Start › Jagdlexikon › S
Jägersprache mit S
193 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Salzlecke
Eine Vorrichtung, meist ein Pfahl oder Stock mit aufgesetztem Lecksalz, an der dem Wild Salz dargeboten wird. Sie dient der Mineralstoffversorgung des Schalenwildes; ihre Anlage und Zulässigkeit sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Sasse
Das Lager des Hasen, eine flache, in den Boden gedrückte Mulde, in der er tagsüber regungslos drückt. Der Hase verlässt die Sasse erst im letzten Moment. Das Lager des Schalenwildes heißt dagegen Bett, das des Schwarzwildes Kessel.
Sattel
Der große, helle Fleck auf den Flanken des Muffelwidders, auch Schabracke genannt. Der Sattel ist ein Alterskennzeichen: Je älter der Widder, desto ausgeprägter und heller wird die Sattelzeichnung, was das Ansprechen erleichtert.
Satz
Die vom Hasen oder Kaninchen zur gleichen Zeit gesetzten Jungen, also ein Wurf. Häsinnen setzen mehrmals im Jahr; die Jungen eines Satzes werden vom Muttertier nur wenige Male täglich gesäugt und drücken sich sonst regungslos in der Deckung.
Sau
Die allgemeine jagdliche Bezeichnung für das Schwarzwild, unabhängig vom Geschlecht. Der Jäger spricht von Sauen, wenn er Wildschweine meint; das männliche Stück heißt Keiler, das weibliche Bache, die Jungen Frischlinge.
Sauengold
Die scherzhafte jagdliche Bezeichnung für Mais. Sie spielt darauf an, dass Mais als Kirrmaterial und in reifenden Feldern eine große Anziehungskraft auf das Schwarzwild ausübt, was regelmäßig zu Wildschäden führt.
Saufeder
Ein Spieß mit breiter Klinge und einem Holzschaft, der über Kreuz mit Riemen umwickelt ist. Die Saufeder diente historisch zum Abfangen des Schwarzwildes; die Wicklung verhinderte ein zu tiefes Eindringen der Klinge. Heute hat sie vor allem traditionelle Bedeutung.
Saugloch
Die Drüse oberhalb des Weidlochs beim Dachs. Diese Duftdrüse dient dem Markieren und der innerartlichen Verständigung und ist ein anatomisches Kennzeichen, das der Jungjäger beim Ansprechen und Versorgen des Dachses kennen sollte.
Säule
Die äußerste der zehn Schwingpennen, also der großen Schwungfedern, im Flügel des Federwildes. Wie Stoß und Spiegel gehört sie zu den Gefiederpartien, die die Jägersprache eigens benennt.
Schabracke
Eine andere Bezeichnung für den Sattel, den großen hellen Fleck auf den Flanken des Muffelwidders. Die Ausprägung der Schabracke nimmt mit dem Alter zu und dient dem Ansprechen des Widders.
Schaf
Das weibliche Stück Muffelwild. Das männliche Stück heißt Widder, der Jährling Jährlingswidder bzw. Schmalschaf, das Junge Lamm. Das Muffelwild zählt als Hornträger zum Schalenwild und damit vielerorts zum Hochwild.
Schaft
Der Federkiel eines Vogels bzw. der untere Teil eines Haares. An Schaft, Fahne und Spule lässt sich der Aufbau der Feder beschreiben; Federn und Haare geben beim Ansprechen von Rupfungen und Rissen wichtige Hinweise.
Schaft
Die hölzernen Griffteile des Gewehres, der Saufeder und des Bäreneisens. Beim Gewehr verbindet der Schaft Lauf und System mit der Schulter des Schützen; seine Passform, die Schäftung, ist entscheidend für einen sauberen Anschlag.
Schalen
Die Hufe des Schalenwildes – ihnen verdankt diese Wildgruppe ihren Namen. Zu sehen sind im Trittsiegel meist die beiden tragenden Schalen; bei tiefem Boden oder im Sprung zeichnen zusätzlich die Afterklauen ab.
schälen
Das Abziehen und Äsen der Baumrinde durch Elch-, Rot-, Dam- und Muffelwild. Schälschäden entstehen vor allem bei zu hohen Wildbeständen oder starker Beunruhigung und zählen neben Verbiss und Fegeschäden zu den wichtigsten Wildschäden am Wald.
Schalenwild
Der Sammelbegriff für alles jagdbare Wild, das Schalen, also Hufe, trägt. Dazu zählen die Hornträger wie Gams-, Muffel- und Steinwild, die Geweihträger wie Rot-, Dam-, Sika- und Rehwild sowie das Schwarzwild. Die Schalen entsprechen den Klauen der Paarhufer.
Schar
Die Vereinigung mehrerer Ketten, Schofe oder Flüge zu einem größeren Verband von Federwild. Eine Kette bilden etwa Rebhühner eines Familienverbandes, ein Schof die Wildgänse, ein Flug die Tauben oder Enten.
scharf
Die Bezeichnung für einen angriffslustigen oder mutigen Hund, etwa den raubwildscharfen Jagdhund. Daneben sind die Schalen des Wildes scharf, wenn ihre Ränder noch nicht abgenutzt sind — ein Fährtenzeichen, das auf ein jüngeres oder wenig gewandertes Stück hindeutet.
schärfen
Das Aneinanderreiben des Gewaffs beim Schwarzwild, wodurch die Waffen scharf gehalten werden, bzw. das Schneiden mit dem Jagdmesser. Vom zweiten Wortsinn leitet sich das Aufschärfen ab, das Öffnen der Bauchdecke beim Versorgen des erlegten Stückes.
Scharwild
Die Sammelbezeichnung für die Geißen, Kitze und geringen Böcke des Gamswildes, die sich zu Scharen, den Gamsrudeln, zusammenschließen. Alte Gamsböcke leben dagegen außerhalb der Brunft meist einzelgängerisch.
Schaufel
Das Geweih des Elch- und Damwildes, wenn sich die Stangenenden schaufelförmig verbreitern. Beim Damhirsch bildet sich die Schaufel meist ab dem dritten Kopf voll aus; ein Träger voll ausgebildeter Schaufeln heißt Schaufler.
Schaufler
Ein Elch- oder Damhirsch, dessen Geweihstangen Schaufeln ausgebildet haben. Beim Damwild ist der Schaufler die reife Altersstufe; jüngere Hirsche ohne Schaufelbildung werden als Spießer oder Löffler angesprochen. Beim Elch kommen neben Schauflern auch Stangenelche vor.
Scheibchen
Ein Fährtenzeichen beim Rothirsch: die obere feuchte Bodenschicht im Trittsiegel, die sich vom darunterliegenden trockenen Boden abheben lässt, wenn es nach längerer Trockenheit leicht geregnet hat. Das Scheibchen hilft, das Alter der Fährte zu bestimmen.
Scheibe
Andere Bezeichnung für den Spiegel, den hellen Fleck um das Weidloch bei Reh-, Rot- und Damwild; beim Schwarzwild außerdem die Nasenscheibe am Ende des Wurfs bzw. Gebrechs.
