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Gamswild
Prüfungsstoff kommt im Jungjägerkurs u. a. bei Gamswild vor
Das Gamswild ist die charakteristische Schalenwildart des Gebirges und gehört zu den Hornträgern. Das erwachsene männliche Stück heißt Gamsbock, das erwachsene weibliche Gamsgeiß; im ersten Lebensjahr heißen die Jungen Bock- beziehungsweise Geißkitze, im zweiten Jährlinge – beim weiblichen Stück regional auch Schmalgeiß. Die Stirnwaffen beider Geschlechter heißen Krucken, regional auch Krickel. Anders als ein Geweih werden sie nicht abgeworfen, sondern wachsen zeitlebens weiter. An den durch das jahreszeitlich unterschiedliche Wachstum entstehenden Ringen der Krucken lässt sich das Alter am erlegten Stück bestimmen.
Gamswild ist hervorragend an steiles, felsdurchsetztes Gelände angepasst. Je nach Population, Schneelage, Witterung und Nahrungsangebot nutzt es Hochlagen, die Waldgrenze oder auch felsdurchsetzte Wälder. Die Sommerdecke ist kurz und fahlgelb bis gelbbraun, die Winterdecke dunkelbraun bis nahezu schwarz. Bei erwachsenen Böcken sind die langen Haare entlang der Rückenlinie im Winter stark ausgebildet; aus ihnen wird der Gamsbart gebunden.
Die Brunft reicht gewöhnlich von Ende Oktober bis in den Dezember, mit Schwerpunkt im November. Die Böcke verfolgen die Geißen und verteidigen Brunftrudel gegen Nebenbuhler; Hetzjagden und eingeschränkte Nahrungsaufnahme beanspruchen ihre Energiereserven stark. Zwischen konkurrierenden Böcken kann es zu heftigen Kämpfen kommen.
Bei Gefahr stößt Gamswild einen scharfen, weithin hörbaren Warnpfiff aus, der durch schnelles Ausstoßen von Luft durch die Nase entsteht.
In der Praxis
Die Krucke wird nicht abgeworfen, weil sie kein Geweih ist. Sie besteht aus einem Knochenzapfen mit einer Hornscheide darüber und wächst lebenslang weiter — Gamswild gehört zu den Hornträgern.
Daraus folgt die Altersbestimmung an den Jahresringen, von denen jeder in der winterlichen Wachstumspause entsteht. Am erlegten Stück ermöglichen die echten Jahresringe meist eine gute Altersbestimmung, wobei Schmuckringe, Verletzungen, Abnutzung und sehr eng stehende Ringe Fehler verursachen können. Am lebenden Stück dienen Krucke und Gesamterscheinung allenfalls der Einordnung in eine Altersklasse, nicht der sicheren Bestimmung des Lebensalters.
Zwei Krankheiten gehören zum Gamswild dazu. Die Gamsräude, verursacht durch Grabmilben, führt zu starkem Juckreiz, Haarverlust, borkiger Haut und Abmagerung und kann ganze Bestände einbrechen lassen. Die Gamsblindheit ist eine ansteckende Augenentzündung; leichte Fälle können ausheilen, schwere bis zur Erblindung, Orientierungslosigkeit und zum Absturz führen. Verdächtige oder gehäufte Fälle sind dem Jagdausübungsberechtigten und nach den örtlichen Vorschriften der Veterinär- oder Jagdbehörde zu melden.
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