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Tierstimmen in der Jägerprüfung
Wer sich auf die Jägerprüfung vorbereitet, stößt auf ein Fach, das sich nicht in einer Nacht erarbeiten lässt: das Ansprechen nach Gehör. Tierstimmen wollen gehört, verglichen und wiederholt werden. Diese Seite zeigt, welche Artengruppen vorkommen, woran man Verwechslungspaare trennt und wie man wirksam übt.
Warum das Gehör geprüft wird
Das Ansprechen nach Gehör ist keine Schikane der Prüfungskommission, sondern gelebte Revierpraxis. Auf dem Ansitz in der Dämmerung entscheidet sich vieles, bevor das Glas etwas hergibt. Wer den Ruf eines Kauzes vom Balzlaut eines Hahnes trennen kann, weiß, was im Revier vorgeht, auch wenn das Licht längst nicht mehr zum Ansprechen reicht.\n\nDazu kommt der Kern des Ganzen: die Unterscheidung jagdbarer und geschützter Arten. Rabenkrähe und Kolkrabe sitzen im selben Waldrand, Waldkauz und Waldohreule teilen sich dasselbe Revier, und ihr rechtlicher Status ist ein völlig anderer. Nicht zuletzt ist das Gehör ein Werkzeug der Reviereinschätzung: Der Warnruf einer Amsel verrät Bewegung, bevor man selbst etwas sieht.
Welche Artengruppen vorkommen
Die Zusammenstellung der Stimmen ist Ländersache und unterscheidet sich von Prüfungsordnung zu Prüfungsordnung. Die Artengruppen jedoch ähneln sich vielerorts, weil sie aus der Revierpraxis stammen.\n\nAn erster Stelle stehen Eulen und Käuze, die klassische Verwechslungsgruppe: Waldkauz, Waldohreule, Raufußkauz und Sperlingskauz rufen in denselben Nächten und im selben Wald. Dazu treten die Rabenvögel mit Rabenkrähe, Kolkrabe und Eichelhäher, deren Rufe kurz, hart und leicht zu verwechseln sind. Singvögel bilden eine eigene Gruppe, in vielen Prüfungsordnungen vor allem jene Arten, die im Revier als Warnmelder eine Rolle spielen.\n\nBei den Raufußhühnern geht es um die Balz von Auerhahn und Birkhahn mit ihrem jeweils sehr eigenen Ablauf. Beim Schalenwild stehen Brunft und Blattzeit im Mittelpunkt: das Röhren des Hirsches, das Fiepen von Ricke und Kitz, die Lautäußerungen des Schwarzwildes. Beim Raubwild kommen je nach Bundesland Fuchs, Luchs oder Wolf hinzu.
Verwechslungspaare und wie man sie trennt
Die meisten Fehler entstehen nicht durch Unkenntnis, sondern durch das Verwechseln zweier ähnlicher Stimmen. Deshalb lohnt der gezielte Blick auf hörbare Merkmale: Rhythmus, Tonhöhe, Klangfarbe und die Frage, ob ein Laut einzeln steht oder in Reihen wiederholt wird.\n\nWaldkauz und Waldohreule sind das bekannteste Paar. Der Waldkauz ruft in gegliederten Strophen mit gezogenem Anfangston, einer Pause und einem darauf folgenden, deutlich modulierten Teil. Die Waldohreule bleibt bei einem dumpfen, kurzen und immer gleich klingenden Laut, den sie in regelmäßigen Abständen wiederholt, fast wie ein Metronom.\n\nRabenkrähe und Kolkrabe trennen sich über Tonhöhe und Klang. Die Krähe ruft höher, gepresst und meist in schnellen Serien. Der Kolkrabe klingt tiefer, voller und gutturaler, seine Rufe stehen einzeln oder zu zweit und wirken schwerer.\n\nRicke und Rehkitz fiepen beide, aber nicht gleich. Der Fiepton der Ricke ist tiefer, ruhiger und wird in größeren Abständen gesetzt, das Kitz fiept höher, dünner und drängender, oft in rascher Folge. Genau dieser Unterschied ist für den Blattjäger entscheidend.\n\nAmsel und Singdrossel schließlich trennt der Bau des Gesangs. Die Amsel singt in ruhigen, weichen, ineinander fließenden Strophen, die selten wörtlich wiederkehren. Die Singdrossel bildet kurze, klare Motive und wiederholt jedes davon zwei- bis viermal, bevor sie zum nächsten wechselt.