Scheibe
Das Zielbild beim Schießen mit Hand- oder Faustfeuerwaffen. Auf dem Schießstand wird mit Ring- und Wildscheiben trainiert; der regelmäßig geübte Scheibenschuss ist Voraussetzung für den sicheren, weidgerechten Schuss auf Wild und vielerorts für die Teilnahme an Bewegungsjagden.
Schelle
Das Augenlid des Beizvogels in der Sprache der Falknerei. Die Falknersprache kennt für den Beizvogel zahlreiche eigene Begriffe, etwa Hände für die Fänge oder Federspiel für das Lockgerät.
Scherenfalle
Eine scherenartig wirkende Knüppelfalle aus der historischen Fallenjagd. Wie andere Totschlagfallen unterliegt ihr Einsatz heute strengen rechtlichen Beschränkungen und ist je nach Bundesland weitgehend verboten oder an Sachkundenachweise gebunden.
Scherengebiß
Die Gebissform des Hundes, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers scherenartig knapp über die des Unterkiefers greifen. Das Scherengebiss gilt bei den meisten Jagdhunderassen als korrekt; Abweichungen wie Rück- oder Vorbeißer sind Zuchtfehler.
scherzen
Das Spielen des zum Hochwild gehörenden Haarwildes. Scherzende Stücke, etwa ausgelassene Rotwildkälber, zeigen dem Beobachter, dass sich das Wild ungestört und vertraut fühlt.
schieben
Die Wachstumsphase des Geweihs oder Gehörns bei Hirschen und Böcken: Der Hirsch schiebt sein neues Geweih. Während des Schiebens ist die Stange von der stark durchbluteten Basthaut umgeben, die nach dem Verfegen abgestreift wird.
Schießer
Die verächtliche Bezeichnung für einen Jagdscheininhaber, der unweidmännisch jagt und dem es nur um das Schießen geht. Der Schießer ist das Gegenbild des Weidmanns, der Hege, Brauchtum und Respekt vor dem Wild in den Mittelpunkt stellt.
Schild
Die besonders gefärbte Fläche auf der Brust von Hühnervögeln bzw. die Flügel des Fasans; daneben eine andere Bezeichnung für den Panzer, die verdickte Schwarte über Schulter und Brust des Keilers, die ihn bei Kämpfen in der Rauschzeit schützt.
schildern
Von jungen Rebhühnern: den hufeisenförmigen Brustschild ausbilden. Der Ausdruck gilt spezifisch für das Rebhuhn und bezeichnet nicht allgemein das Wachstum des Brustgefieders bei Hühnervögeln.
Schinder
Die abwertende Bezeichnung für einen Jagdscheininhaber, der kein Weidmann ist und die Regeln der Weidgerechtigkeit missachtet. Wie der Schießer steht der Schinder im Gegensatz zum weidgerechten Jäger, der Wild und Jagdhandwerk mit Respekt begegnet.
Schirm
Ein Sichtschutz für den Ansitz am Boden, meist aus Naturmaterial wie Fichtenzweigen oder aus Tarnstoff errichtet. Der Schirm verbirgt den Jäger vor dem Wild, etwa bei der Ansitzjagd am Luderplatz oder beim Ansitz auf balzendes Federwild.
Schlafbaum
Der Baum, auf dem Federwild regelmäßig übernachtet, etwa Fasane, Tauben oder Greifvögel. Die Kenntnis der Schlafbäume verrät dem Jäger viel über die Einstände seines Reviers; Fasane baumen abends zum Schlafen auf.
Schlag
Der Ruf der Wachtel, der charakteristische Wachtelschlag, bzw. das Knappen des Auerhahns in der Balz; daneben bezeichnet Schlag auch einen Typ innerhalb einer Hunderasse, etwa einen leichteren oder schwereren Schlag derselben Rasse.
Schlagbaum
Ein aus Knüppeln gebautes Fanggerät der traditionellen Fallenjagd, das sich besonders zum Fang von Mardern eignet. Wie alle Totschlagfallen unterliegt sein Einsatz heute strengen rechtlichen Vorgaben, die je nach Bundesland unterschiedlich sind.
schlagen
Der unangenehm harte Rückstoß des Gewehres beim Schuss: Eine Waffe schlägt, wenn Schäftung, Kaliber oder Anschlag nicht zusammenpassen. Daneben schlägt in der Jägersprache auch das Federraubwild seine Beute.
Schlauch
Das hohle, auf dem Stirnzapfen des Schädels sitzende Horn bei Gams-, Muffel- und Steinwild. Anders als das Geweih wird der Schlauch nicht abgeworfen, sondern wächst zeitlebens weiter; beim Gamswild bilden die Schläuche die Krucken.
schlecht
Die jagdliche Bezeichnung für ein schwaches, geringes, kränkelndes oder kümmerndes Stück Wild. Schlechte Stücke sind Hegeabschüsse: Nach dem Grundsatz der Weidgerechtigkeit werden kranke und schwache Stücke vorrangig erlegt.
Schlegel
Der Hinterschenkel des Haarwildes, auch Keule genannt. Beim Zerwirken zählt der Schlegel zu den wertvollsten Teilstücken des Wildbrets, etwa beim Reh- oder Hirschschlegel.
schlegeln
Das schnelle Schlagen mit den Läufen, wenn ein tödlich getroffenes Stück Wild verendet. Das Schlegeln ist ein wichtiges Schusszeichen: Es zeigt dem Schützen an, dass das Stück im Feuer liegt und verendet.
schleichen
Die langsame, gedeckte Annäherung des Raubwildes an seine Beute, etwa des Fuchses an die äsende Maus. Der Jäger nutzt eine vergleichbare Fortbewegung beim Pirschen, wenn er sich lautlos an das Wild heranarbeitet.
Schleier
Der Federkranz um die Augen der Weihen und Eulen. Der Gesichtsschleier verstärkt bei Eulen wie ein Schalltrichter das Gehör und ermöglicht die Ortung der Beute; namensgebend ist er für die Schleiereule.
Schleife
Die gekrümmte Luftröhre des Auerhahns. Sie ermöglicht die charakteristischen Balzlaute des Hahnes, zu denen das Knappen, der Hauptschlag und das Schleifen gehören.
schleifen
Die Lautäußerung des balzenden Auerhahns, der wetzende Schlussteil der Balzstrophe nach Knappen und Hauptschlag. Während des Schleifens ist der Hahn kurzzeitig taub gegenüber Umgebungsgeräuschen — der Moment, in dem sich der Jäger beim Anspringen nähert.
Schleimsel
Eine andere Bezeichnung für das Gewölle, die unverdaulichen Nahrungsreste wie Haare, Federn und Knochen, die Greifvögel und Eulen als Ballen hervorwürgen. Gewölle unter Schlafbäumen verraten dem Jäger Art und Nahrung des Vogels.
Schleppe
Eine künstlich gelegte Duftspur, für die ein Balg oder erlegtes Wild über den Boden gezogen wird. Auf der Schleppe wird der Jagdhund ausgebildet und geprüft, etwa bei der Haar- und Federwildschleppe. Im Unterschied zur Schweißfährte stammt sie nicht von krankem Wild.
