Jagdsignale

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Jägersprache mit B

94 Begriffe – von der Jagdpraxis bis zur Prüfungsvorbereitung.

Bache

weibliches Stück Schwarzwild. Im ersten Jahr bezeichnet man es als Frischlingsbache, im zweiten Jahr Überläuferbache, im dritten Lebensjahr angehende Bache und ab dem vierten Lebensjahr spricht man von einer starken, alten oder groben Bache.

Backe

Der backenartige Ansatz am Gewehrkolben, an den die Wange angelegt wird. Sie sorgt dafür, dass das Auge immer gleich zum Zielfernrohr steht – Voraussetzung für einen wiederholbar sicheren Anschlag.

bähen

Das Blöken der Muffelschafe

Bail

Der Standlaut beim Schweißhund: das anhaltende Laut geben, sobald der Hund das kranke Stück gestellt hat. Er weist dem nachfolgenden Jäger den Weg.

Balz

Die Begattungszeit bei Auer-, Birk- und Haselwild sowie bei Trappen, Kranichen, Fasanen, Schnepfen und Wildtauben.

Balzarie

Die Lautäußerung des Auerhahns während der Balz. Sie läuft in festen Abschnitten ab; im sogenannten Schleifen ist der Hahn für wenige Sekunden taub – nur in diesem Moment lässt er sich anspringen.

balzen

Lautäußerungen und Gebaren während der Balz

Balzgesang

Die Lautäußerung des Birkhahns während der Balz: ein weit tragendes Kullern, unterbrochen von zischenden Lauten. Über offenes Moor ist es weithin zu hören.

Balzkragen

Die gesträubten Halsfedern beim balzenden Auerhahn. Zusammen mit dem gefächerten Stoß und der aufgerichteten Haltung gehört der Balzkragen zum vollen Imponiergehabe.

Balzpech

Die breiförmige Losung des Auerhahns während der Balzzeit. Sie unterscheidet sich deutlich von der festen Losung außerhalb der Balz und verrät dem Kundigen den Balzplatz.

Balzplatz

Der Ort, an dem die Balz stattfindet. Balzplätze werden über viele Jahre hinweg immer wieder aufgesucht – Störungen dort wirken sich deshalb besonders nachhaltig auf den Bestand aus.

Balzrosen

Der warzige Hautwulst über den Augen der Waldhühner, Fasanen, Schnee-/ und Steinhühner, die während der Balz anschwellen.

Balzsprung

Das Hochspringen des am Boden balzenden Auer-, Birk- oder Fasanenhahns. Der Sprung wird meist von Flügelschlagen begleitet und gehört zum festen Ablauf der Balz.

Balzstift

Die hornigen Fortsätze an den Zehen von Auer- und Birkwild, auch Zehenstift genannt. Sie wachsen zum Winter hin und wirken wie Schneeschuhe; im Frühjahr werden sie wieder abgeworfen.

Balzzeit

Die Begattungszeit bei allem Federwild, das balzt. Sie liegt je nach Art im Frühjahr und ist die empfindlichste Phase des Jahres – entsprechend streng sind Schonzeiten und Störungsverbote.

Bär

Die Bezeichnung für das männliche Murmeltier. Das weibliche Stück heißt Katze, der Nachwuchs Affe.

Basse

Die Bezeichnung für einen starken, alten Keiler. Ein Basse trägt kräftige Waffen und einen ausgeprägten Schild an den Blättern, der ihn im Kampf schützt.

Bast

Wollige und behaarte Haut, die das Geweih oder Gehörn des Wildes während des Wachstums überzieht.

beeren

Das Federwild nimmt Beeren auf.

befahren

Beschreibung für den Zustand eines Baues, wenn er bewohnt ist.

beflogen

Wenn Federwild flügge geworden ist.

befriedet

Befriedete Bezirke sind Flächen, auf denen das Jagdausübungsrecht ruht. Darunter fallen je nach Landesrecht Gebäude, die dem Aufenthalt von Menschen dienen und die mit diesen räumlich zusammenhängenden Hofräume und Hausgärten sowie Friedhöfe, öffentliche Grünflächen, Sportplätze usw.

begehen

Der Jäger geht aus Gründen des Jagdschutzes durch sein Revier.

Begehungsschein

Die Bezeichnung für eine zeitlich befristete schriftliche Jagderlaubnis, die über einen Einzelabschuss hinausgeht und entweder entgeltlich oder unentgeltlich erteilt wird, und die gestattet, die Jagd ohne Begleitung des Jagdpächters auszuüben.

