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Jägersprache mit N
28 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
Nachbalz
Das Ausklingen der Balz beim Federwild. Nach dem Höhepunkt der Hauptbalz lässt die Aktivität der Hähne allmählich nach; die Nachbalz bildet das Gegenstück zur Vorbalz zu Beginn der Balzzeit.
Nachbrenner
Eine Patrone, bei der sich das Pulver mit Verzögerung entzündet. Der Schuss bricht erst kurz nach dem Abziehen; deshalb bleibt die Waffe bei einem vermeintlichen Versager stets einige Sekunden geschlossen und in eine sichere Richtung gehalten.
Nachbrunft
Das Ausklingen der Brunft beim Schalenwild. Einzelne noch nicht beschlagene Stücke werden dann weiterhin vom männlichen Wild getrieben; die Nachbrunft folgt auf die Hauptbrunft, wie beim Federwild die Nachbalz auf die Hauptbalz.
nachfahren
Das Folgen mit dem Gewehr bei einem flüchtigen Stück Wild, um einen guten Schuss anzubringen. Die Waffe schwingt der Bewegung des Stücks nach; gleichbedeutend spricht der Jäger auch vom Mitfahren.
Nachfährte
Die Fährte, die die Hinterläufe des Wildes hinterlassen. Beim ruhigen Ziehen treten die Hinterläufe häufig in die Trittsiegel der Vorderläufe, sodass sich die Abdrücke überdecken; erst bei schnellerer Gangart trennen sie sich deutlich.
nachhängen
Der Jäger folgt mit dem am Riemen geführten Schweißhund einer gesunden oder kranken Fährte. Das Nachhängen dient der Übung und Prüfung des Hundes ebenso wie der ernsten Nachsuche auf krankgeschossenes Wild.
Nachsuche
Die Suche nach einem krankgeschossenen Stück Wild, in der Regel mit dem Schweißhund. Sie beginnt am Anschuss, dessen Pirschzeichen Hinweise auf den Treffersitz geben, und ist ein Gebot der Waidgerechtigkeit.
Nachsuchengespann
Die eingespielte Einheit aus geprüftem Schweißhundeführer und seinem Hund, die zur Nachsuche auf krankgeschossenes Schalenwild gerufen wird. Gespanne sind vielerorts in Nachsuchenstationen organisiert und über Notrufnummern erreichbar. Ihr Einsatz dient dem Tierschutz und der Wildbrethygiene.
nächtig
Eine Fährte, die in der Nacht getreten wurde und ihre Witterung bereits weitgehend verloren hat. Für die Hundearbeit ist das entscheidend: Die Arbeit auf nächtiger Fährte ist deutlich schwerer als auf frischer, warmer Fährte.
nachziehen
Ein Stück Schalenwild folgt einem anderen auf demselben Wechsel. Für den Ansitz ist das bedeutsam: Nach einem ziehenden Stück lohnt es abzuwarten, ob weitere nachziehen — etwa der Bock hinter der Ricke zur Blattzeit.
nadeln
Das Abäsen von Nadeln durch Auerwild. Vor allem im Winter lebt das Auerwild fast ausschließlich von Nadeln und Knospen der Nadelbäume; das Äsen von Knospen heißt daneben prossen.
Nagel
Die Hornauswüchse an den Zehen aller Wildarten, für die nicht die Ausdrücke Schalen, Klauen oder Waffen gelten. So spricht man etwa bei Hase und Kaninchen von Nägeln; das Eindrücken der Zehen in den Boden heißt entsprechend nageln.
nageln
Das Eindrücken der Zehen in den Boden bei Wildarten, die Nägel besitzen, etwa Hase und Kaninchen. Die Abdrücke der Nägel sind in der Spur gut erkennbar und helfen beim Ansprechen.