Schleppjagd
Eine imitierte Parforcejagd, bei der hinter der Hundemeute auf einer künstlich gelegten Schleppe geritten wird. Da kein lebendes Wild gejagt wird, ist die Schleppjagd die heute übliche Form der Reitjagd mit Meute.
schliefen
Das Einkriechen von Erdhunden oder Frettchen in den Bau. Bei der Baujagd schlieft der Teckel oder Terrier in den Fuchs- oder Dachsbau, um das Wild zu sprengen. Die Eignung des Hundes wird in der Schliefenanlage geprüft.
Schloß
Die knöcherne Verbindung der beiden Beckenhälften beim Schalenwild. Beim Zerwirken wird das Schloss aufgebrochen bzw. aufgeschärft, um die Keulen zu trennen. Daneben kennt der Jäger das Schloss auch als Verschlussteil der Waffe.
Schloßtritt
Fährtenzeichen des Rotwildes: Beim Hochwerden setzt der Hirsch einen Hinterlauf in die Mitte seines Bettes; beim weiblichen Stück liegt der entsprechende Tritt außerhalb des Bettes.
Schlund
Die Speiseröhre des Schalenwildes. Beim Aufbrechen wird der Schlund abgeschärft und mit dem Geräusch entnommen; die Luftröhre heißt dagegen Drossel. Sauberes Arbeiten am Schlund ist wichtig für die einwandfreie Wildbrethygiene.
Schluß
Ein Fährtenzeichen des Rothirsches: Das Stück setzt den Hinterlauf genau in das Trittsiegel des Vorderlaufes. Der Schluss lässt Rückschlüsse auf Körperbau und Zustand des Stückes zu und gehört zum prüfungsrelevanten Wissen der Fährtenkunde.
Schmal
Bezeichnung, meist in Zusammensetzungen, für Schalenwild außer Schwarzwild im zweiten Lebensjahr, etwa Schmalreh, Schmaltier, Schmalschaf oder Schmalspießer.
schmeißen
Das Koten von Habicht und Sperber in der Jäger- und Falknersprache. Die Ausscheidungen der Greifvögel heißen Schmelz bzw. Geschmeiß; an ihnen lassen sich Horst- und Rupfplätze erkennen.
Schmelz
Die Ausscheidungen der Greifvögel, die als weiße Spritzer unter Horsten, Schlafbäumen und Rupfplätzen sichtbar sind. Das Absetzen des Schmelzes heißt bei Habicht und Sperber Schmeißen. Beim Haarwild spricht der Jäger dagegen von Losung.
schmelzen
Fachausdruck aus der Beizjagd für das Koten der Beizvögel. Die Falknerei besitzt eine eigene, sehr alte Fachsprache, in der zahlreiche Vorgänge eigene Bezeichnungen tragen.
Schnalle
Das äußere Geschlechtsteil des weiblichen Haarraubwildes und der Hündin. Der Begriff gehört zur Ansprache des Raubwildes, etwa beim Unterscheiden von Fähe und Rüde nach dem Fang oder Erlegen.
schnallen
Das Lösen des Jagdgebrauchshundes vom Riemen. Bei der Nachsuche wird der Hund geschnallt, wenn das kranke Stück auf der Riemenarbeit nicht gefunden wird und der Hund es frei hetzen und stellen soll.
schnalzen
Lautäußerung des Auerhahns in der Balz; je nach Sprachgebrauch Bezeichnung für das Knappen oder den schnalzenden Hauptschlag. Die Balzarie besteht aus Knappen, Triller, Hauptschlag und Schleifen/Wetzen.
schnarren
Das Rufen des Wachtelkönigs, ein raues, weittragendes und rhythmisch wiederholtes Knarren, das vor allem nachts aus Wiesen zu hören ist. Es unterscheidet sich deutlich vom melodischen Schlag der Wachtel.
Schnecke
Das Horn des männlichen Muffelwildes, das sich mit zunehmendem Alter schneckenförmig einrollt. Die Schnecken des Widders sind seine Trophäe; Umfang, Länge und Einrollung fließen in die Bewertung ein. Das weibliche Schaf trägt keine oder nur kleine Hörner.
Schneider
Schneider bezeichnet in der Jagdsprache einen Jäger, der bei einer Jagd ohne Beute bleibt. Die scherzhafte Bezeichnung ist nicht auf Treib- oder Ansitzjagden beschränkt; ihre Wirkung hängt vom örtlichen Brauch und vom Umgang mit dem Betroffenen ab.
Schneise
Der schmale, für jagdliche Zwecke in den Wald gehauene Weg. Schneisen schaffen freie Sicht und Schussfeld, etwa bei Drück- und Treibjagden, und werden vom Wild gern als Wechsel angenommen. Auch forstlich dienen sie der Gliederung des Waldes.
Schnepfenbart
Das feine, haarartige Büschel auf der Fettdrüse am Pürzel der Waldschnepfe. Er gilt als kleine, begehrte Trophäe der Schnepfenjagd und wird traditionell als Hutschmuck getragen.
Schnepfendreck
Der Inhalt der beiden Blinddärme erlegter Schnepfen. In der klassischen Wildbretküche galt er als Delikatesse und wurde mit dem Gescheide zubereitet und auf geröstetem Brot serviert.
Schnepfenstrich
Das Ziehen der Waldschnepfe während der Balzzeit. Der Hahn fliegt dabei in der Dämmerung mit quorrenden und puitzenden Lauten sein Revier ab. Die Jagd auf dem Strich ist heute je nach Land stark eingeschränkt oder ruht ganz.
Schnitthaar
Die Haare, die das eindringende Geschoss vom Wildkörper abtrennt und die an der Anschussstelle liegen. Als Pirschzeichen sind Schnitthaare prüfungsrelevant: Menge, Farbe und Beschaffenheit geben wichtige Hinweise auf den Sitz des Treffers und damit auf die Nachsuche.
schnüren
Die Fortbewegungsart von Fuchs, Wolf und Luchs, bei der die Pranten fast exakt hintereinander gesetzt werden, sodass die Abdrücke eine gerade Linie bilden. Das geschnürte Spurbild ist ein klassisches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der unregelmäßigeren Spur des Hundes.
Schof
Die Familie der Enten und Gänse. In der Jägersprache wird der Ausdruck auch für einen kleinen, gemeinsam ziehenden Trupp Wildenten oder Wildgänse gebraucht.
schonen
Ein Wildbestand wird pfleglich behandelt und kaum bejagt. Daneben schont Wild einen Lauf, wenn es ihn infolge einer Verletzung nicht auf den Boden aufsetzt — ein wichtiges Merkmal beim Ansprechen kranker Stücke.
Schonzeit
Die gesetzlich festgelegte Zeit, in der einzelne Wildarten weder geschossen noch gefangen werden dürfen. Sie ist das Gegenstück zur Jagdzeit und je nach Land oder Bundesland unterschiedlich geregelt; manche Arten sind ganzjährig geschont.
schöpfen
Die Wasseraufnahme bei Wild, Hund und Greifvögeln. Der Begriff gehört zu den fein unterscheidenden Ausdrücken der Jägersprache: Wild äst, Schwarzwild bricht, Raubwild frisst — Wasser wird stets geschöpft.
