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Bestand
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Allgemeine Jagdkunde vor
Bestand bezeichnet die Zahl oder Gesamtheit der Individuen einer Wildart in einem Gebiet. In der traditionellen Jägersprache wird der Ausdruck vor allem für Hoch- und Rehwild verwendet, während beim Niederwild Besatz steht.
In der Praxis
Traditionell trennt die Jägersprache: Hoch- und Rehwild bilden einen Bestand, Niederwild einen Besatz. In der modernen Wildbiologie, in der Statistik und in der Verwaltung gilt das nicht mehr durchgehend — dort ist von Fuchs-, Rebhuhn- oder Feldhasenbeständen ganz selbstverständlich die Rede, und Wildbestand meint allgemein die Zahl oder Gesamtheit der Tiere einer Art in einem Gebiet.
Gemeint sind dabei die Individuen einer bestimmten Art, nicht die Anzahl verschiedener Arten. Erfasst wird artspezifisch: durch Sicht- und Fütterungszählungen, Scheinwerfertaxation, Baukartierung, Fotofallen, Losungs- und Fährtenindizes, Strecken- und Fallwilddaten — und wissenschaftlich durch genetische Fang-Wiederfang-Verfahren.
Das Ergebnis ist fast immer eine Schätzung mit unterschiedlicher Fehlerbreite. Im grenzüberschreitenden Rotwildprojekt Bayerischer Wald–Šumava lag der wissenschaftlich ermittelte Bestand über dem Ergebnis der Winterzählungen: Als zuverlässigste Dichtemethode erwies sich die Kotgenotypisierung, während das flächendeckende Fotofallenmonitoring übereinstimmende und mit geringerem Aufwand gewinnbare Werte lieferte. Streckendaten bilden dagegen nur dokumentierte Abgänge ab; je nach Statistik umfassen sie Erlegungen und gesondert ausgewiesenes Fallwild und sind kein unmittelbares Maß des lebenden Bestands.
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