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schlecht

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Die jagdliche Bezeichnung für ein schwaches, geringes, kränkelndes oder kümmerndes Stück Wild. Schlechte Stücke sind Hegeabschüsse: Nach dem Grundsatz der Weidgerechtigkeit werden kranke und schwache Stücke vorrangig erlegt.

In der Praxis

Jagdsprachlich kann schlecht auch schwach oder gering bedeuten; praktisch wird ein schlechtes Stück anhand erkennbaren Kümmerns, einer struppigen Decke, eingefallener Flanken oder auffälligen Verhaltens angesprochen. Eine geringe Trophäe allein erlaubt diese Einordnung nicht. Die Wörter überschneiden sich also im Gebrauch; gering bezeichnet jedoch meist nur geringe Stärke oder Entwicklung, während schlecht auch kränkelnd oder kümmernd bedeuten kann.

Diese Unterscheidung hat Folgen. Ob ein schlechtes Stück außerhalb der Jagdzeit oder über den Abschussplan hinaus erlegt werden darf, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Das Bundesjagdgesetz nennt krankes oder kümmerndes Wild als möglichen Grund, eine Schonzeit behördlich aufzuheben; einen pauschalen Hegeabschuss schafft es nicht.

Die frühere Vorstellung, „schlechte Vererber“ seien auszumerzen, wird fachlich gerade wegen ihrer genetischen Folgen kritisiert. Nebenbei: Allgemeinsprachlich hatte „schlecht“ früher die Bedeutung schlicht oder einfach, die in der Wendung „schlecht und recht“ fortlebt. Das ist Wortgeschichte, keine zweite jagdliche Bedeutung.

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