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Jägersprache mit K
77 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Kahlwild
Das weibliche Wild und die Kälber beiderlei Geschlechts aller Hirscharten — also die Stücke, die kein Geweih tragen. Beim Rotwild zählen Alttiere, Schmaltiere und Kälber zum Kahlwild; der Begriff wird vor allem bei Rot- und Damwild verwendet.
Kalb
Das junge Stück aller Hirscharten wie Rot-, Dam- und Elchwild während des ersten Lebensjahres. Beim Rehwild heißt das Jungtier dagegen Kitz, beim Schwarzwild Frischling.
Kälberstall
Eine Fütterung, die baulich so gestaltet ist, dass nur Kälber Zugang haben. So wird sichergestellt, dass die schwächsten Stücke im Rudel ihr Futter erhalten, ohne von älterem, ranghöherem Rotwild verdrängt zu werden.
Kaliber
Die Größe des Laufdurchmessers bei Feuerwaffen, angegeben in Millimetern oder Zoll. Bei Büchsen bezeichnet das Kaliber zugleich die passende Patrone; bei Flinten gibt die Kaliberzahl an, wie viele Rundkugeln des Laufdurchmessers sich aus einem englischen Pfund Blei gießen lassen.
kalt
Eine Fährte oder Spur, die mindestens zwei Stunden alt ist, heißt kalt. Frische Fährten bezeichnet der Jäger als warm; für Schweißhunde gehört die Arbeit auf der kalten, über Nacht gestandenen Fährte zu den anspruchsvollsten Aufgaben.
Kamm
Der obere Teil des Halses beim Schwarzwild bzw. die langen Kammborsten, die ein gereiztes Stück aufrichtet. Das Aufrichten des Kammes ist ein deutliches Droh- und Erregungszeichen, etwa beim gestellten Keiler.
Kampfflug
Der Jagdflug des Beizvogels, wenn er sich mit weit ausholenden, wiegenden Schwingenschlägen auf das Wild stürzt, von dessen Stärke und Gefährlichkeit er überzeugt ist. Auch Imponierflug genannt.
kapital
Ein ungewöhnlich starkes, reifes Stück Wild nennt der Jäger kapital, meist mit Blick auf die Trophäe. Ein kapitaler Hirsch oder Bock übertrifft den Durchschnitt deutlich; für herausragende Stücke ist auch die Vorsilbe Haupt- gebräuchlich, etwa Haupthirsch.
Kappe
Die Lederhaube des Beizvogels in der Falknerei. Der verhaubte Vogel bleibt ruhig, weil er nichts sieht; das Aufsetzen der Kappe nennt der Falkner verkappen oder verhauben.
Karkasse
Das Gerippe von Tieren, insbesondere die verbleibenden Rumpfknochen nach dem Auslösen des Wildbrets. In der Wildbretküche dient die Karkasse als Grundlage für Fonds und Suppen.
Kasten
Der Rumpf des Rotwildes. Ein Hirsch mit tiefem, kräftigem Kasten gilt als körperstark; der Begriff wird vor allem beim Ansprechen des Wildkörpers verwendet.
Kastenfalle
Ein kastenförmiges Fanggerät, mit dem Raubwild und Raubzeug lebend gefangen werden. Als Lebendfalle muss sie unversehrt fangen und regelmäßig kontrolliert werden — im Unterschied zur Totschlagfalle tötet sie nicht; Einzelheiten regelt das Jagdrecht je nach Bundesland.
Katz
Das weibliche Murmeltier bzw. die weibliche Wildkatze, auch Kätzin genannt. Beim Murmeltier heißt das männliche Stück Bär und das Jungtier Affe.
keckern
Die knurrende, keifende Lautäußerung von Luchs, Marder und Iltis. Auch der Fuchs keckert, etwa wenn sich Rüden während der Ranz streiten.
Kegel
Die aufrechte Körperhaltung von Hase, Kaninchen und Wiesel, bei der der Vorderkörper hochgehoben wird und die Vorderläufe den Boden nicht mehr berühren. Das sogenannte Männchen-Machen dient dem Sichern: Das Tier äugt und windet dabei.
Kehlbart
Die langen Federn an der Kehle von Auer-, Trapp- und Truthahn. Der Auerhahn sträubt den Kehlbart während der Balz; der aus Haaren gebundene Gamsbart stammt dagegen vom Rücken des Gamswildes.
