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Jägersprache mit T
40 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Talg
Eine andere Bezeichnung für das Feist, also das Fett des Wildes. Beim Schwarzwild heißt das Fett dagegen Schmer – ein Beispiel dafür, wie die Jägersprache nach Wildarten unterscheidet.
Tauschlag
Die Fährte oder Spur, die Wild in einer taunassen Wiese hinterlässt. Am frühen Morgen zeichnet sich der Tauschlag deutlich im Gras ab und verrät, wo Wild gezogen ist; mit dem Abtrocknen verschwindet er wieder.
Teller
Die Ohren des Schwarzwildes. Die Jägersprache unterscheidet hier genau: Das Schwarzwild hat Teller, das übrige Schalenwild Lauscher, der Hase Löffel und der Jagdhund Behang.
Tellereisen
Eine Fangvorrichtung für Raubwild, die über eine Trittplatte auslöst und den Fang des Tieres einklemmt. Wegen ihrer Tierschutzwidrigkeit ist der Gebrauch von Tellereisen heute nicht mehr zugelassen; für die Fallenjagd gelten je nach Bundesland strenge Vorgaben.
Terzel
Der männliche Greifvogel in der Sprache der Falknerei. Der Name geht auf das lateinische tertius zurück, weil das Männchen um etwa ein Drittel kleiner ist als das größere Weibchen.
Tier
Das weibliche Stück Elch-, Rot- oder Damwild, sobald es kein Kalb mehr ist. Man spricht entsprechend von Elchtier, Rottier oder Damtier; beim Rehwild heißt das weibliche Stück dagegen Ricke oder Geiß.
Tierhaken
Die Grandeln des Rottieres, also die Eckzähne im Oberkiefer des weiblichen Rotwildes. Wie die Grandeln des Hirsches sind sie ein geschätztes Erinnerungsstück und werden gern zu Trachtenschmuck verarbeitet.
Tiffe
Eine Bezeichnung für den weiblichen Fuchs. Gebräuchlicher ist der Ausdruck Fähe, der allgemein für weibliches Haarraubwild verwendet wird; das männliche Stück heißt Rüde.
Tiro!
Der Zuruf an den Schützen, wenn Federwild aufsteht oder angestrichen kommt. Er bedeutet „Schieße hoch!“ und macht bei der Gesellschaftsjagd die Schützen rechtzeitig auf anfliegendes Federwild aufmerksam.
Tiroler Bracke
Eine österreichische Laufhundrasse aus Tirol, geführt als Brackierhund und für die Schweißarbeit im Gebirge. Sie jagt spurlaut, ausdauernd und mit feiner Nase auch auf kalter Fährte. Eingesetzt wird sie vor allem auf Hase, Fuchs und Schalenwild in bergigem Revier.
Tollwut
Eine anzeigepflichtige Viruserkrankung des Zentralnervensystems, die auf alle Säugetiere und den Menschen übertragbar ist und unbehandelt tödlich verläuft. Hauptüberträger in Mitteleuropa war der Fuchs. Erkrankte Stücke verlieren die Scheu, wirken orientierungslos oder aggressiv und speicheln stark. Durch die flächendeckende Auslage von Impfködern ab den 1980er-Jahren gilt Deutschland seit 2008 und Österreich seit 2008 als frei von der klassischen Fuchstollwut. Eine Restgefahr besteht durch die Fledermaustollwut und durch illegal eingeführte Tiere aus Endemiegebieten. Verdachtsfälle sind unverzüglich zu melden.
Tontaube
Eine Wurfscheibe aus Ton für das Übungsschießen mit der Flinte. Sie wird aus Wurfautomaten in die Luft geschleudert und mit Schrot beschossen; das Wurftaubenschießen schult den Flintenschuss auf flüchtiges Federwild.
Totengräber
Ein Hund, der geschossenes Niederwild verscharrt, statt es zu apportieren. Dieses Verhalten gilt als schwerer Fehler in der Hundearbeit und führt auf Prüfungen zum Versagen im Fach Apportieren.
