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spitz
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Waffen und Schießwesen, Federwild, Jagdethik vor
Ein Beizvogel in zu tiefer, also abgemagerter Kondition; daneben steht Wild spitz, wenn der Jäger nur dessen Vorder- oder Rückseite sieht. Auf spitz stehendes Wild wird kein Schuss angetragen, weil keine sichere Trefferlage gegeben ist.
In der Praxis
Spitz steht ein Stück, wenn der Jäger es von vorn, von hinten oder in stark schrägem Winkel sieht. Die Silhouette ist dann schmal, die Blattpartie liegt hinter dem Vorderlauf verborgen, und was getroffen würde, lässt sich nicht sicher bestimmen. Auf stark spitz stehendes Wild sollte regelmäßig kein Schuss angetragen werden — nicht, weil es unmöglich wäre, sondern weil die Spanne zwischen sauberem Treffer und schwerem Krankschuss zu klein ist.
In der Praxis heißt das warten oder verzichten. Häufig dreht sich ein Stück binnen Minuten von selbst breit; Rotwild auf der Äsung wechselt die Richtung ohnehin ständig. Wer den Sitz gut gewählt hat, sieht den Wechsel quer und nicht längs — das ist einer der Gründe, warum Schussfeld und Ausrichtung der Kanzel im Sommer geprüft werden und nicht erst im Ansitz. Bricht die Zeit weg, bleibt der Verzicht die Entscheidung, die man am nächsten Morgen nicht bereut.
Das Wort hat in der Falknerei eine zweite, davon unabhängige Bedeutung: Ein Beizvogel ist spitz, wenn er in zu niedriger Kondition steht, sodass das Brustbein deutlich hervortritt — „spitz stehen“ dagegen sagt man vom Wild. Dass dasselbe Wort in zwei Teilbereichen der Jagd Verschiedenes meint, ist in der Jägersprache kein Einzelfall.
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