Keiler
Das männliche Stück Schwarzwild. Starke Keiler leben außerhalb der Rauschzeit meist einzeln als Einzelgänger; ihre Waffen, das Gewaff, bestehen aus den unteren Gewehren und den oberen Haderern.
Keimruhe
Die teils monatelange Unterbrechung der Embryonalentwicklung, auch Eiruhe oder Vortragezeit genannt. Sie verlängert die Tragzeit etwa bei Rehwild, Dachs, Marder, Hermelin und Seehund, damit die Jungen im klimatisch günstigen Frühjahr zur Welt kommen — Prüfungsklassiker ist die Keimruhe des im Sommer beschlagenen Rehwildes.
Kelle
Der breite, unbehaarte Schwanz des Bibers. Er dient beim Schwimmen als Steuer und als Fettspeicher; mit dem Kellenschlag auf das Wasser warnt der Biber seine Artgenossen vor Gefahr.
Kern
Der Körper des Raubwildes nach dem Entfernen von Balg, Schwarte oder Decke. Der Begriff wird vor allem beim Fuchs verwendet: Nach dem Streifen des Balges bleibt der Kern zurück.
Kessel
Das Lager einer Sauenrotte bzw. ein erweiterter Raum im Fuchs- oder Dachsbau. Zum Frischen legt die Bache einen ausgepolsterten Wurfkessel an; im Bau ist der Kessel der Wohnraum, den die Röhren verbinden.
Kesseltreiben
Eine Treibjagd im Felde, bei der Treiber und Schützen eine große Fläche kreisförmig umschließen und gleichmäßig auf deren Mittelpunkt zugehen. Diese Jagdart wird vor allem auf Niederwild wie Hase und Fasan angewandt und verlangt strenge Schussregeln in Richtung des Kessels.
Kette
Eine Familie jagdbarer Hühnervögel, die gemeinsam zieht. Beim Rebhuhn bleibt die Kette aus Elternpaar und Jungvögeln bis in den Winter zusammen; getrennt wird sie erst zur neuen Paarungszeit.
Keule
Die küchenübliche Bezeichnung für die Schlegel, die fleischreichen Oberschenkel des Schalenwildes. Sie liefert neben dem Rücken das wertvollste Wildbret und wird beim Zerwirken vom Rumpf getrennt.
Kimme
Der hintere Teil der offenen Visiereinrichtung an Gewehr, Pistole oder Revolver. Beim Zielen fasst der Schütze das vordere Korn mittig und höhengleich in den Einschnitt der Kimme — Kimme und Korn bilden zusammen die offene Visierung.
Kippohr
Das Ohr des Hundes, dessen Spitze nach vorn überhängt. Es steht zwischen dem aufrechten Stehohr und dem vollständig herabhängenden Behang; typisch ist das Kippohr etwa bei Terriern.
Kirchgang
Das Ziehen des Hirsches vom Felde in das Holz, also vom Äsungsplatz zurück in den schützenden Wald. Meist erfolgt der Kirchgang im ersten Büchsenlicht des Morgens und bietet dem ansitzenden Jäger eine gute Gelegenheit.
Kirrung
Das Futter, mit dem Wild — vor allem Schwarzwild — in kleinen Mengen an eine bestimmte Stelle gelockt wird, sowie dieser Ort selbst. Die Kirrung dient der Bejagung und ist von der Fütterung zu unterscheiden; Art und Menge sind je nach Bundesland geregelt.
Kitz
Das junge Stück des Reh-, Gams- und Steinwildes im ersten Lebensjahr. Beim Rehwild unterscheidet man Bock- und Geißkitze; die Jungtiere der Hirscharten wie Rot- und Damwild heißen dagegen Kälber.
klagen
Die Lautäußerung des Wildes bei Schmerz oder Angst. Krankgeschossenes oder gefangenes Wild klagt; der Jäger nutzt dieses Wissen auch umgekehrt: Mit Instrumenten wie der Hasenklage wird das Klagen nachgeahmt, um Raubwild anzulocken.
klappern
Das Geräusch, das ein angeschweißter, also krank geschossener Keiler mit seinen Gewehren, den Waffen des Unterkiefers, verursacht. Bei der Nachsuche ist es ein deutliches Warnzeichen und mahnt zu größter Vorsicht.
klatschen
Das Geräusch, das Auerhahn und Tauber mit den Flügeln erzeugen. Beim Tauber, dem männlichen Stück der Wildtauben, gehört das Flügelklatschen zum Balzflug; auch der abstreichende Auerhahn ist an dem lauten Klatschen zu erkennen.
