Jagdsignale

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Jägersprache mit Z

26 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

Zain

Der Schwanz des Dachses, auch Bürzel oder Pürzel genannt. Die Jägersprache kennt für den Schwanz je nach Art eigene Namen: Wedel beim Schalenwild, Lunte beim Fuchs, Rute beim Hund.

Zangengebiß

Ein Gebiss, bei dem die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers direkt aufeinandertreffen. Es bildet den Gegensatz zum Scherengebiss, bei dem die oberen Schneidezähne knapp über die unteren greifen; bei den meisten Jagdhunderassen gilt das Scherengebiss als Standard.

Zäpfchen

Die Spitze an den einzelnen Teilen der Hirschlosung, die in das Näpfchen, die Vertiefung des nächsten Stückes, passt. Zäpfchen und Näpfchen gelten als Merkmal der Losung des männlichen Rotwildes und helfen beim Ansprechen.

Zeichen

Zeichen ist ein jagdsprachlicher Oberbegriff für wahrnehmbare Hinweise am Wild oder im Gelände. Dazu gehören Fährtenzeichen, Pirschzeichen am Anschuss und auf der Wundfährte sowie Schusszeichen als beobachtete Reaktion des Wildes auf den Treffer.

zeichnen

Das Wild quittiert den Treffer je nach Sitz des Schusses mit besonderem Verhalten oder besonderer Bewegung. Zusammenbrechen, Hochsteigen oder Krümmen zeigen dem Schützen den Sitz des Schusses an und sind eine wichtige Grundlage für die anschließende Nachsuche.

zerlegen

Das aus der Decke geschlagene, abgeschwartete oder abgebalgte Wild für den Küchengebrauch zerkleinern. Das Zerlegen folgt auf das Zerwirken; dabei werden unter anderem Ziemer, Keulen, Blätter und Wand voneinander getrennt.

zerlegen

Eine Schusswaffe für die gründliche Reinigung oder den Transport in ihre Baugruppen oder Bauteile auseinandernehmen. Prüfungsrelevant ist die sichere Handhabung: Vor dem Zerlegen ist die Waffe stets zu entladen und zu kontrollieren.

zerwirken

Ein Stück Schalenwild aus der Decke schlagen beziehungsweise abschwarten und anschließend zerlegen. Das Zerwirken umfasst die gesamte Zerlegearbeit vom erlegten Stück bis zum küchenfertigen Wildbret und verlangt saubere, hygienische Arbeit.

ziehen

Schalenwild bewegt sich langsam und ungestört fort; auch das Fliegen der Zugvögel wird als Ziehen bezeichnet. Flüchtendes Wild zieht nicht, es flüchtet; die Gangart verrät dem Beobachter den Grad der Beunruhigung.

zielen

Das in den Anschlag gebrachte Gewehr grob über den Lauf oder genau über die Visiereinrichtung beziehungsweise Zieloptik auf ein Ziel richten. Erst wenn das Stück einwandfrei angesprochen und der Kugelfang geprüft ist, folgt der Schuss.

Zielfernrohr

Ein Zielfernrohr ist eine auf einer Schusswaffe montierte optische Zieleinrichtung, die ein vergrößertes Zielbild mit einer Zielmarke vereinigt. Zu seinem Grundaufbau gehören Objektiv, Umkehrsystem, Absehen, Okular sowie Höhen- und Seitenverstellung; eine passende Montage verbindet es wiederholgenau mit der Waffe.

Ziemer

Der Rücken des Schalenwildes. Beim Zerwirken wird der Ziemer von Wand und Keulen getrennt; er liefert mit den Rückenfilets das edelste Wildbret des Stückes.

Zitze

Die Milchdrüse zum Säugen der Jungen. Die Gesamtheit der Zitzen heißt beim Wild Gesäuge; ein führendes, also säugendes Muttertier ist vielerorts besonders streng geschont.

züchten

Von Wildenten: erfolgreich Nachwuchs großziehen. Die Wildenten haben gezüchtet, wenn die Brut geschlüpft ist und die Küken geführt werden – gemeint ist der natürliche Bruterfolg, nicht die Begattung und keine Zucht durch den Menschen.