Behang

Die herabhängenden Ohren der Jagdhunde. Auch hier trennt die Jägersprache sauber: Der Hund hat Behang, das Schalenwild Lauscher, der Hase Löffel und das Schwarzwild Teller.

Beihirsch

Ein in der Regel schwächerer und jüngerer Hirsch, der sich nicht nur während der Brunftzeit einem starken Hirsch anschließt und teilweise von diesem toleriert wird.

Beitritt

Ein Fährtenzeichen beim Rotwild: Der Hinterlauf tritt neben das Trittsiegel des Vorderlaufs statt hinein. Der Beitritt gehört zu den Merkmalen, an denen sich ein Hirsch von einem Alttier unterscheiden lässt.

Beize

Die Jagd mit abgetragenen Greifvögeln. Die Beize zählt zu den ältesten Jagdarten überhaupt; wer sie ausüben will, braucht neben dem Jagdschein eine bestandene Falknerprüfung.

Beizvogel

Die Sammelbezeichnung für alle zur Beizjagd geeigneten Vögel. Am häufigsten geführt werden Habicht, Wanderfalke und Harris Hawk, seltener der Steinadler.

belegen

Das Begatten einer Hündin

Bergstutzen

Ein Gewehr mit einem groß- und einem kleinkalibrigen Büchsenlauf, die übereinander angeordnet sind. Die Waffe ist bis zur Laufmündung geschäftet.

Besatz

Die Gesamtheit oder Stückzahl des in einem Revier vorhandenen Niederwildes, ausgenommen Rehwild. Der Besatz wird durch Zählungen ermittelt und bildet die Grundlage der Abschussplanung.

beschicken

Futter in eine Fütterung oder Schütte einbringen

Beschlag

Der Begattungsakt bei allem Schalenwild. Je nach Wildart trägt die zugehörige Paarungszeit einen eigenen Namen – Brunft beim Rotwild, Blattzeit beim Rehwild, Rauschzeit beim Schwarzwild.

Bestand

Die Gesamtheit oder Stückzahl der in einem Revier vorhandenen Hoch- und Rehwildarten. Anders als der Besatz, der sich auf Niederwild bezieht, ist der Bestand die Bezugsgröße für Hege und Abschussplan.

Beständer

Die Bezeichnung für den Jagdherrn, also denjenigen, der das Jagdrecht in einem Revier ausübt. Der Ausdruck ist vor allem im österreichischen Sprachgebrauch verbreitet.

bestätigen

Das Feststellen und das genaue Ansprechen eine Stückes Wild mit seinem angestammten Standort oder Wechsel

bestreiten

Das fruchtbare Begatten einer Bestimmten Anzahl Fasanenhennen von einem Hahn

betreten

Das Begatten bei allem Federwild

Bett

Der Ruheplatz des Schalenwildes. Das Schwarzwild bildet die Ausnahme – es ruht im Kessel. Betten sind an niedergedrückter Vegetation und der ausgeformten Körpermulde zu erkennen.

Betze

Die Bezeichnung für die Fuchsfähe, also das weibliche Stück beim Fuchs. Gebräuchlicher ist der Ausdruck Fähe.

Beuchel

Fährtenzeichen des Rothirsches. Es ist eine kleine, eiförmige Erderhöhung infolge des hohen Körpergewichts, wenn der Hirsch an einem Hang entlang flüchtig gewesen ist.

Bewegungsjagd

Jagdart, bei der vor allem Schalenwild auf großer Fläche durch wenige Treiber und Hunde beunruhigt und zum Wechsel des Einstandes veranlasst wird.

bewohnen

Der Aufenthalt des Dachses in seinem Bau

Bezoar

Eine braune, zähe Masse, die sich in den Tränengruben des Rothirsches ansammelt.