Klaue
Die Nägel des Haarraubwildes, der Greifvögel und des Hundes. Die Jägersprache grenzt ab: Schalenwild tritt auf Schalen, während Fuchs, Dachs, Habicht und Hund Klauen tragen. Bei Greifvögeln sitzen die Klauen an den Fängen.
klimmen
Der Beizvogel fliegt in die Höhe. Der Begriff stammt aus der Falknerei und beschreibt das Aufsteigen des Vogels, etwa wenn der Falke vor dem Stoß auf die Beute zunächst Höhe gewinnt.
klopfen
Das Schlagen des Muffelwildes mit den Vorderläufen beziehungsweise des Kaninchens mit den Hinterläufen auf den Boden. Beide Arten warnen mit dem dumpfen Klopfen ihre Artgenossen vor Gefahr, bevor sie flüchten.
Klötze
Die Hoden des männlichen Schwarzwildes. Die Jägersprache unterscheidet auch hier nach Wildarten: Beim übrigen Schalenwild spricht man von Brunftkugeln, beim Keiler von Klötzen. Beim Versorgen zählen sie zum Kurzwildbret, das zügig entfernt wird.
knappen
Die Lautäußerung des balzenden Auerhahns beziehungsweise das Aufeinanderschlagen der Schnabelhälften bei Eulen. Beim Auerhahn eröffnet das Knappen die Balzstrophe, auf die Trillern, Hauptschlag und Schleifen folgen; während des Schleifens vernimmt der Hahn kaum etwas, was der Jäger beim Anspringen nutzt.
knautschen
Ein Fehlverhalten des Jagdhundes beim Apportieren: Das gebrachte Wild wird zu stark im Fang gedrückt. Knautschen entwertet das Wildbret und gilt auf Prüfungen als Mangel; im schlimmeren Fall geht es in das Anschneiden über.
Knieper
Ein Damhirsch vom 2. Kopf, also im zweiten Geweihjahr. In der Geweihentwicklung des Damhirsches folgt der Knieper auf den Spießer; danach schiebt der Hirsch als Löffler und später als Schaufler zunehmend verbreiterte Schaufeln.
Knopf
Die kümmerliche, kurze Stange beim Rehbock und Hirsch. Knöpfe sind meist nur wenige Zentimeter lang; schiebt ein junger Bock als erstes Gehörn lediglich Knöpfe, spricht man vom Knopfbock, beim Hirsch vom Knopfspießer.
Knopfbock
Ein Rehbock, der als erstes Gehörn nur Knöpfe geschoben hat. Knopfböcke gelten als körperlich oder veranlagungsbedingt zurückgeblieben und werden im Rahmen der Hege vielerorts bevorzugt erlegt; das Gegenstück bei den Hirscharten ist der Knopfspießer.
Knopfspießer
Rot- oder Damhirsche, die als erstes Geweih nur Knöpfe statt richtiger Spieße geschoben haben. Das Gegenstück beim Rehwild ist der Knopfbock; solche Stücke gelten als in der körperlichen Entwicklung zurückgeblieben.
knören
Eine leise Lautäußerung des Rothirsches. Der tiefe, kehlige Laut ist vor allem in der Brunft zu vernehmen und deutlich verhaltener als das weithin hörbare Röhren des brunftigen Hirsches.
Knüppelfalle
Eine Falle, die Raubwild oder Raubzeug sofort tötet. Sie zählt zu den tot fangenden Fallen, im Gegensatz zu Lebendfallen wie der Kastenfalle; Bau und Einsatz von Fallen sind je nach Bundesland unterschiedlich streng geregelt.