Schrank
Ein Fährtenzeichen des Rothirsches: Die Tritte stehen nicht genau voreinander, sondern sind seitlich nach außen gerichtet. Der breitere Schrank des Hirsches gegenüber dem Tier hilft beim Ansprechen des Geschlechts aus der Fährte.
schränken
Das kreuzweise Verbinden der Läufe erlegten Wildes, um den Transport zu erleichtern. Daneben schränkt Wild, wenn es die Läufe beim Ziehen nach außen gerichtet aufsetzt — dieses Fährtenzeichen zeigt sich im Schrank der Fährte.
schrecken
Das Ausstoßen eines Schrecklautes beim Schalenwild, wenn es gestört wurde. Bekannt ist vor allem das bellende Schrecken des Rehwildes, das oft mit Hundegebell verwechselt wird und dem Jäger meist verrät, dass er eräugt oder gewittert wurde.
schreien
Schreien bezeichnet die Brunftrufe von männlichem Rot-, Dam- und Elchwild. Beim Rothirsch gehören dazu Röhren, Orgeln und Knören; der Damhirsch rölt. Für den Elchhirsch ist keine speziellere jagdsprachliche Bezeichnung gebräuchlich.
schreiten
Das langsame, ruhige Ziehen des Rothirsches. Der Begriff beschreibt die ungestörte Gangart des vertrauten Stückes; wird das Wild beunruhigt, zieht es schneller ab oder wird flüchtig.
Schritt
Ein Fährtenzeichen des Rothirsches: der Abstand zweier aufeinanderfolgender Tritte. Der Schritt des Hirsches ist größer als der des Tieres und dient daher — zusammen mit Schrank und Trittsiegel — dem Ansprechen aus der Fährte.
Schrot
Die kleinen Metallkugeln, meist aus Blei, die in der Schrotpatrone enthalten sind und mit der Flinte verschossen werden. Schrot dient der Jagd auf Niederwild auf kurze Entfernung; für die Wasserwildjagd ist bleifreies Schrot vielerorts vorgeschrieben.
Schürze
Die längeren Haare am äußeren Geschlechtsteil des weiblichen Rehwildes. Im Winterhaar ist die deutlich sichtbare Schürze ein wichtiges Ansprechmerkmal, um weibliches Rehwild sicher vom Bock ohne Gehörn zu unterscheiden.
Schüssel
Das Lager der Trappen bzw. eine Bezeichnung für die Ohren des Schwarzwildes, für die der Ausdruck Teller besser und gebräuchlicher ist. Zum Vergleich: Der Hund hat Behang, das Schalenwild Lauscher, der Hase Löffel.
Schüsseltreiben
Das gemeinsame Essen während oder nach einer Gesellschaftsjagd. Es gehört zum jagdlichen Brauchtum, dient dem geselligen Ausklang und schließt den Jagdtag nach Streckelegen und Verblasen der Strecke ab. Der Name spielt darauf an, dass es sich um den letzten Trieb des Tages handelt, diesmal am Tisch; gebraeuchlich ist auch die Kurzform Schüsseltrieb. Traditionell werden dabei die Ereignisse des Jagdtages besprochen und Ehrungen ausgesprochen.
schußfest
Ein Hund ist schussfest, wenn er sich bei der Schussabgabe völlig ruhig verhält. Die Schussfestigkeit wird auf Jagdhundeprüfungen kontrolliert; abzugrenzen sind der schussscheue Hund, der sich erschrickt, und der schusshitzige, der vorprellt.
schußhitzig
Ein Hund ist schusshitzig, wenn er nach dem Schuss vorprellt, um selbständig zum beschossenen Stück zu gelangen. Das gilt als Gehorsamsfehler; der schussfeste Hund bleibt dagegen ruhig, bis ihn der Führer zur Arbeit schickt.
schußscheu
Ein Hund ist schussscheu, wenn er sich bei der Schussabgabe erschrickt und ängstlich reagiert. Schussscheue gilt als schwerwiegender, kaum korrigierbarer Wesensmangel; das Gegenteil ist der schussfeste Hund, der ruhig bleibt.
Schußzeichen
Alle optisch und akustisch wahrnehmbaren Zeichen, die beim Wild nach dem Erhalt des Geschosses auftreten — etwa Kugelschlag, Zeichnen des Wildes, Lautäußerungen und Pirschzeichen. Sie zeigen den Sitz des Schusses an und bestimmen das weitere Vorgehen bei der Nachsuche.
Schütte
Der Platz, an dem Futter für Schwarzwild, Fasanen und Rebhühner ausgelegt wird. Die Fütterung von Wild ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt; abzugrenzen ist die Kirrung, die gezielt der Bejagung des Schwarzwildes dient.
Schwanenhals
Eine Fangvorrichtung für Raubwild aus der Gruppe der Totschlagfallen, deren Bügelform an einen Schwanenhals erinnert. Die Fangjagd unterliegt strengen rechtlichen Vorgaben; der Einsatz solcher Fallen ist vielerorts eingeschränkt oder nicht mehr zulässig.
Schwarte
Die behaarte Haut des Schwarzwildes und des Dachses. Bei anderem Wild unterscheidet die Jägersprache: Schalenwild trägt eine Decke, Raubwild und Hase einen Balg. Das Abnehmen der Schwarte heißt Abschwarten.
Schwarzkittel
Ein anderer Ausdruck für das Schwarzwild. Er spielt auf die dunkle, borstige Schwarte der Wildschweine an und ist in der Jägersprache wie im allgemeinen Sprachgebrauch weit verbreitet.
Schwarzwild
Die weidmännische Bezeichnung für das Wildschwein. Zum Schwarzwild zählen Keiler, Bache, Überläufer und Frischling; es gehört zum Schalenwild und lebt gesellig in Rotten, die von einer Leitbache geführt werden. Schwarzwild ist trichinenuntersuchungspflichtig; die Trichine wird vor der Verwertung nachgewiesen. Zudem steht das Schwarzwild im Mittelpunkt der Bekämpfung der Schweinepest.
Schweinepest
Eine anzeigepflichtige Tierseuche des Schwarzwildes, unterschieden in Klassische (KSP) und Afrikanische Schweinepest (ASP). Die ASP verläuft für Schwarz- und Hausschweine fast immer tödlich, ist für den Menschen ungefährlich und breitet sich in Europa seit Jahren aus. Übertragen wird sie über direkten Kontakt, vor allem aber über Kadaver und kontaminierte Lebensmittelreste — weshalb weggeworfene Wurstbrote ein reales Eintragsrisiko darstellen. Für Jäger gelten in betroffenen Gebieten besondere Pflichten: Meldung von Fallwild, Kadaversuche, verschärfte Hygiene, Beprobung erlegter Stücke sowie Restriktionen bei Bewegungsjagden und beim Transport.
Schweinsrücken
Der gekrümmte Schaftrücken eines Gewehres. Die geschwungene Form erinnert an den Rücken eines Schweins und ist ein klassisches Merkmal traditioneller Jagdwaffenschäfte, vor allem bei Büchsen.
