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Jägersprache mit M
34 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.
madriert
Eine andere Ausdrucksweise für mehrfach gemausert. Der Begriff stammt aus der Falknerei: Ein madrierter Beizvogel hat bereits mehrere Mausern durchlaufen und ist damit ein älterer, erfahrener Vogel.
Magazin
Der Patronenbehälter von Repetierbüchsen oder Pistolen. Aus dem Magazin wird beim Repetieren die nächste Patrone in das Patronenlager zugeführt; Magazine sind je nach Waffenmodell fest eingebaut oder als herausnehmbares Wechselmagazin ausgeführt.
Mähne
Die langen Haare am Träger, also am Hals, des Rothirsches. Sie bilden sich besonders zur Brunft kräftig aus und lassen den Träger des Brunfthirsches stärker wirken — ein Merkmal, das beim Ansprechen älterer Hirsche hilft.
mahnen
Mahnen ist der nasale Kontaktlaut des weiblichen Rot-, Dam- und Sikawildes, insbesondere zwischen Muttertier und Kalb. Beim Rehwild heißt der entsprechende Kontakt- und Locklaut Fiepen.
Malbaum
Ein Baum, an dem sich Schwarz- und Rotwild nach dem Suhlen reiben, um Parasiten loszuwerden. Malbäume sind an Schlammspuren und Haaren zu erkennen; die Höhe der Malspuren gibt Hinweise auf die Stärke der Stücke.
Malfeder
Ein kleines Federchen der Schnepfe, das vor der ersten Schwungfeder am Flügel sitzt, auch Schnepfenfeder genannt. Die feine, spitze Feder ist ein begehrtes Andenken des Schnepfenjägers und wurde früher von Malern als feiner Pinsel geschätzt.
Mankei
Die scherzhafte, im bairisch-österreichischen Alpenraum verbreitete Bezeichnung für das Murmeltier. Das Murmeltier zählt vielerorts zum jagdbaren Wild des Hochgebirges; seine schrillen Warnpfiffe alarmieren zugleich Gams- und anderes Wild.
Mantel
Das harte Metall, das den Geschosskern einer Patrone umgibt. Form und Stärke des Mantels steuern die gewünschte Deformation des Geschosses im Wildkörper; danach unterscheidet man etwa Teilmantel- und Vollmantelgeschosse.
Mantel
Das Rücken- und Flugdeckgefieder bei allen Vögeln. Der Begriff ist auch aus der Vogelkunde geläufig; Färbung und Zeichnung des Mantels sind wichtige Merkmale beim Ansprechen von Federwild, etwa bei Enten und Möwen.
manteln
Das Ausbreiten der Schwingen über die geschlagene Beute bei bestimmten Greifvogelarten. Der Vogel deckt seine Beute damit gegen Artgenossen und andere Beutegreifer ab; der Begriff ist vor allem in der Falknerei gebräuchlich.
Marderschlagbaum
Eine Fangvorrichtung für den Marder. Der Marderschlagbaum zählt zu den traditionellen Totschlagfallen der Fallenjagd; Bau und Einsatz solcher Fallen sind heute je nach Bundesland streng geregelt oder untersagt.
markieren
Der Jagdhund zeigt Wild durch gespannte Körperhaltung an; daneben markieren Wild und Hunde ihr Revier mit Urinspritzern. Beim Vorstehhund geht das Markieren in das feste Vorstehen vor dem Wild über.
Markolf
Eine alte, andere Bezeichnung für den Eichelhäher. Der wachsame Vogel gilt als Warner des Waldes: Sein rätschender Alarmruf verrät dem Jäger auf der Pirsch, dass sich etwas im Revier bewegt – oft freilich auch den Jäger selbst.
Mast
Früchte des Waldes, die dem Schalenwild als Fraß dienen, etwa Eicheln, Bucheckern und Kastanien. Reiche Mast beeinflusst Kondition und Zuwachs des Wildes erheblich; besonders das Schwarzwild profitiert in Mastjahren deutlich.