Wie man Tierstimmen wirksam lernt
Tierstimmen lassen sich nicht auswendig lernen wie Wildkrankheiten. Das Gehör braucht Wiederholung über Wochen, nicht eine Nacht vor der Prüfung. Wer täglich zehn bis fünfzehn Minuten hört, kommt weiter als jemand, der sich am Wochenende zwei Stunden durch alle Aufnahmen arbeitet.\n\nBewährt hat sich das Üben in kleinen Gruppen ähnlicher Arten: zuerst die Eulen und Käuze, dann die Rabenvögel, dann die Singvögel. Innerhalb einer Gruppe hört man die Arten unmittelbar hintereinander, damit der Unterschied hörbar wird und nicht nur der einzelne Ruf im Gedächtnis bleibt. Danach folgt das Abfragen ohne Bild und ohne Beschriftung. Wer sich von einem Lernpartner Aufnahmen vorspielen lässt und laut benennt, was er hört, merkt schnell, welche Arten noch nicht sitzen. Auch Apps mit Tierstimmen, unter ihnen die Jagdsignale-App, eignen sich für solche kurzen Übungsrunden.\n\nDen größten Lerneffekt bringt das Gegenhören im Revier. Zwischen Aufnahme und Natur liegt immer ein Unterschied in Entfernung, Hall und Umgebungsgeräusch, und daran gewöhnt man sich nur draußen.
Die Prüfungssituation
In der Prüfung wird die Stimme in aller Regel als Aufnahme abgespielt, oft nur einmal oder zweimal. Häufig ist eine Auswahl möglicher Antworten vorgegeben, sodass man aus mehreren Arten die richtige benennen muss. Je nach Bundesland kann die Stimme auch mündlich abgefragt oder mit dem Ansprechen am Bild verbunden werden.\n\nWer die Aufnahme hört, sollte zuerst die Artengruppe bestimmen und erst dann die Art. Eule, Rabenvogel oder Schalenwild? Diese Vorentscheidung schließt die meisten falschen Antworten bereits aus, danach hilft die Frage nach Rhythmus und Wiederholung. Wer eine Stimme nicht sofort zuordnet, verliert nichts, wenn er den Rest der Strophe abwartet, denn viele Arten verraten sich erst im weiteren Verlauf.
Alle 46 Tierstimmen einzeln
Jede Art hat eine eigene Seite mit Bild; anhören lassen sich die Aufnahmen in der App.
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Adler
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Amsel
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Auerhahn
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Bär
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Baumpieper
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Birkhahn
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Bison
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Buntspecht
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Bussard
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Dachs
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Drossel
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Eichhörnchen
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Elefant
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Enten
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Erdhörnchen
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Fasan
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Feldmaus
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Feldmaus Stressruf
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Fischotter
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Fledermaus
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Frösche
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Gamswild
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Habicht
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Hirschbrunft
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Igel
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Kamel
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Kolkrabe
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Krähe
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Leopard
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Luchs
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Raufußkauz
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Reh
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Rehbock
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Rehkitzfiepen
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Rotfuchs
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Rotkehlchen
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Schwein
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Sperlingskauz
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Steinhuhn
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Tiger
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Truthahn
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Turmfalke
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Waldohreule
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Wildschwein
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Wolf
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Zilpzalp
Die anderen Prüfungsteile
Jagdsignale Jägersprache Übersicht Jägerprüfung →
Die Jagdprüfung ist Ländersache: Ablauf, Fächer und Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern in Deutschland und ebenso zwischen den österreichischen Bundesländern. Verbindliche Auskunft geben die zuständige Behörde, der Landesjagdverband und der eigene Ausbildungskurs. Diese Seite ersetzt keine Prüfungsordnung.
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle 46 Tierstimmen lassen sich in der App beliebig oft anhören – und der Prüfungstrainer fragt sie ab, bis das Ansprechen sitzt.
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