Köder
Ein Lockmittel, das beim Fang von Raubwild und Raubzeug in oder an der Falle verwendet wird. Davon zu unterscheiden ist das Luder: ein totes Tier, das zum Anlocken von Raubwild am Luderplatz ausgelegt wird.
ködern
Das Anlocken von Raubwild mit einem Lockmittel. Geködert wird vor allem bei der Fallenjagd, um Fuchs, Marder und anderes Raubwild an die Falle zu bringen; die Fallenjagd ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Kolben
Der hintere Teil des Schaftes am Gewehr. Der Kolben liegt beim Anschlag an Schulter und Wange des Schützen an; seine Maße entscheiden mit darüber, ob die Waffe dem Schützen liegt.
Kolben
Das Gehörn oder Geweih, solange es während des Wachsens, des Schiebens, mit Bast überzogen ist. Ein Hirsch mit wachsendem Geweih steht im Kolben und wird Kolbenhirsch genannt; nach dem Verfegen des Bastes ist das Geweih fertig ausgebildet.
kollern
Die Lautäußerung des balzenden Birkhahns. Das blubbernde Kollern ist bei der Frühjahrsbalz weit zu hören und wird vom Zischen, dem sogenannten Blasen, unterbrochen; die Balz findet meist auf traditionellen Balzplätzen im offenen Gelände statt.
Kondition
Der Ernährungszustand des Wildes. Beim Ansprechen wird die Kondition etwa an Körperfülle und Haarkleid beurteilt; sie ist von der Konstitution zu trennen, die die angeborene, dauerhafte körperliche Verfassung eines Stückes bezeichnet.
Kontrast
Die Fähigkeit einer Optik, Helligkeitsunterschiede erkennbar zu machen. Bei dunklem Hintergrund oder in der Dämmerung ist der Kontrast entscheidend, etwa um ein Wildschwein vor dunklem Fichtenwald auszumachen; hochwertige Gläser bilden solche Unterschiede deutlich besser ab.
Kopf
Beim Federwild und beim zum Niederwild zählenden Haarwild – ausgenommen das Rehwild, das ein Haupt trägt – bleibt der Kopf schlicht Kopf. Daneben dient das Wort als Altersangabe männlicher Hirscharten: Ein Hirsch vom 2. Kopf trägt sein zweites Geweih.
Koppel
Die lederne Leine zum Führen mehrerer Hunde beziehungsweise der Gurt, an dem Hirschfänger oder Waidblatt getragen werden. Auch mehrere zusammengekoppelte Hunde werden als Koppel bezeichnet, etwa bei der Koppeljagd.
Korn
Der vordere Teil der Zielvorrichtung eines Gewehres, einer Pistole oder eines Revolvers. Zusammen mit der Kimme bildet das Korn die offene Visierung; beim Zielen sitzt das Korn mittig und gestrichen in der Kimme.
Kragen
Das lange Haar am Träger, also am Hals des Hirsches. Besonders in der Brunft ist der Kragen des Rothirsches als dunkle Mähne deutlich ausgeprägt und dient beim Ansprechen mit als Hinweis auf ein reiferes Stück.
Krähe
Als Krähe wird hier die Aaskrähe bezeichnet, also Raben- und Nebelkrähe; Saatkrähe und Dohle sind eigene Arten mit abweichendem rechtlichen Status. In Mitteleuropa tritt die Aaskrähe als ganz schwarze, überwiegend westlich verbreitete Rabenkrähe und als grau-schwarze, überwiegend östlich verbreitete Nebelkrähe auf; je nach taxonomischem System gelten beide als Unterarten oder als eng verwandte Arten. In der Kontaktzone kommen Mischformen vor. Aaskrähen sind außerordentlich anpassungsfähig, gesellig und lernfähig. Außerhalb der Brutzeit leben besonders Jungvögel und Nichtbrüter gesellig und nutzen gemeinschaftliche Schlafplätze, während Brutpaare territorial bleiben. Aaskrähen können örtlich den Schlupf- und Aufzuchterfolg von Bodenbrütern mindern; ein begrenzender Einfluss auf den Gesamtbestand ist dagegen wesentlich seltener nachgewiesen. Eine Bestandswirkung der Bejagung ist vor allem bei gezielter, intensiver und längerfristiger Prädatorensteuerung belegt – gelegentliche Abschüsse senken die örtliche Krähendichte meist nicht dauerhaft. Die Rechtslage ist in beiden Ländern uneinheitlich. In Deutschland steht die Aaskrähe nicht in der Wildartenliste des Bundesjagdgesetzes; mehrere Bundesländer haben sie dem Landesjagdrecht unterstellt und Jagdzeiten festgesetzt, andernorts greifen naturschutzrechtliche Ausnahmen. In Österreich regeln die Landesjagdgesetze ihre Stellung ebenfalls unterschiedlich – von der Führung als Wild mit Schonzeit bis zur ganzjährigen Schonung mit befristeten Ausnahmeverordnungen. Maßgeblich ist stets die aktuell geltende Regelung. Der Ruf ist das bekannte, raue Krächzen, das je nach Zusammenhang als Warnung, Kontaktruf oder beim gemeinsamen Hassen auf einen Beutegreifer dient. Dieses Hassverhalten nutzt das feindliche Lockbild, etwa mit einer Uhu- oder Fuchsattrappe. Davon zu unterscheiden ist das freundliche Lockbild: Krähenattrappen täuschen vor dem getarnten Ansitz einen sicheren, ergiebigen Nahrungsplatz vor.
