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Gehörn
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Rehwild, Steinwild vor
Gehörn nennt die Jägersprache vor allem das Geweih des Rehbocks; in älteren Quellen wird auch der aus bleibenden Hörnern bestehende Kopfschmuck des Steinbocks so bezeichnet. Das Rehgehörn wird jährlich abgeworfen und neu geschoben, die Hörner des Steinbocks bleiben erhalten.
In der Praxis
Der Rehbock folgt einem anderen Kalender als der Hirsch. Abgeworfen wird im Spätherbst, meist zwischen Oktober und Dezember; das neue Gehörn schiebt über den Winter und wird gefegt, sobald der Knochen ausgereift ist — ältere Böcke in der Regel im März oder April, jüngere häufig später. Ein im zeitigen Frühjahr bereits sauber gefegter Bock ist deshalb ein erster, für sich genommen aber unsicherer Hinweis auf ein älteres Stück.
Beim Ansprechen führt das Gehörn regelmäßig in die Irre. Die Zahl der Enden sagt über das Alter fast nichts: Ein Jährling kann bereits ein Sechsergehörn tragen, ein alter Bock einen schwachen Sechser oder gar einen Gabler. Auch die übrigen Merkmale tragen nur in der Gesamtschau — Körperform, kurz wirkender Träger, Rückenlinie, Verhalten. Die Gesichtsfärbung gilt wegen der großen Unterschiede zwischen einzelnen Stücken als zur Altersansprache ungeeignet; am lebenden Stück bleibt jede Altersangabe eine Schätzung.
Das Wort selbst ist mehrdeutig, und die Prüfung fragt gern danach. Gehörn meint in erster Linie den Kopfschmuck des Rehbocks, also echtes, jährlich erneuertes Geweihmaterial. Ebenso üblich ist der Ausdruck für den bleibenden Hornaufsatz des Steinwildes — dasselbe Wort für völlig anderes Gewebe: Hörner werden nicht abgeworfen, sondern wachsen lebenslang weiter.
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