, das weibliche Luchsin, Katze oder Kätzin; die Jungen werden allgemein auch Luchswelpen, jagdsprachlich Katzluchse genannt. Der Luchs ist ein Einzelgänger mit großen Streifgebieten und ein Pirsch- und Überraschungsjäger: Er nähert sich seiner Beute möglichst unbemerkt und schlägt sie nach einem kurzen Sprint oder Sprung. Zu seiner wichtigsten Beute zählen in Mitteleuropa Rehe, regional – besonders im Alpenraum – auch Gämsen. Einen größeren Riss nutzt er häufig über mehrere Nächte und deckt ihn zwischen den Mahlzeiten mit Laub, Gras, Moos oder Schnee ab. Besonders während der Ranzzeit im Februar und März sind die weit tragenden Rufe von Kuder und Luchsin zu hören. Sie können an Hundegebell, Fuchsschreie oder das Bellen eines Rehs erinnern. Nachdem der Luchs bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Westeuropa und großen Teilen Mitteleuropas ausgerottet worden war, kehrte er durch Wiederansiedlungen, natürliche Ausbreitung und aus erhaltenen Restbeständen in einige Regionen zurück. In Deutschland unterliegt er dem Bundesjagdgesetz, besitzt keine Jagdzeit und ist grundsätzlich ganzjährig geschont; zugleich ist er nach dem Bundesnaturschutzrecht streng geschützt. In Österreich richten sich jagdrechtliche Stellung, Schonzeit und mögliche Ausnahmen nach dem jeweiligen Landesrecht. Unabhängig davon steht er in der gesamten Europäischen Union unter dem strengen Schutz der FFH-Richtlinie; Entnahmen sind nur unter deren Ausnahmevoraussetzungen zulässig.

Luder

Jedes tote Tier, mit dem Jäger Raubwild und Raubzeug anlocken. Es wird am Luderplatz ausgelegt und macht Fuchs oder Marder für den Ansitz berechenbar; das Ausbringen von Luder ist je nach Bundesland rechtlich geregelt.

Luderplatz

Der Ort, an dem Luder ausgelegt wird. Der Luderplatz liegt gut einsehbar in Schussentfernung zu einem Ansitz und wird regelmäßig beschickt; bewährt ist die Fuchsjagd am Luderplatz in klaren Winternächten bei Mondschein.

Luderschacht

Ein meist künstlich angelegter Schacht zum Ausbringen von Luder. Er verhindert, dass Raubwild das ausgelegte Luder verschleppt, und bindet Fuchs oder Marder so zuverlässig an den Luderplatz.

lüften

Das Öffnen der Bauchdecke bei einem erlegten Stück Schalenwild, ohne Gescheide und Geräusch zu berühren. Gelüftet wird vor allem, damit das Wildbret rasch auskühlen kann, wenn das Stück nicht sofort vollständig aufgebrochen wird.

Lunte

Der Schwanz des Fuchses, auch Standarte genannt; je nach Quelle wird Lunte außerdem für Wolf und Marder gebraucht. Die helle Spitze der Fuchslunte heißt Blume. Fahne ist hierfür nicht die übliche jagdsprachliche Bezeichnung.

Luser

Eine andere Bezeichnung für die Lauscher, die Ohren des Schalenwildes. Die Form Luser ist vor allem im süddeutschen und österreichischen Raum gebräuchlich; ausgenommen bleibt das Schwarzwild, dessen Ohren Teller heißen.

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