Näpfchen
Die konkave Einziehung am Ende eines Losungsstücks, in der traditionellen Fährtenlehre der Hirschlosung zugeschrieben; das gegenüberliegende spitze Ende heißt Zäpfchen. Eine sichere Bestimmung des Geschlechts allein anhand von Näpfchen und Zäpfchen ist nach heutigem Kenntnisstand nicht möglich.
Nase
Die Nase des Jagdhundes und zugleich sein Geruchssinn. Von einem Hund mit guter Nase spricht man, wenn er Fährten sicher aufnimmt und hält – die entscheidende Eigenschaft bei der Nachsuche. Beim Schalenwild heißt das entsprechende Organ Windfang.
Näslein
Ein Fährtenzeichen, bei dem vorn zwischen den Schalen des Wildes ein schmaler Erdstreifen hochstehen bleibt. Es zählt zu den feinen Merkmalen der Fährtenlehre, mit denen der geübte Jäger Fährten anspricht.
nässen
Wild und Hund lassen Harn ab. Der Ausdruck gehört zur Jägersprache für die Körperfunktionen des Wildes; das Nässen an Markierstellen liefert zudem Hinweise auf Einstand und Revierverhalten, etwa beim Fuchs.
Netz
Sammelbezeichnung für alle aus Garn geknüpften Fangvorrichtungen. Netze dienen vor allem dem Lebendfang, etwa von Kaninchen bei der Frettchenjagd; ihr Einsatz ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Nicker
Ein Jagdmesser mit feststehender Klinge. Der Name kommt vom Abnicken, dem Töten schwerkranken Wildes durch einen Stich in das Genick; daneben dient der Nicker als klassisches Gebrauchsmesser des Jägers, traditionell mit Hirschhorngriff.
niedertun
Schalenwild tut sich nieder, wenn es sich zum Ruhen niederlässt; weidmännisch heißt es dann, es sitzt im Bett. Das niedergetane Stück käut häufig wieder und sichert dabei weiter.
Niederwild
Jagdkulturell bedingte Einteilung für alles nicht zum Hochwild gehörende Wild, darunter Rehwild, Hase und das meiste Federwild. Historisch durfte es auch vom niederen Adel und den Bürgern bejagt werden; man spricht hier vom Besatz, beim Hochwild vom Bestand.
niederziehen
Ein Jagdhund bringt ein Stück Schalenwild zu Boden, indem er es an der Drossel – der Luftröhre – packt. Das kommt vor allem bei der Nachsuche auf krankes Wild vor, wenn scharfe Hunde das Stück stellen.
niedrig
Ein Hirsch geht niedrig, wenn er sein Geweih abgeworfen und noch kein neues geschoben hat. In dieser Zeit ist er leicht mit Kahlwild zu verwechseln; ein dauerhaft geweihloser Hirsch heißt dagegen Mönch oder Plattkopf.
Nimrod
Eine Bezeichnung für einen passionierten Jäger. Sie geht auf Nimrod zurück, der im Alten Testament als gewaltiger Jäger beschrieben wird, und wird heute teils ehrend, teils leicht ironisch gebraucht.
Notbau
Ein Bau, der Fuchs oder Dachs nur als Notunterschlupf dient. Er ist meist klein und wenig ausgebaut; im Gegensatz zum ständig bewohnten Hauptbau wird er vor allem auf der Flucht angenommen.
Notröhre
Eine Röhre des Baues, die meist nur im Notfall zum Ausfahren genutzt wird. Sie liegt oft versteckt; bei der Baujagd ist es wichtig, auch solche Röhren zu kennen und zu besetzen.
Nuß
Das äußere Geschlechtsteil des weiblichen Fuchses, der Fähe. Der Ausdruck dient dem Ansprechen des Geschlechts beim erlegten Raubwild; beim weiblichen Schalenwild spricht die Jägersprache entsprechend vom Feuchtblatt.
Nutzwild
Wild, das der Ernährung des Menschen dient und vor allem wegen seines Wildbrets bejagt wird. Der Begriff grenzt es vom Raubwild ab, das sich seinerseits von Nutzwild oder Eiern ernährt.
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