Schweiß
Das Blut von Wild und Jagdhund, sobald es aus dem Körper austritt. Farbe und Beschaffenheit des Schweißes am Anschuss geben Hinweise auf den Sitz des Treffers: Heller, blasiger Lungenschweiß unterscheidet sich deutlich von dunklem Leberschweiß.
Schweißarbeit
Die Arbeit des Hundes auf der Schweißfährte eines beschossenen Stückes Schalenwild. Sie ist der Kern jeder Nachsuche und wird meist am langen Schweißriemen geleistet; speziell dafür eingearbeitete Hunde sind die Schweißhunde.
schweißen
Das Bluten des Wildes, also das Austreten von Schweiß aus dem Wildkörper. Ein Stück, das nach dem Schuss schweißt, hinterlässt eine Schweißfährte, auf der die Nachsuche mit dem Hund ansetzt.
Schweißfährte
Die kranke Fährte eines angeschweißten Stückes Schalenwild, in der oder neben der sich Schweiß findet. Auf ihr arbeitet der Hund bei der Nachsuche; für Prüfung und Übung wird sie als künstliche Schweißfährte angelegt.
Schweißhalsung
Die breite, nicht würgende Halsung mit drehbarem Wirbel, an der der Schweißriemen eingehängt wird. Der Wirbel verhindert das Verdrehen des Riemens bei der Schweißarbeit und erlaubt dem Hund ruhiges, konzentriertes Arbeiten mit tiefer Nase.
Schweißhund
Hunderassen, die speziell für die Nachsuche auf der Schweißfährte gezüchtet und eingearbeitet sind — klassisch der Hannoversche Schweißhund und der Bayerische Gebirgsschweißhund. Sie kommen vor allem bei schwierigen Nachsuchen auf krankes Schalenwild zum Einsatz.
Schweißriemen
Der lange Riemen aus gefettetem Leder, meist sieben bis zwölf Meter, an dem der Hund auf natürlicher und künstlicher Schweißfährte arbeitet und geführt wird. Er wird an der Schweißhalsung eingehängt und verbindet Führer und Hund bei der Riemenarbeit.
Schwimmer
Die Beine des Otters und des Seehundes. Die Jägersprache benennt die Gliedmaßen je nach Wildart unterschiedlich: Schalenwild hat Läufe, Federwild Ständer, Fuchs und Luchs Pranten.
Schwinge
Die Flügel bei starkem Federwild und bei Beizvögeln. Bei kleinerem Federwild spricht man schlicht von Flügeln; die großen Schwungfedern des Beizvogels heißen in der Falknersprache Schwungpennen.
Schwungpenne
Die Schwungfeder des Beizvogels. In der Falknersprache heißen die Federn Pennen; beschädigte Schwungpennen können durch das sogenannte Schiften ausgebessert werden, damit der Vogel voll flugfähig bleibt.
Seher
Die Augen von Haarraubwild, Hase, Kaninchen und Murmeltier. Die Jägersprache unterscheidet nach Wildart: Beim Schalenwild heißen die Augen Lichter. Solche Begriffspaare sind klassischer Stoff der Jägerprüfung.
Sehfeld
Der Wert einer Optik, der angibt, wie viele Meter Breite auf 100 Meter Entfernung überblickt werden. Ein großes Sehfeld erleichtert das schnelle Auffinden des Wildes, besonders bei geringer Vergrößerung und auf Bewegungsjagden.
Sensel
Die Außenflächen der Schalen beim Schalenwild. Der wenig gebräuchliche Ausdruck gehört zur Fährtenlehre, in der die einzelnen Teile der Schale für das genaue Ansprechen der Fährte eigene Namen tragen.
setzen
Das Gebären bei allem Schalenwild außer dem Schwarzwild sowie bei Hase, Kaninchen und Seehund. Das Schwarzwild frischt, Raubwild wölft oder wirft je nach Art. Die zugehörige Zeit ist die Setzzeit, in der Muttertiere besonderen Schutz genießen.
Setzkessel
Der Geburts- und erste Aufenthaltsort der Frischlinge. Die Bache legt ihn als geschützten, ausgepolsterten Kessel aus Gras und Zweigen an; störungsarme Einstände sind in dieser Zeit für das Schwarzwild besonders wichtig.
Setzröhre
Eine Röhre außerhalb des eigentlichen Baus, in der die Kaninchenhäsin ihre Jungen setzt und aufzieht. Die Häsin verschließt den Eingang, wenn sie die Jungen verlässt, und schützt die Nestlinge so vor Feinden.
Setzzeit
Die Zeit, in der weibliches Schalenwild — mit Ausnahme des Schwarzwildes — sowie Hase und Kaninchen die Jungen gebären. In der Setzzeit gelten vielerorts besondere Schutzbestimmungen, etwa Leinenpflicht für Hunde und Einschränkungen für Störungen im Revier.
Seuche
Eine Erkrankung, die sich in einem Wildbestand rasch ausbreitet und ihn großflächig gefährden kann. Für eine Reihe von Tierseuchen besteht Anzeigepflicht; wer den Ausbruch feststellt oder auch nur den Verdacht hat, muss unverzüglich das Veterinäramt verständigen. Für die Jagd bedeutsam sind vor allem die Afrikanische und Klassische Schweinepest, die Tollwut, die Aujeszkysche Krankheit und die Räude. Auffälliges Verhalten, unerklärliches Fallwild und Häufungen kranker Stücke sind daher stets zu melden — die Beobachtung des Jägers ist ein wichtiger Teil der Früherkennung.
Sichel
Der Stoß des Birkhahnes. Die leierförmig nach außen gebogenen äußeren Stoßfedern, die Sicheln, sind eine begehrte Trophäe und schmücken traditionell den Hut des Erlegers.
Sichelrute
Die Rute eines Hundes, die in ihrer gesamten Länge gleichmäßig gekrümmt ist. Der Begriff stammt aus der Formbewertung des Hundes; je nach Rassestandard gilt die Sichelrute als korrekt oder als Fehler.
sichern
Das Betätigen der Sicherung einer Schusswaffe, um eine versehentliche Schussabgabe der geladenen Waffe zu verhindern. Die gesicherte Waffe ersetzt keinen sorgfältigen Umgang: Die Mündung zeigt stets in eine sichere Richtung.
sichern
Wild prüft aufmerksam seine Umgebung mit Augen, Nase und Lauschern. Bevor es etwa auf eine Freifläche zieht, sichert es meist ausgiebig; das kurze Innehalten dabei nennt der Jäger Verhoffen.
Sicherung
Die Vorrichtung, die eine Schusswaffe gegen ungewolltes Auslösen blockiert; auch Fallen besitzen eine Sicherung. Der sichere Umgang damit gehört zu den Grundlagen der Waffenhandhabung und ist fester Bestandteil der Jägerprüfung.
