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Schalen
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Allgemeine Jagdkunde vor
Die Hufe des Schalenwildes – ihnen verdankt diese Wildgruppe ihren Namen. Zu sehen sind im Trittsiegel meist die beiden tragenden Schalen; bei tiefem Boden oder im Sprung zeichnen zusätzlich die Afterklauen ab.
In der Praxis
Was im Boden abzeichnet, sind zwei Zehen. Die beiden tragenden Schalen des Schalenwildes stehen nebeneinander und hinterlassen den vertrauten paarigen Abdruck; dahinter sitzen die Afterklauen, das Geäfter, höher am Lauf. Ob sie mitzeichnen, hängt von der Wildart ab: Beim Schwarzwild sind sie seitlich versetzt und auf geeignetem Boden regelmäßig zu sehen, bei Reh- und Rotwild dagegen meist nur bei tief nachgebendem Untergrund oder gespreizten Schalen.
Aus dem Zustand der Schalen selbst lässt sich einiges lesen. Auf hartem, steinigem Untergrund nutzen sie sich stärker ab und wirken stumpf, auf weichem Waldboden bleiben sie spitzer. Wild, das viel auf befestigten Wegen wechselt, zeigt andere Abdrücke als Stücke aus dem Moor. Bei Krankheit oder Fehlstellung wächst eine Schale ungleichmäßig, was in der Fährte als unsauberer Tritt auffällt. Auf Flucht lässt sich aus einem Abdruck allein nicht schließen — dafür braucht es die Gesamtfährte mit Schrittlänge, Spreizung und Gangart.
Für die Prüfung zählt vor allem die Systematik: Nicht jedes Huftier ist Schalenwild. Der Begriff fasst die jagdbaren Paarhufer zusammen — neben Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild je nach Land auch Elch- und Wisentwild. Welche Arten im Einzelnen dazuzählen, regelt das jeweilige Jagdgesetz und weicht zwischen Deutschland und Österreich sowie zwischen den Ländern ab. Sprachlich gilt: Schalenwild hinterlässt eine Fährte, das meiste übrige Haarwild eine Spur, Federwild ein Geläuf. Die Regel hat Ausnahmen — bei den großen Beutegreifern Bär, Wolf und Luchs ist ebenfalls von der Fährte die Rede, und beim Auerwild wird der Ausdruck traditionell ebenso verwendet.
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