Zug

Das Ziehen der Vögel im Frühjahr und Herbst zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet. Jagdlich bedeutsam ist etwa der Zug der Waldschnepfe oder des Wassergeflügels; nicht zu verwechseln mit den Zügen im Inneren des Büchsenlaufes.

Züge

Die eingeschnittenen, gewunden verlaufenden Vertiefungen im Inneren des Büchsenlaufes, die dem Geschoss den Drall geben. Der Drall stabilisiert das Geschoss im Flug; die erhabenen Teile zwischen den Zügen heißen Felder.

Zügel

Zügel heißen die dunklen Gesichtsstreifen bei Gams und Dachs. Bei der Gams verlaufen sie beiderseits vom Windfang über die Lichter bis zum Hornansatz; ihre Ohren heißen Lauscher. Beim Dachs ziehen die Zügel über die Seher in Richtung Gehöre und Nacken.

Zugfalke

Ein im Herbst auf dem Durchzug gefangener Falke im Jugendkleid, auch Passagefalke genannt. In der historischen Falknerei galten solche Vögel als besonders geeignet für die Abtragung; heute stammen Beizvögel in der Regel aus Zuchten.

Zunge

Die Zunge beim Schwarz- und Federwild beziehungsweise die Stellvorrichtung an hölzernen Fallen. Beim übrigen Schalenwild heißt die Zunge dagegen Lecker; eine der feinen Unterscheidungen der Jägersprache.

Zurückbleiben

Ein Fährtenzeichen des alten Rothirsches: Der Abdruck des Hinterlaufes steht hinter dem des Vorderlaufes zurück. Junge Hirsche übereilen dagegen, setzen die Hinterläufe also vor die Vorderläufe; ein wichtiges Hilfsmittel beim Ansprechen aus der Fährte.

zurücksetzen

Männliches Wild schiebt geringere Stangen oder weniger Enden als im Vorjahr. Das Zurücksetzen tritt meist im hohen Alter oder nach Krankheit und schlechter Äsung auf und ist ein wichtiges Kriterium beim Ansprechen des Trophäenträgers.

zustehen

Die Annäherung des Wildes zum Jäger hin, besonders bei der Lockjagd gebräuchlich. Der gelockte Fuchs oder der brunftige Hirsch steht dem Ruf zu; der Jäger verhält sich dabei regungslos und achtet auf guten Wind.

Zwang

Hirschgerechtes Fährtenzeichen: Beim Ziehen hält bzw. drückt der Rothirsch die Schalen eng zusammen und erzeugt dadurch eine geschlossene, reine Fährte.“ SUMME: 21 OK, 17 Korrekturen, betroffene lexnr: 741, 755, 767, 813, 824, 849, 858, 878, 881, 887, 1057, 1096, 1109, 1110, 1117, 1133, 1210.

Zwangswechsel

Ein Wechsel, den das Wild wegen der Geländebeschaffenheit nehmen muss, etwa wenn Wasser, Sumpf oder Abgründe ein Ausweichen unmöglich machen; auch ein künstlich angelegter Wechsel, der meist in eine Falle führt. Zwangswechsel sind für Ansitz und Fangjagd von besonderer Bedeutung.

Zwinger

Der umgrenzte Auslauf des Hundes im Freien, auch Hundezwinger genannt. Für die Zwingerhaltung von Jagdhunden gelten je nach Land tierschutzrechtliche Mindestanforderungen an Größe und Ausstattung.

Zylinderbohrung

Die Bohrung eines Schrotlaufes, die überall gleich weit ist. Sie lässt die Schrotgarbe früh streuen und eignet sich für kurze Schussentfernungen; das Gegenstück ist die zur Mündung hin verengte Würgebohrung, der Choke.

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