Krähenhütte
Ein am Boden befindlicher, getarnter Sitz zur Ausübung der Hüttenjagd. Aus der Deckung heraus bejagt der Jäger Krähen, die mit Lockbildern oder Lockrufen herangeholt werden; gute Tarnung ist entscheidend, da Krähen äußerst wachsam sind.
krankschießen
Ein Stück Wild mit dem Schuss nur verwunden statt es zu erlegen. Krankgeschossenes Wild löst die Pflicht zur Nachsuche aus: Der Anschuss wird markiert, danach kommt ein brauchbarer Nachsuchenhund zum Einsatz, um dem Stück unnötige Leiden zu ersparen.
Kreisjagd
Eine vor allem in Süddeutschland und Österreich übliche Bezeichnung für das Kesseltreiben bei Gesellschaftsjagden. Dabei umstellen Schützen und Treiber eine Fläche kreisförmig und rücken nach innen vor; klassisch wird so Niederwild wie Hase und Fasan bejagt.
krellen
Wild ist gekrellt, wenn der Schuss durch die Dornfortsätze am Rückgrat geht. Beim Krellschuss stürzt das Stück meist wie tot zusammen, wird aber oft rasch wieder hochflüchtig; deshalb ist auch scheinbar liegendes Wild aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls nachzusuchen.
Krellschuss
Ein Krellschuss ist ein Treffer an einem oder mehreren Dornfortsätzen der Wirbelsäule, ohne das Rückenmark unmittelbar zu verletzen. Das Stück bricht meist schlagartig zusammen und zeigt vorübergehende Lähmungserscheinungen, kann jedoch nach kurzer Zeit wieder hochwerden und flüchten. Deshalb ist die Waffe unverzüglich wieder schussbereit zu machen. Ist ein Krellschuss zu vermuten und ein gefahrloser Schuss möglich, ist umgehend ein Fangschuss anzutragen.
Kreuztritt
Ein Fährtenzeichen beim Wild: Der Hinterlauf wird halb seitlich versetzt in den Tritt des Vorderlaufes gesetzt. Das Deuten solcher Zeichen gehört zur Fährtenlehre und hilft beim Ansprechen eines Stückes aus der Fährte.
kröchen
Die Lautäußerung des Auerhahns, wenn er misstrauisch geworden oder erschreckt worden ist. Das Kröchen ist vom Knappen der Balzstrophe zu unterscheiden und zeigt dem Jäger beim Anspringen an, dass der Hahn Verdacht geschöpft hat.
Krone
Der obere Abschluss einer Rothirschstange mit mindestens drei Enden über der Mittelsprosse; ein solcher Hirsch heißt Kronenhirsch bzw. gekrönter Hirsch. Daneben kann Krone das gesamte Gehörn des Rehbocks bezeichnen.
Kropf
Die erweiterte Speiseröhre der Vögel, in der Nahrung zwischengespeichert wird, beziehungsweise in der Falknerei die Atzung, die dem Beizvogel dargeboten wird. Nimmt der Beizvogel Nahrung auf, so kröpft er.
kröpfen
Greif- und Beizvögel nehmen Nahrung auf. Der Ausdruck leitet sich vom Kropf ab, der erweiterten Speiseröhre der Vögel; in der Falknerei lässt der Falkner seinen Vogel nach erfolgreicher Beize an der Beute kröpfen.
