Start › Jagdlexikon › S › schlecht
schlecht
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Allgemeine Jagdkunde, Jagdethik vor
Die jagdliche Bezeichnung für ein schwaches, geringes, kränkelndes oder kümmerndes Stück Wild. Schlechte Stücke sind Hegeabschüsse: Nach dem Grundsatz der Weidgerechtigkeit werden kranke und schwache Stücke vorrangig erlegt.
In der Praxis
Jagdsprachlich kann schlecht auch schwach oder gering bedeuten; praktisch wird ein schlechtes Stück anhand erkennbaren Kümmerns, einer struppigen Decke, eingefallener Flanken oder auffälligen Verhaltens angesprochen. Eine geringe Trophäe allein erlaubt diese Einordnung nicht. Die Wörter überschneiden sich also im Gebrauch; gering bezeichnet jedoch meist nur geringe Stärke oder Entwicklung, während schlecht auch kränkelnd oder kümmernd bedeuten kann.
Diese Unterscheidung hat Folgen. Ob ein schlechtes Stück außerhalb der Jagdzeit oder über den Abschussplan hinaus erlegt werden darf, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Das Bundesjagdgesetz nennt krankes oder kümmerndes Wild als möglichen Grund, eine Schonzeit behördlich aufzuheben; einen pauschalen Hegeabschuss schafft es nicht.
Die frühere Vorstellung, „schlechte Vererber“ seien auszumerzen, wird fachlich gerade wegen ihrer genetischen Folgen kritisiert. Nebenbei: Allgemeinsprachlich hatte „schlecht“ früher die Bedeutung schlicht oder einfach, die in der Wendung „schlecht und recht“ fortlebt. Das ist Wortgeschichte, keine zweite jagdliche Bedeutung.
Verwandte Begriffe
Weiter im Register: alle Begriffe mit S · Jagdlexikon von A bis Z
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.
Ein Angebot der NCN-NetConsulting GmbH · Facebook · Datenschutz