Sichtlaut
Der Hetzlaut des Hundes hinter Wild, das er mit den Augen wahrnimmt. Er ist abzugrenzen vom Spurlaut, den der Hund auf der Spur ohne Sichtkontakt gibt, und vom Standlaut am gestellten Stück.
sitzen
Schalenwild — mit Ausnahme des Schwarzwildes — ruht sich aus; daneben hält sich der Dachs im Bau auf, und auch das Brüten des Federwildes wird als Sitzen bezeichnet. Der Ruheplatz des Schalenwildes ist das Bett.
Skeet
Eine Disziplin des jagdlichen Flintenschießens, bei der die Wurftauben aus zwei Türmen — Hochhaus und Niederhaus — geworfen werden. Der Schütze durchläuft dabei mehrere Stände; abzugrenzen ist das Trap-Schießen, bei dem die Tauben vom Schützen weg geworfen werden.
Speck
Das Fett des Seehundes. Die dicke Speckschicht schützt das Tier im kalten Wasser vor Auskühlung; das Fett des übrigen Wildes bezeichnet die Jägersprache dagegen als Feist.
Spiegel
Die hellen Haare um das Weidloch bei Rot-, Dam- und Rehwild, daneben der weiße Fleck am Flügelbug von Auer- und Birkhahn sowie die Querbinden auf den Schwingen mancher Vogelarten, etwa der Ente. Beim Rehwild im Winterhaar hilft die Form des Spiegels beim Ansprechen des Geschlechts.
Spiel
Der Stoß des Birkhahns und – nach verbreitetem, jedoch nicht einheitlichem jagdsprachlichem Gebrauch – auch des Fasans, also deren Schwanzfedern. Spiel kann als artspezifischer Name für den Stoß verwendet werden; manche Lehrwerke führen es anstelle von Stoß. Die sichelförmig nach außen gebogenen äußeren Federn des Birkhahnspiels heißen Sicheln.
Spieß
Eine endenlose Gehörn- oder Geweihstange ohne jede Verzweigung. Ein Stück, das beidseitig nur Spieße trägt, wird Spießer genannt — beim Rot- und Rehwild typischerweise der junge Hirsch bzw. Bock vom ersten Kopf.
Spinne
Spinne heißt das Gesäuge beim Rehwild und bei den Hirscharten. Es ist besonders während der Säugezeit ein wichtiges Ansprechmerkmal, aber nicht ganzjährig zuverlässig sichtbar. Ein deutliches Gesäuge belegt zudem nicht sicher, dass das zugehörige Jungtier noch lebt.
spissen
Die Lautäußerung des balzenden Haselhahns. Der hohe, feine Pfiff lässt sich mit einem Haselhuhnpfeifchen nachahmen, mit dem der Hahn bei der Jagd angelockt werden kann.
spitz
Ein Beizvogel in zu tiefer, also abgemagerter Kondition; daneben steht Wild spitz, wenn der Jäger nur dessen Vorder- oder Rückseite sieht. Auf spitz stehendes Wild wird kein Schuss angetragen, weil keine sichere Trefferlage gegeben ist.
Sporn
Eine andere Bezeichnung für den Dorn, den hornigen Fortsatz am Ständer etwa des Fasanenhahns. An Länge und Form des Sporns lässt sich das Alter des Hahns grob ansprechen.
sprengen
Das Wild mit Hilfe eines Jagdgebrauchshundes veranlassen, Bett, Kessel oder Bau zu verlassen. Daneben bezeichnet der Begriff das Treiben der Ricke durch den Bock während der Brunft, das dem Beschlag vorausgeht.
springen
Das Heranwechseln des Rehbocks auf das Blatten hin; außerdem überwinden Luchs, Wildkatze, Marder, Hase und Kaninchen springend ein Hindernis. Springt der Bock zu, bestätigt das dem Blattjäger, dass Ton und Stand richtig gewählt sind.
Sprosse
Ein Ende am Gehörn oder Geweih. Beim Rothirsch tragen die Sprossen eigene Namen — Augsprosse, Eissprosse, Mittelsprosse — und ihre Zahl bestimmt die Endenzahl, nach der ein Hirsch etwa als Zehnender angesprochen wird.
Sprung
Der Zusammenschluss von mindestens drei Stücken Rehwild. Vor allem im Winter schließt sich Rehwild zu Sprüngen zusammen; bei Rot- und Damwild spricht man dagegen vom Rudel, beim Schwarzwild von der Rotte.
Spur
Die Abdrücke der Pfoten des Haarwildes. Bei Bär, Wolf und Luchs spricht man jedoch wie beim Schalenwild von der Fährte, beim Federwild vom Geläuf. Aus der Spur liest der Jäger Wildart, Richtung und oft auch Alter des Abdrucks.
spüren
Das Suchen oder Wahrnehmen einer Spur. Der Jäger spürt etwa Raubwild bei Neuschnee, um Vorkommen und Wechsel festzustellen; das planmäßige Abspüren des Reviers nach Neuschnee dient auch der Bestandserfassung.
Spurlaut
Der Hetzlaut des Hundes auf der Spur, ohne dass er Sichtkontakt zum Wild hat. Spurlaut ist etwa bei Bracken und Stöberhunden erwünscht; abzugrenzen sind der Sichtlaut am eräugten Wild und der Standlaut am gestellten Stück.
spursicher
Die Eigenschaft eines Jagdgebrauchshundes, einer Spur oder Fährte sicher und ohne Abkommen zu folgen. Spursicherheit wird auf Prüfungen etwa an der Hasenspur bewertet und ist die Grundlage jeder verlässlichen Nachsuchenarbeit.
Staart
Der Stoß des Beizvogels in der Falknersprache, also seine Schwanzfedern. Gebräuchlich sind auch Zusammensetzungen wie Staartpennen für die einzelnen Stoßfedern.
Stand
Die Anzahl des Schalenwildes in einem Revier, außerdem der Ort, an dem Auer- oder Trappenhahn regelmäßig balzt, sowie der Platz, den ein Schütze bei einer Treibjagd zugewiesen bekommt. Der zugewiesene Stand darf während des Treibens aus Sicherheitsgründen nicht verlassen werden.
Standarte
Der Schwanz des Fuchses oder des Wolfes; beim Fuchs ist daneben der Ausdruck Lunte gebräuchlich. Die weiße Spitze der Fuchslunte heißt Blume — so wie auch der Schwanz des Hasen Blume genannt wird.
Ständer
Die Beine von Schnepfe, Bekassine und Rebhuhn. Allgemein bezeichnet die Jägersprache die Beine des Federwildes als Ständer; das Schalenwild hat dagegen Läufe, Fuchs, Wolf und Luchs haben Pranten.
Standhauer
Ein schwerer, kurzer Hirschfänger. Er zählt zu den kalten Waffen des Jägers und diente früher vor allem auf der Saujagd zum Abfangen wehrhaften Wildes; heute hat er überwiegend traditionelle Bedeutung.
Standlaut
Standlaut gibt der Jagdhund an lebendem Wild, das sich gestellt hat oder von ihm gebunden wird. Er kann einsetzen, ohne dass zuvor Spur- oder Sichtlaut zu hören war.
