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Dachs

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Dachs

Der Dachs ist die schwerste in Mitteleuropa heimische Marderart und ein kräftiges, gedrungenes Haarraubwild; erwachsene Dachse wiegen meist 7 bis 15 Kilogramm, im Herbst erreichen besonders schwere Tiere etwa 20 Kilogramm. Kennzeichnend ist die markante schwarz-weiße Gesichtszeichnung. In der Jägersprache heißt das männliche Stück Dachsbär oder Rüde, das weibliche Fähe; die behaarte Haut heißt Schwarte. Die Pfoten heißen Branten, ihre Krallen Nägel – an den Vorderbranten sind sie besonders lang und kräftig.

Der Dachs legt weitverzweigte Baue an, die oft über Generationen genutzt, renoviert und erweitert werden. Solche Burgen können Dutzende Röhren und mehrere Kessel umfassen; nicht selten teilt sich der Fuchs die Anlage mit ihm. Er hält keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe und kann den Bau bei günstiger Witterung zeitweise verlassen.

Er ist überwiegend nachtaktiv und ein Allesfresser: Regenwürmer, Insekten, Mäuse, Fallobst und Mais. Zu hören ist er selten: Bei Bedrohung brummt, knurrt oder faucht er; während der Ranz lassen die Männchen bei engem Kontakt mit den Fähen tiefe, kehlige Rufe hören. Zu den Jagdarten zählen – nach Maßgabe des jeweiligen Landesrechts – insbesondere Ansitz-, Pass-, Fang- und Baujagd. Dachsfleisch kann Trichinen enthalten und sollte vor dem Verzehr untersucht werden; in Deutschland ist die Untersuchung auch beim Eigenverbrauch vorgeschrieben, in Österreich besteht die gesetzliche Pflicht vor allem vor dem Inverkehrbringen.

In der Praxis

Ausgewachsene Dachse wiegen häufig acht bis fünfzehn Kilogramm, starke Stücke vor dem Winter annähernd zwanzig — er ist damit die schwerste heimische Marderart. Gedrungener Körper, kurze Läufe und die schwarze Kopfzeichnung auf weißem Grund ergeben zusammen ein sehr charakteristisches Bild.

Der Dachs hält Winterruhe, keinen Winterschlaf. Stoffwechsel und Körpertemperatur sinken deutlich weniger als bei echten Winterschläfern, und bei milder Witterung fährt er aus. Der Unterschied liegt in der Tiefe der Absenkung, nicht im Aufwachen an sich — auch echte Winterschläfer wachen periodisch auf.

Der zweite Stolperstein ist die Fortpflanzung. Dank der Keimruhe können zwischen Paarung und Geburt je nach Paarungszeitpunkt zwei Monate bis annähernd ein Jahr liegen: Die Einnistung erfolgt meist im Dezember oder Januar, die anschließende rasche Entwicklung dauert etwa sechs bis acht Wochen, und die Jungen kommen von Januar bis März. Angaben zu einer einzigen festen Ranzzeit führen deshalb in die Irre; Paarungen sind über weite Teile des Jahres möglich.

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Verwandte Begriffe

Haarraubwild verlassen Schwarte Kessel Fuchs Dachsschwarte

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