Totenwacht
Der Brauch bei der Einzeljagd, nach dem Erlegen still beim Stück zu verweilen und dem Wild die letzte Ehre zu erweisen. Bei der Gesellschaftsjagd entspricht dem die Streckenlegung mit dem Verblasen der Strecke.
totverbellen
Das Herbeirufen des Jägers durch anhaltendes Bellen, wenn der Hund bei der Nachsuche das verendete Stück Schalenwild gefunden hat. Der Totverbeller bleibt beim Stück; der Totverweiser kehrt dagegen zum Jäger zurück und führt ihn hin.
Totverbeller
Ein Nachsuchenhund, der beim gefundenen toten Stück bleibt und es anhaltend verbellt, bis der Führer dem Laut folgend eintrifft. Er zeigt das Wild also am Fundort an. Im Unterschied dazu kehrt der Totverweiser zum Führer zurück.
totverweisen
Das Heranführen des Jägers an das gefundene Stück: Der Hund kehrt von der Fundstelle zurück, zeigt den Erfolg durch auffälliges Benehmen oder das aufgenommene Bringsel an und führt den Jäger hin. Der Totverbeller bleibt dagegen beim Stück und gibt Laut.
Totverweiser
Ein Nachsuchenhund, der nach dem Auffinden des toten Stückes zum Führer zurückkehrt und ihn zum Wild bringt. Das Anzeigen erfolgt still oder mit Bringsel. Anders als der Totverbeller bleibt er nicht am Stück und gibt dort keinen Laut.
traben
Die mittlere Gangart bei Wolf, Fuchs und Dachs. Beim Schalenwild heißt dieselbe Gangart trollen – ein Beispiel für die feinen Unterscheidungen, die die Jägersprache je nach Wildart trifft.
Tracht
Der sich entwickelnde Embryo im Tragesack des weiblichen Wildes. Ein beschlagenes oder trächtiges Stück trägt seine Tracht aus; die Zeitspanne bis zum Setzen der Jungen heißt Tragzeit.
trächtig
Der Ausdruck für das Tragen von Jungen, in der Jägersprache nur bei niederem Haarwild und beim Hund gebräuchlich. Weibliches Schalenwild ist dagegen beschlagen oder trägt – eine Unterscheidung, die zum Prüfungswissen gehört.
tragen
Ein anderer Ausdruck für trächtig sein: Das weibliche Stück trägt seine Jungen aus. Beim Schalenwild spricht der Jäger vom beschlagenen oder tragenden Stück, bei niederem Haarwild und beim Hund von trächtig.
Träger
Der Hals bei allen Hirscharten. Der Begriff begegnet etwa im Trägerschuss, der wegen des kleinen sicher tödlichen Bereichs als riskant gilt; beim Ansprechen deutet ein starker Träger in der Brunft auf einen reifen Hirsch.
Tränengrube
Die Höhlung unterhalb der Lichter beim Rotwild, in der eine Hautdrüse sitzt. Das ausgeschiedene Sekret nennt man Hirschträne oder Hirschbezoar; besonders in der Brunft ist die Tränengrube des Hirsches deutlich ausgeprägt.
Transmission
Die Lichtdurchlässigkeit einer Optik: Gemessen wird mit Normlicht, wie viel des eintretenden Lichts das Glas wieder verlässt, getrennt nach einem Wert für Tages- und einem für Dämmerungslicht. Für den Ansitz in der Dämmerung ist eine hohe Transmission entscheidend.
Treffpunktverlagerung
Treffpunktverlagerung ist die Verschiebung der mittleren Treffpunktlage gegenüber einer unter vergleichbaren Bedingungen ermittelten Ausgangslage. Ursachen können Änderungen an Waffe, Munition, Zieloptik, Mündungsanbau oder Auflage sein; festgestellt wird sie durch den Vergleich von Schussgruppen und ist von Streukreisvergrößerung sowie Einzeltrefferabweichung zu unterscheiden.
treiben
Das Aufscheuchen von Wild durch Treiber oder Hunde, um es den Schützen zuzutreiben. Das Treiben ist Kern jeder Treibjagd; Beginn und Ende werden vielerorts mit Jagdhornsignalen angezeigt.