Mastbaum
Jeder Baum, der Mast trägt, also Früchte wie Eicheln, Bucheckern oder Kastanien liefert. Unter Mastbäumen findet Schalenwild im Herbst reichlich Fraß; solche Stellen sind darum lohnende Punkte für Ansitz und Pirsch.
Mastjahr
Ein Jahr, in dem Eichen, Buchen und andere Mastbäume reichlich Früchte tragen, auch Vollmast genannt. Mastjahre verbessern die Kondition des Schalenwildes; beim Schwarzwild folgen ihnen erfahrungsgemäß hohe Zuwachsraten.
mäuseln
Das Nachahmen des Mäusepfiffs, um den Fuchs anzulocken. Daneben sagt man auch vom Fuchs selbst, er mäuselt oder maust, wenn er Mäuse fängt. Bei der Lockjagd auf den Fuchs ergänzt das Mäuseln die Quäke mit dem Hasenklagelaut.
Mauser
Der Federwechsel aller Vogelarten. Während der Mauser wird das Gefieder nach und nach erneuert; Enten sind während der Schwingenmauser zeitweise flugunfähig, ein solcher Erpel wird Mausererpel genannt.
Mausererpel
Ein Erpel, der durch die Mauser vorübergehend flugunfähig ist. Während der Schwingenmauser im Sommer trägt er zudem ein unscheinbares Schlichtkleid; erst nach der Mauser kehrt das farbenprächtige Prachtkleid zurück.
Mauserfalke
Ein Falke, der in der Gefangenschaft mausert. In der Falknerei wird die Mauser gezielt begleitet, da einwandfreies Großgefieder für die Beize unerlässlich ist; hierfür dienen eigene Einrichtungen wie das Mauserhaus.
Mauserhaus
Eine spezielle Voliere für Beizvögel. Im Mauserhaus können die Vögel ungestört und geschützt ihre Mauser durchlaufen, bis das Gefieder vollständig erneuert ist; ein dort vermauserter Falke wird Mauserfalke genannt.
meckern
Der durch die Stoßfedern erzeugte Ton des Bekassinenmännchens im Balzflug beziehungsweise der Lockruf von Schafen und Lämmern beim Muffelwild. Wegen des meckernden Balzgeräuschs trägt die Bekassine den volkstümlichen Namen Himmelsziege.
melden
Die Lautäußerung des männlichen Stückes in der Brunft bei allen Hirscharten. Beim Rothirsch reicht das Melden vom verhaltenen Knören bis zum weithin hörbaren Röhren; der brunftige Damhirsch meldet mit rülpsenden Lauten.
Meute
Die Gesamtheit der zur Jagd eingesetzten Hunde, die gemeinsam geführt werden. Meuten kommen vor allem bei der Parforce- und der Schleppjagd zum Einsatz; der einzelne Hund geht in der Gruppe auf, die geschlossen hinter dem Piqueur arbeitet.
Miete
Eine frostfreie Winterlagerung für Futterrüben, Kartoffeln oder Silage außerhalb von Gebäuden. Die Futtermittel liegen am Boden oder in einer Grube und werden mit Stroh, Folie oder anderem Dämmmaterial abgedeckt. Im Revier dient die Miete der Vorratshaltung für die Winterfütterung.
mitfahren
Das Mitschwingen des angeschlagenen Gewehrs mit dem flüchtigen Wild, um im geeigneten Moment den Schuss anzutragen. Der Schütze folgt der Bewegung des Stücks mit der Waffe; gleichbedeutend wird auch der Ausdruck nachfahren gebraucht.
Mittelbär
Ein vier- bis sechsjähriger Bär. Die Jägersprache stuft Bären nach dem Alter ab; der Mittelbär steht zwischen dem jungen und dem alten, voll ausgewachsenen Bären.
