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Auerhahn

Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Federwild, Jagdrecht vor

Auerhahn

Der Auerhahn ist das männliche Stück des Auerwilds. Das Auerhuhn ist der größte Vertreter der europäischen Raufußhühner, und der Hahn ist wesentlich größer als die Henne: Auerhähne wiegen etwa drei bis sechs Kilogramm, ausnahmsweise bis rund 6,5 Kilogramm. Auffällig sind der Kehlbart, der breit gefächerte Stoß und der elfenbeinfarbene Schnabel; die Henne ist deutlich kleiner und unauffällig getarnt.

Auerwild bewohnt großflächige, lichte und strukturreiche Wälder, häufig mit Altholz, hohem Nadelholzanteil und ausgeprägter Beerkrautschicht. Im Winter ernährt es sich fast ausschließlich von Koniferennadeln.

Berühmt ist die Balz im Frühjahr. Der Hahn balzt vom Balzbaum oder am Boden und trägt dabei eine feste Strophe vor: Sie beginnt mit dem Knappen, geht in den Triller über, gipfelt im Hauptschlag und endet mit dem Schleifen oder Wetzen. Während des drei bis fünf Sekunden dauernden Schleifens reagiert der Hahn nur sehr eingeschränkt auf Umgebungsgeräusche; jagdsprachlich heißt es daher, er sei in diesem Augenblick taub. Der Jäger nutzte das früher beim Anspringen, um sich in Sprüngen zu nähern.

In Deutschland sind Verbreitung und Bestände stark zurückgegangen; die Art gilt hier als vom Aussterben bedroht. Das Auerwild unterliegt dem Jagdrecht, hat jedoch grundsätzlich ganzjährige Schonzeit. In Österreich richtet sich eine etwaige Entnahme nach dem jeweiligen Landesrecht und befristeten Ausnahmebestimmungen; sie ist nur regional, kontingentiert und unter engen Voraussetzungen möglich.

In der Praxis

Jagdsprachlich gilt der Auerhahn während des Schleifens als „taub“. Wissenschaftlich belegt ist das nicht: Weder vollständige Taubheit noch das Ausmaß einer möglichen Hörminderung wurden experimentell nachgewiesen. Die Vorstellung ist überliefert, nicht gemessen.

Auf dieser überlieferten Annahme beruhte das Anspringen. Der Jäger bewegte sich während des Schleifens und verharrte, sobald es endete. Heute ist davon auch zur Beobachtung abzusehen, weil das Annähern den störungsempfindlichen Balzplatz beeinträchtigen kann. In Deutschland ist Auerwild ohnehin ganzjährig geschont, in Österreich bestehen nur kontingentierte Ausnahmen.

Für die Ansprache ist die Henne die Falle. Auerhenne und Birkhenne werden regelmäßig verwechselt; die Auerhenne ist deutlich größer und trägt einen rostroten Brustfleck. Dazwischen steht das Rackelwild, die Kreuzung aus Birk- und Auerwild — meist aus Birkhahn und Auerhenne, doch auf diese Richtung festgelegt ist sie nicht.

▶ Stimme des Auerhahn anhören

Verwandte Begriffe

Hauptschlag schleifen Kehlbart Triller knappen Raufußhühner

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