Billwißgang

Der Pass des Hasen im Getreide – also der ausgetretene Wechsel, den er beim regelmäßigen Durchqueren eines Feldes hinterlässt. Ein alter, heute kaum noch gebräuchlicher Ausdruck.

binden

Das Greifen und Halten der Beute beim Beizfalken

binzen

Das Abscheuern der Pennen beim Beizvogel

Birkfuchs

Ein Fuchs mit auffallend hellem Balg, weißer Blume und weißer Kehle. Es handelt sich nicht um eine eigene Art, sondern um eine Farbvariante – das Gegenstück dazu ist der dunkle Brandfuchs.

bisten

Das Locken des Haselhahnes

blädern

Die meckernde Lautäußerung des Gamsbockes während der Brunft

Blatt

Die Klinge des Jagdmessers, auch ein besonders großes und breites Jagdmesser. Häufiger begegnet der Ausdruck allerdings in anderer Bedeutung: Als Blatt bezeichnet die Jägersprache auch die Schulter des Schalenwildes – daher der Blattschuss.

blatten

Die Nachahmung von Ricken- oder Kitzfiepen, um den Rehbock anzulocken

Blatter

Ein Instrument, mit dem sich die Lautäußerungen der Ricke nachahmen lassen. Der Jäger lockt damit während der Blattzeit den Bock heran; vom Blatter leitet sich das Verb blatten ab.

Blattzeit

Die Begattungszeit beim Rehwild, etwa von Ende Juli bis Mitte August. Der Name stammt vom Blatten – dem Nachahmen des Fiepens der Ricke, mit dem sich der Bock in dieser Zeit heranlocken lässt.

Blei

Blei antragen bedeutet, ein Stück Wild zu beschießen. Der Ausdruck stammt aus der Zeit der Bleigeschosse und ist heute weitgehend veraltet – nicht zuletzt, weil bleifreie Munition zunehmend vorgeschrieben ist.

Bleizeichen

Fährtenzeichen des Rothirsches. Die Fährte steht auf nacktem Fels, als wäre sie mit Blei gezeichnet

blenden

Das Vorstehen des Hundes, ohne Wildwitterung zu haben

blinken

Der Hund verleugnet das Wild absichtlich

Blohm

Alter, regional gebräuchlicher Ausdruck für die Hirschbrunft – die Paarungszeit des Rotwildes. Sie fällt etwa auf Mitte September bis Mitte Oktober; in dieser Zeit röhren die Hirsche und kämpfen um das Kahlwild.

Blume

Der Schwanz des Hasen oder des Wildkaninchens – kurz und an der Unterseite weiß. Auch hier trennt die Jägersprache streng: Der Fuchs trägt eine Lunte, das Rotwild einen Wedel.

Bock

Übereinander liegende Gewehrläufe, wie bei der Bockdoppelflinte oder der Bockbüchsflinte. Liegen die Läufe nebeneinander, spricht man dagegen von einer Querflinte oder Doppelflinte.

Bock

Das männliche Stück beim Reh-, Gams- und Steinwild. Kenntlich am Kopfschmuck: Der Rehbock trägt ein Gehörn, die Gams Krucken, der Steinbock Hörner.

Bockdrilling

Ein Gewehr mit einem Flintenlauf, einem darunterliegenden, großkalibrigen Büchsenlauf und einem seitlich neben den zwei Läufen befindlichen kleinkalibrigen Kugellauf.

Borste

Das steife, harte Haar des Schwarzwildes. Zusammen mit der weichen Unterwolle bildet es das Haarkleid der Schwarte; entlang des Rückgrats stehen die Borsten als Federn auf, wenn das Stück droht.

brackieren

Jagen mit Bracken - sh. Bracke

Brandadern

Die Venen an den Innenseiten der Keulen des Schalenwildes. Bei der Verwertung des Wildbrets werden sie mit entfernt.

Brandfuchs

Ein dunkel gefärbter Fuchs mit dunklem Bauch und dunkler Kehle. Wie der helle Birkfuchs ist er lediglich eine Farbvariante des Rotfuchses, keine eigene Art.

Brauchtum

Die Gesamtheit der Bräuche im Jagdalltag – vom letzten Bissen über den Bruch und das Streckelegen bis zu den Jagdsignalen und dem Waidmannsheil. Das Brauchtum dient dem Respekt vor dem Wild und stiftet zugleich Gemeinschaft.

brechen

Das Abkippen des Laufes bzw. der Läufe bei Kipplaufwaffen

Brille

Ein mehr oder weniger heller Ring um die Lichter des Rehbocks. Die Brille ist von Stück zu Stück unterschiedlich ausgeprägt und hilft, einzelne Böcke im Revier wiederzuerkennen.

bringen

Geschossenes Wild wird vom Hund apportiert,

Bringsel

Das Bringsel ist ein Lederband, welches einem Totverweiser (Jagdhund der Zeigt ob beschossenes Wild erlegt wurde) an der Halsung angebracht wird. Wenn der Hund das erlegte Wild gefunden hat, wirft er seinen Kopf zur Seite und fängt das Bringsel mit seinem Fang. Kehrt er nun zu seinem Jäger zurück und hat das Bringsel im Fang, so weiß er, dass das beschossene Stück Wild erlegt wurde und nicht nur krank geschossen.