Standvisier
Ein feststehendes Büchsenvisier, das für eine bestimmte Entfernung eingeschossen ist. Es bildet die offene Visierung vieler Jagdbüchsen; im Unterschied dazu lassen sich Klapp- und Schiebevisiere auf mehrere Entfernungen einstellen.
Standvögel
Vögel, die Winter wie Sommer in der Nähe ihrer Brutplätze bleiben. Ihnen stehen die Zugvögel gegenüber, die zum Überwintern in andere Gebiete ziehen, sowie die Strichvögel, die nur kleinräumig umherstreichen.
Standwild
Wild, das sich ständig in einem Revier aufhält. Das Gegenstück ist das Wechselwild, das nur zeitweise ein- und auswechselt. Nur mit gesundem Standwild lässt sich ein Bestand planmäßig hegen und bejagen.
Stange
Eine Hälfte des Gehörns oder Geweihs. Die Stangen wachsen aus den Rosenstöcken, werden jährlich abgeworfen und neu geschoben; ihre Enden heißen Sprossen, ihre Oberfläche zeigt Perlung und Furchen.
Stangenelch
Ein Elchhirsch ohne Veranlagung zur Schaufelbildung, dessen Geweih nur aus Stangen mit Sprossen besteht. Er steht dem Schaufelelch gegenüber; beide Geweihformen kommen nebeneinander in denselben Beständen vor.
Stänker
Die scherzhafte Bezeichnung für den Iltis. Sie spielt auf das übelriechende Sekret seiner Analdrüsen an, das er bei Gefahr zur Verteidigung verspritzt; daher trägt der kleine Marderartige seinen volkstümlichen Beinamen.
stark
Die weidmännische Bezeichnung für groß oder schwer, etwa beim starken Hirsch oder der starken Sau. Das Gegenteil ist gering; bezogen auf den Ernährungszustand sagt der Jäger auch, ein Stück stehe gut im Wildbret.
stäuben
Das Koten der Hühnervögel; daneben steht der Ausdruck auch für das Hudern, das Baden im Sand oder Staub. Kot- und Huderplätze verraten dem Jäger, wo Fasan oder Rebhuhn regelmäßig einstehen.
stechen
Stechen bezeichnet bei der Waldschnepfe das Wurmen mit dem Stecher, beim Dachs das Wurzeln nach Nahrung und beim Jagdhund das Herausstoßen eines Hasen aus der Sasse.
stechen
Stechen ist das Spannen des Stechschlosses, wodurch sich das Abzugsgewicht stark verringert. Das Rückgängigmachen heißt Entstechen; Entspannen bezeichnet dagegen das Lösen der Spannung der Waffenschlosse, bei Handspannwaffen mithilfe des Handspanners.
Stecher
Die Abzugseinrichtung einer Büchse, mit der das Stechschloss gespannt wird. Der eingestochene Abzug löst mit sehr geringem Widerstand aus und ermöglicht ein feines Abkommen; gebräuchlich sind unter anderem Doppelzüngelstecher und Rückstecher.
Stecher
Der Schnabel aller schnepfenartigen Vögel. Mit dem langen, empfindsamen Stecher sticht oder wurmt die Waldschnepfe im weichen Boden nach Würmern; die bewegliche Schnabelspitze ertastet dabei die Beute.
stecken
Schwarz- oder Raubwild hält sich in einer Deckung auf. Der Jäger sagt etwa, die Sauen stecken im Schilf; steckendes Wild verlässt die Deckung oft erst, wenn Stöberhunde es sprengen.
stehen
Waldhühner sitzen auf Bäumen, der Jagdgebrauchshund verharrt vor Wild, Beizvögel sitzen auf einem Gegenstand, und weibliches Schalenwild steht, wenn es den Beschlag zulässt. Beim Vorstehhund ist das feste Vorstehen ein prüfungsrelevantes Anlageverhalten.
Steig
Ein Pass im Getreide, also ein regelmäßig benutzter Wechsel des Wildes durch ein Getreidefeld. Solche Steige verraten dem Jäger, wo Niederwild und anderes Wild ein- und auswechselt.
steigen
Gams- und Steinwild klettern im Gebirge nach oben. Der Begriff gehört zur Sprache der Gebirgsjagd; das sichere Steigen im Fels ermöglichen die besonderen Schalen mit hartem Rand und weichem Ballen.
Steine
Die Hoden des männlichen Schwarzwildes. Beim übrigen männlichen Schalenwild spricht der Jäger vom Kurzwildbret; die Begriffe spielen beim Ansprechen und beim Versorgen des erlegten Stückes eine Rolle.
Steingeiß
Das weibliche Stück Steinwild. Der männliche Vertreter ist der Steinbock, das Jungtier das Steinkitz; Steinwild gehört zum Schalenwild und lebt im Hochgebirge oberhalb der Waldgrenze.
Steiß
Der Schwanz der Bekassine und anderer Federwildarten mit sehr kurzem Schwanz. Bei größeren Federwildarten ist allgemein die Bezeichnung Stoß gebräuchlich; daneben bestehen artspezifische Namen wie Spiel beim Birkhahn und Fasan sowie Fächer beim Auerhahn.
stellen
Eine Falle wird zum Fang vorbereitet; daneben veranlasst ein Jagdgebrauchshund starkes oder wehrhaftes Wild zum Stehenbleiben. Das gestellte Stück verbellt der Hund mit Standlaut, bis der Hundeführer herankommt.
Stellholz
Ein Teil der Abzugsvorrichtung mancher Fallen. Es hält die gespannte Falle in Fangstellung und löst aus, sobald das Wild es berührt; die Fangjagd setzt vielerorts eine besondere Ausbildung und Zulassung voraus.
Stemmer
Die Nagezähne des Bibers. Mit den ständig nachwachsenden Stemmern fällt der Biber auch starke Bäume; der Biber unterliegt vielerorts nicht dem Jagd-, sondern dem Naturschutzrecht.
Stern
Eine andere Bezeichnung für die Iris des Auges, gebräuchlich vor allem beim Jagdhund. Die Farbe des Sterns wird bei der Formbewertung des Hundes mit beurteilt.
Stich
Die Halsgrube an der Vorderseite der Brust bei allem Haarwild. In den Stich wird beim Abfangen mit der kalten Waffe eingestochen, um ein krankes Stück schnell zu erlösen; daher stammt der Name.
stieben
Das schnelle Fliegen der Rebhühner. Eine aufgehende Kette stiebt förmlich auseinander; das plötzliche, laute Abfliegen dicht über dem Boden macht die Flintenjagd auf Rebhühner besonders anspruchsvoll.
Stöberhund
Ein Jagdhund, der Dickungen, Schilf und unübersichtliches Gelände planmäßig durchsucht und das Wild in Bewegung bringt. Er arbeitet meist im Umkreis des Führers und gibt bei Sichtkontakt Laut. Im Gegensatz zum Brackierhund jagt er kurz und eng, nicht weiträumig.