Krucken
Das Gehörn des Gamswildes, auch Krickeln genannt. Beide Geschlechter tragen Krucken; die hakenförmig gebogenen Hornschläuche werden nicht abgeworfen, sondern wachsen zeitlebens und zeigen Jahrringe, an denen sich das Alter der Gams ablesen lässt.
Kuder
Der männliche Luchs und die männliche Wildkatze. Das weibliche Stück beider Arten wird Katze genannt. Luchs und Wildkatze zählen zum Haarraubwild, sind heute aber vielerorts ganzjährig geschont.
Kugel
Ein einzelnes Geschoss, das aus einer Büchse mit in der Regel gezogenem Lauf verschossen wird. Die Größenangabe erfolgt über die Bezeichnung des Kalibers. Im Gegensatz dazu verschießt die Flinte mit dem Schrotschuss eine Vielzahl kleiner Kugeln.
Kugellauf
Die Bezeichnung für den gezogenen Büchsenlauf eines bestimmten Kalibers. Bei kombinierten Waffen wie Bockbüchsflinte oder Drilling steht der Kugellauf dem glatten Schrotlauf gegenüber; die Züge versetzen das Geschoss in Drall und stabilisieren so seine Flugbahn.
Kugelschlag
Der dumpfe Schlag, der unmittelbar nach dem Schuss zu hören ist, wenn die Kugel den Wildkörper trifft. Der Kugelschlag ist ein wichtiges Schusszeichen: Zusammen mit dem Zeichnen des Wildes hilft er, den Treffersitz zu beurteilen.
Kümmerer
Ein männliches Stück gehörn- oder geweihtragenden Schalenwildes, das kümmert, also kränkelt und in der körperlichen Entwicklung zurückbleibt. Kümmerer sind meist auch an schwacher Trophäenbildung zu erkennen und werden im Rahmen der Hege vielerorts vorrangig erlegt.
kümmern
Eine andere Bezeichnung für das Kränkeln. Ein Stück, das kümmert, bleibt in der Körper- und meist auch in der Trophäenentwicklung hinter gesunden Artgenossen zurück; ein solches männliches Stück wird Kümmerer genannt.
Kundige Person
So heißt im EU-Lebensmittelrecht, wer eine besondere Schulung abgeschlossen hat und erlegtes Wild samt Organen auf bedenkliche Merkmale untersucht. Meist ist das ein Jäger, zwingend ist das nicht. Bei Großwild stellt die kundige Person bei unauffälligem Befund die zugehörige Erklärung aus. Entscheidend ist der Vermarktungsweg. Geht das Wild in einen Wildbearbeitungsbetrieb, folgt dort die amtliche Fleischuntersuchung – die erste Untersuchung ersetzt sie nicht. Bei der direkten Abgabe kleiner Mengen kann die amtliche Untersuchung dagegen entfallen, solange nichts auffällt; gesonderte Pflichten wie die Trichinenuntersuchung bleiben davon unberührt. Die Bezeichnung stammt aus dem EU-Recht und wird in Österreich auch national verwendet; die deutsche Tier-LMHV spricht stattdessen von der „ausreichend geschulten Person“. In Deutschland muss bei der Kleinmengenabgabe die abgebende Person selbst geschult sein; in Österreich muss die untersuchende kundige Person nicht dieselbe sein.
Kunstbau
Ein künstlich geschaffener Fuchsbau, meist aus Rohren mit einem Kessel angelegt. Der Kunstbau erleichtert die Baujagd mit Teckel oder Terrier erheblich, weil Lage, Tiefe und Röhrenverlauf dem Jäger genau bekannt sind.
kupieren
Das Beschneiden von Ohren oder Rute beim Hund. Bei einzelnen jagdlich geführten Rassen wird die Rute kupiert, um Verletzungen bei der Arbeit im Dickicht vorzubeugen; der Eingriff ist rechtlich streng geregelt und in der Öffentlichkeit teils sehr umstritten.
Kurzwildbret
Die gesamten äußeren männlichen Geschlechtsteile des Schalenwildes und des Hundes. Beim Versorgen des erlegten Stückes wird das Kurzwildbret zügig entfernt, da es andernfalls den Geschmack des Wildbrets beeinträchtigen kann.
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.
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