Bruck

Die flaumige Unterschwanzfeder des Habichts. Der Begriff stammt aus der Falknerei, die für Gefieder und Körperteile ihrer Vögel eigene Bezeichnungen führt.

brummen

Lautäußerungen des Bären

Brunft

Die Begattungszeit des Schalenwildes. Beim Rotwild fällt sie auf September und Oktober, beim Damwild etwas später. Eigene Namen tragen die Paarungszeiten beim Rehwild – die Blattzeit – und beim Schwarzwild, wo man von Rauschzeit spricht.

Brunftfalte

Eine Drüse der Kopfhaut bei Rot- und Damwild, die während der Brunft anschwillt und ein stark riechendes Sekret abgibt.

Brunftfeige

Die Drüse am Hinterhaupt des Gamswildes, die während der Brunft anschwillt. Sie sitzt hinter den Krucken und sondert ein streng riechendes Sekret ab, mit dem der Bock sein Revier kennzeichnet.

Brunftfleck

Eine andere Bezeichnung für den Brand: den dunkel verfärbten Bereich am Bauch des brunftigen Hirsches, der durch das Nässen entsteht.

Brunfthirsch

Ein Hirsch, der sich in der Brunft befindet. Er ist am angeschwollenen Träger, an der Brunftmähne und am Schlamm der Suhle zu erkennen – und daran, dass er kaum äst und dabei erheblich an Gewicht verliert.

brunftig

Der Zustand des weiblichen Schalenwildes während der Brunft, wenn es die Annäherung des männlichen Stückes sucht und duldet.

Brunftkugeln

Die Hoden des Schalenwildes. Wie für viele Körperteile führt die Jägersprache auch hier einen eigenen Ausdruck.

Brunftmähne

Die langen Haare am Träger des Rothirsches, also am Hals. Sie wachsen vor der Brunft und lassen den Träger mächtiger erscheinen – ein Teil des Imponiergehabes.

Brunftplatz

Der Ort, an dem die Brunft stattfindet. Brunftplätze werden über Jahre hinweg immer wieder aufgesucht; Störungen dort führen dazu, dass das Rotwild abwandert.

Brunftrute

Das männliche Glied bei allem Schalenwild.

Brunftschrei

Die Lautäußerung des brunftigen Hirsches, auch Röhren genannt. Sie trägt weit durch den Wald, hält Nebenbuhler auf Abstand und zeigt dem Kahlwild die Anwesenheit des Platzhirschs an.

Brut

Das Brüten der Vögel und zugleich die Gesamtheit der jungen Vögel eines Geleges. Während der Brutzeit gilt im Revier besondere Rücksicht.

Büchse

Ein Gewehr mit gezogenem Lauf – die Züge versetzen das Geschoss in Drall und machen es dadurch auf weite Entfernung treffsicher. Das Gegenstück ist die Flinte mit glattem Lauf, aus der Schrot verschossen wird.

Büchsenlicht

Das natürliche Tages- oder Mondlicht, das ausreicht, um einen treffsicheren Schuss anzubringen. Der Begriff hat praktische Bedeutung: An ihm orientieren sich die zulässigen Jagdzeiten am Morgen und am Abend.

Burg

Die Behausung des Bibers. Der Eingang liegt unter Wasser, der Wohnkessel darüber im Trockenen – gebaut aus Ästen und Schlamm. So bleibt der Zugang auch bei Eis frei und für Feinde unerreichbar.

Burgstall

Ein Fährtenzeichen beim Hirsch: die Erhöhung im Trittsiegel zwischen dem Abdruck der Ballen und dem der Schalen. Sie gehört zu den Merkmalen, an denen sich das Geschlecht ansprechen lässt.

burren

Das geräuschvolle Abstreichen der Rebhühner

Bürzel

Die Bezeichnung für den Schwanz des Schwarzwildes, auch Pürzel geschrieben. Seine Haltung verrät die Stimmung des Stückes – aufgestellt zeigt er Erregung an.

buschieren

Das Absuchen von niederer Deckung mit kurzsuchenden Stöber- oder Vorstehhunden

Zum Anhören: die App

Alle Jagdhornsignale und Tierstimmen lassen sich in der App anhören – dazu Prüfungstrainer, Favoriten und Offline-Nutzung im Revier.

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