Stöbern
Das planmäßige Durchsuchen von Dickungen, Schilf und deckungsreichem Gelände durch den Hund, um Wild aufzuspüren und in Bewegung zu bringen. Es ist die Grundlage der Bewegungsjagd auf Schalenwild und der Buschierjagd. Der Hund soll dabei ausdauernd, laut und selbstständig arbeiten.
stochern
Das unsichere, zögerliche Arbeiten des Vorstehhundes. Der stochernde Hund arbeitet die Witterung nicht flott und planmäßig aus; auf Prüfungen gilt Stochern als Mangel in der Suchenarbeit.
Stoß
Die allgemeine Bezeichnung für den Schwanz der größeren Federwildarten. Daneben bestehen artspezifische Namen: beim Birkhahn und beim Fasan das Spiel, beim Auerhahn der Fächer. Sehr kurze Schwänze wie bei der Bekassine heißen Steiß; beim Beizvogel dienen die Stoßfedern als Steuer im Flug.
Strecke
Die zahlenmäßige Gesamtheit der auf einer Jagd oder in einem Jagdjahr in einem Jagdbezirk erlegten Tiere. Nach einer Gesellschaftsjagd wird die Strecke nach jagdlichem Brauchtum gelegt und verblasen; die Jahresstrecke fließt in die Abschussplanung ein. Das Streckelegen folgt einer festen Ordnung nach Wildarten; den Abschluss des Jagdtages bildet das Schüsseltreiben.
Streckelegen
Das geordnete Auslegen des erlegten Wildes am Ende einer Gesellschaftsjagd. Die Stücke werden auf die rechte Körperseite gelegt und in einer festen Reihenfolge nach Wildarten geordnet: Hochwild vor Niederwild, innerhalb der Arten die stärkeren Stücke voran; Raubwild bildet den Abschluss. Jedes Stück erhält den letzten Bissen, der Schütze den Schützenbruch. Die Strecke wird von Jagdhornbläsern verblasen, wobei für jede Wildart das zugehörige Totsignal erklingt. Das Streckelegen, auch Streckenlegen genannt, ist Ausdruck der Achtung vor dem erlegten Wild und ein Kernstück jagdlichen Brauchtums.
strecken
Eine andere Bezeichnung für das Erlegen von Wild. Erlegtes Wild kommt auf die Strecke; davon leitet sich das Streckelegen ab, das brauchtumsgemäße Aufreihen des erlegten Wildes nach einer Gesellschaftsjagd.
streichen
Das Fliegen aller Federwildarten sowie das Fliegen des Beizfalken in horizontaler Richtung. Vom Streichen leiten sich Begriffe wie der Abendstrich der Enten oder der Schnepfenstrich zur Balzzeit ab.
Streife
Eine Form der Treibjagd, bei der Schützen und Treiber gemeinsam in einem nach vorne offenen Viereck vorgehen. Die Streife wird vor allem im Feld auf Niederwild wie Hase und Fasan durchgeführt; eine verwandte Form ist das Kesseltreiben.
streifen
Das Abziehen des Balges bei Hase, Kaninchen, Bisam, Wiesel, Marder, Iltis und Fuchs. Der Balg wird dabei meist schlauchförmig abgezogen; Schalenwild wird dagegen aus der Decke geschlagen, Schwarzwild und Dachs werden abgeschwartet.
streuen
Die Eigenart eines Flintenlaufs, die Schrotgarbe schlecht zusammenzuhalten. Ein stark streuender Lauf verteilt die Schrote ungleichmäßig; die Deckung der Garbe wird beim Anschießen der Flinte auf der Scheibe überprüft.
streunen
Das unbefugte und unbeaufsichtigte Umherlaufen von Hunden oder Hauskatzen in einem Revier. Streunende Tiere können Wild erheblich beunruhigen und reißen; der Umgang mit ihnen ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Strohsche Zeichen
Ein Merkmal zur Altersbestimmung beim Feldhasen: Bis etwa zum achten oder neunten Lebensmonat ist am Vorderlauf oberhalb des Handwurzelgelenks eine knorpelige Verdickung der Elle tastbar. Fehlt sie, handelt es sich um einen Althasen.
Strohsche-Zeichen
Ein Alterskennzeichen des Junghasen bis zu einem Alter von etwa acht bis neun Monaten: eine knorpelige Verdickung an der Außenseite der unteren Vorderläufe. Lässt sie sich fühlen, liegt ein Junghase vor — ein prüfungsrelevantes Merkmal beim Ansprechen erlegter Hasen.
Stück
Die allgemeine Bezeichnung für ein einzelnes Wildtier, wenn das Geschlecht nicht angegeben werden kann oder soll. Der Jäger spricht etwa von einem Stück Rotwild; auch bei Zählungen und Streckenmeldungen ist der Ausdruck üblich.
Stummelrute
Der kurze Schwanz des Luchses sowie die Rute kupierter Hunde. Das Kupieren der Rute ist heute je nach Land weitgehend verboten oder nur noch mit Ausnahmen, etwa für jagdlich geführte Hunde, zulässig.
Stümpfe
Die Spitzen der Schalen beim Rotwild. Einzelne Quellen nennen daneben die kurzen Hörner des weiblichen Muffelwildes. Mit Geweihresten oder nachwachsenden Federkielen hat der Ausdruck nichts zu tun.
stürzen
Das Zusammenbrechen des Wildes im Schuss: Das Stück stürzt im Feuer. Daneben bezeichnet stürzen auch das Gründeln der Enten, die kopfüber unter Wasser nach Nahrung suchen.
Stutzen
Eine Büchse mit kurzem Lauf. Der klassische, vor allem im Alpenraum verbreitete Stutzen trägt oft einen bis zur Mündung reichenden Vollschaft und wird im Gebirge wegen seiner Handlichkeit geschätzt.
Suche
Das planmäßige Absuchen des Geländes durch den Jagdgebrauchshund nach Wild. Vor allem beim Vorstehhund ist die weiträumige, systematische Suche im Feld eine zentrale Prüfungsdisziplin; findet der Hund Wild, zeigt er es durch Vorstehen an.
Suhle
Ein schlammiger Wassertümpel oder eine Sankuhle, in der sich Rot- und Schwarzwild wälzen, um Parasiten zu bekämpfen. Nach dem Suhlen scheuert sich das Wild an Malbäumen; Suhlen sind daher wichtige Anhaltspunkte beim Bestätigen des Wildes im Revier.
suhlen
Das Wälzen von Rot-, Sika- und Schwarzwild in der Suhle. Der Schlammpanzer hilft gegen Parasiten und Insekten und dient dem Schwarzwild auch zur Abkühlung; anschließend scheuert sich das Wild am Malbaum.
Sulze
Eine andere Bezeichnung für die Salzlecke, an der dem Wild Salz zur Deckung seines Mineralstoffbedarfs angeboten wird. Das Anlegen von Sulzen unterliegt vielerorts jagdrechtlichen Regelungen, etwa zu Standort und Abstand von Reviergrenzen.
Sumpfwild
Eine Sammelbezeichnung für Federwild, das in Sümpfen und Feuchtgebieten lebt, beispielsweise die Bekassine. Es wird damit vom Wasserwild abgegrenzt, das offene Gewässer bewohnt, etwa Enten und Gänse.
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.
Ein Angebot der NCN-NetConsulting GmbH · Facebook · Datenschutz