Mittelsproß
Ein Ende am Hirschgeweih, das zwischen Aug- beziehungsweise Eissprosse und der Krone von der Stange abzweigt. Beim Ansprechen des Geweihs zählt der Mittelspross zu den namentlich benannten Enden wie Augsprosse, Eissprosse und Wolfssprosse.
Mönch
Ein abnormer Hirsch, der kein Geweih schiebt. Ursache ist meist eine Störung oder Verletzung des Kurzwildbrets; der geweihlose Hirsch wird auch Plattkopf oder Kahlhirsch genannt.
mucken
Die psychisch bedingte Schussscheue eines Schützen: Aus Angst vor Knall, Rückstoß oder Mündungsfeuer zuckt er im Moment der Schussabgabe zusammen. Der Schuss wird dadurch oft verrissen; abhelfen lassen sich Muckfehler durch Übungsschießen und kontrolliertes Abziehen.
Muffel
Der Windfang, also die Nasenpartie, beim Schalenwild mit Ausnahme des Schwarzwildes. Beim Schwarzwild spricht der Jäger stattdessen vom Gebrech beziehungsweise vom Wurf, wenn die Schnauzenpartie gemeint ist.
Muffelfleck
Der weiße Fleck oberhalb des Windfangs beim Rehwild. Er gehört zusammen mit dem hellen Kinnfleck zur typischen Gesichtszeichnung des Rehs und tritt besonders deutlich in der grauen Winterdecke hervor.
Mündungsenergie
Die Bewegungsenergie eines Geschosses beim Verlassen der Laufmündung, angegeben in Joule und meist mit E0 bezeichnet. Sie hängt von Geschossmasse und Mündungsgeschwindigkeit ab und ist nicht mit der Auftreffenergie in einer bestimmten Entfernung gleichzusetzen, etwa E100 auf 100 Meter. Das deutsche Bundesjagdgesetz knüpft die Mindestanforderungen für Büchsenpatronen bei Schalenwild grundsätzlich an E100: Für Rehwild sind mindestens 1.000 Joule vorgeschrieben, für das übrige Schalenwild mindestens 2.000 Joule und ein Kaliber von wenigstens 6,5 Millimetern. Die Länder können diese Verbote erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken. Die Energiewerte dürfen außerdem mit entsprechend bestätigter und gekennzeichneter Munition unterschritten werden; das Mindestkaliber bleibt davon unberührt. In Österreich bestehen keine bundesweit einheitlichen Werte – maßgeblich ist das Jagdrecht des jeweiligen Bundeslandes.
Murmeltier
Das Alpenmurmeltier bewohnt offene alpine Wiesen und Hänge, meist an und oberhalb der Waldgrenze. In der Jägersprache heißen Männchen Bär, Weibchen Katz oder Katze und Junge Affen; die Ohren heißen Gehöre, die Augen Seher. Regional wird das Murmeltier Mankei genannt. Es lebt in Familiengruppen, die jeweils ein eigenes Revier besetzen; benachbarte Familiengruppen bilden eine Kolonie. Die Tiere legen kurze Fluchtröhren sowie Sommer- und Winterbaue mit Wohn- und Nestkammern an, sogenannten Kesseln. Zum Polstern der Nest- und Winterkessel tragen sie trockenes Pflanzenmaterial ein – das Heuen. Im echten Winterschlaf sinken Körpertemperatur, Atmung und Herzschlag stark ab. Der als Pfeifen bezeichnete Warnruf kann einzeln oder in Reihen ertönen. Einzelrufe treten häufiger bei Luftgefahr auf, Rufreihen häufiger bei Bodengefahr; eindeutig ist diese Zuordnung jedoch nicht. In Deutschland unterliegt die Art dem Jagdrecht; in Bayern ist für sie keine Jagdzeit festgesetzt, sodass sie ganzjährig geschont ist. In Österreich ist sie in mehreren Bundesländern jagdbar. Die Einzelheiten regelt das jeweilige Landesrecht.
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