Treiben
Ein abgegrenzter Revierteil, der bei der Treibjagd von Treibern durchgegangen wird – und zugleich der Vorgang selbst. Beginn und Ende werden mit dem Jagdhorn angezeigt: Anblasen des Treibens eröffnet, Das Ganze beendet es.
Treiber
Jäger und Jagdhelfer, die ein Treiben erst möglich machen: Sie bringen das Wild in Bewegung und treiben es den Schützen zu. Für ihre Sicherheit ist auffällige Signalkleidung heute vielerorts vorgeschrieben.
Treiberwehr
Eine geschlossene Gruppe von Treibern, die bei der Gesellschaftsjagd gemeinsam durch das Treiben geht. Sie wird meist von einem erfahrenen Jäger geführt, damit die Linie gehalten wird und das Wild geordnet vor die Schützen kommt.
Treibjagd
Die Sammelbezeichnung für alle Jagdarten, bei denen Schützen und Treiber samt Hunden zusammenwirken, um Wild in Bewegung zu bringen. Formen sind etwa das Kesseltreiben auf Niederwild oder die Drückjagd, bei der das Wild nur ruhig beunruhigt wird.
trensen
Die Lautäußerung des Rothirsches während der Brunft, mit der er einen Nebenbuhler von einem weiblichen Stück vertreiben will; auch knörren genannt. Sie ist vom weittragenden Röhren zu unterscheiden, mit dem der Hirsch seine Brunftstimmung kundtut.
Trichine
Ein winziger, im Muskelfleisch lebender Fadenwurm der Gattung Trichinella, der beim Menschen die gefährliche Trichinellose auslösen kann. Der Erreger ist mit bloßem Auge nicht erkennbar und wird durch Erhitzen nur unsicher, durch Pökeln oder Räuchern gar nicht abgetötet. Für Schwarzwild, Dachs und andere Allesfresser besteht deshalb eine gesetzliche Untersuchungspflicht: Vor der Abgabe oder dem Verzehr ist eine Probe zu entnehmen — üblicherweise aus dem Zwerchfellpfeiler — und untersuchen zu lassen. Erst der negative Befund gibt das Wildbret frei. Die Probenentnahme gehört zu den Grundfertigkeiten der Jägerprüfung.
Triller
Ein Teil der Balzarie des Auerhahns: das schnelle Knappen unmittelbar vor dem Hauptschlag. Auf den Hauptschlag folgt das Schleifen, während dessen der Hahn kurzzeitig nichts vernimmt – das nutzt der Jäger beim Anspringen.
Tritt
Der einzelne Abdruck eines Laufes in Fährte, Spur oder Geläuf. Daneben bezeichnet Tritt auch die Füße der Hühner, Tauben und kleineren Vögel – wieder ein Wort mit doppelter Bedeutung in der Jägersprache.
Trittsiegel
Trittsiegel ist der einzelne Bodenabdruck eines Laufes, einer Pfote oder eines Vogelfußes. Eine Folge von Trittsiegeln heißt je nach Wildart Fährte, Spur oder Geläuf; Art und Stärke lassen sich nur aus mehreren Merkmalen beurteilen.
trollen
Das Traben des Schalenwildes, die mittlere Gangart zwischen ruhigem Ziehen und Flüchten. Bei Wolf, Fuchs und Dachs heißt dieselbe Gangart traben – die Jägersprache trennt hier nach Wildarten.
trommeln
Das Klopfen von Hase oder Kaninchen mit den Hinterläufen auf den Boden, wenn sie Gefahr vermuten – ein Warnsignal für Artgenossen. Daneben bezeichnet trommeln das Schlagen des Hasen mit den Vorderläufen gegen einen Feind oder Rivalen.
Trosch
Der Federbusch auf der Falkenkappe, der Haube des Beizvogels. Die Kappe verhüllt dem Vogel die Augen und hält ihn ruhig; am Trosch lässt sie sich greifen und abnehmen.
Trupp
Einige Stücke Rotwild, die sich zusammengeschlossen haben. Für den größeren, dauerhaften Verband ist Rudel die gebräuchlichere Bezeichnung; geführt wird das Rudel von einem erfahrenen Alttier, dem Leittier.
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.
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