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Jagdsignale in der Jägerprüfung
Zur Jägerprüfung gehört in vielen Bundesländern auch das Jagdhorn. Verlangt wird meist kein eigenes Blasen, sondern das Erkennen der wichtigsten Signale nach Gehör und das Wissen um ihre Bedeutung. Dieser Überblick zeigt, welche Gruppen es gibt, welche Signale erfahrungsgemäß gefragt werden und wie man sie sich einprägt.
Warum Jagdsignale geprüft werden
Auf einer Gesellschaftsjagd stehen Schützen und Treiber weit auseinander, oft ohne Sichtkontakt und bei Wind, Regen oder Schnee. Das Jagdhorn ist dort das Mittel, mit dem die Jagdleitung alle gleichzeitig erreicht. Wer ein Signal hört, muss ohne Nachfragen wissen, was in diesem Moment zu tun ist.\n\nDamit ist das Thema kein reines Brauchtum, sondern ein Teil der Sicherheit. Wer im Treiben das Signal Hahn in Ruh nicht erkennt und weiter schussbereit bleibt, gefährdet andere. Ähnliches gilt für Das Ganze halt, das den Abbruch oder das Ende des Treibens anordnet. In vielen Prüfungsordnungen steht das Jagdhorn deshalb zwar im Fach Brauchtum, wird im Prüfungsgespräch aber sehr praktisch abgefragt.
Die Signalgruppen im Überblick
Das gebräuchliche Signalgut lässt sich in Gruppen ordnen, und diese Ordnung ist zugleich die beste Lernhilfe. Allgemeine Signale begleiten den Tagesablauf, etwa die Begrüßung, der Aufbruch zur Jagd oder das Halali. Jagdleitsignale steuern die Jagd selbst. Totsignale zeigen an, welche Wildart erlegt wurde. Dazu kommen Märsche, Fanfaren und einzelne Lieder, die zum musikalischen Repertoire der Bläsergruppen gehören.\n\nFür die Vorbereitung ist diese Einteilung wichtig, weil sie die Gewichtung vorgibt. Märsche und Fanfaren haben keine steuernde Funktion und sind je nach Bundesland nachrangig, während die ablauf- und sicherheitsrelevanten Signale im Mittelpunkt stehen.
Jagdleitsignale: der Kern der Vorbereitung
Die Jagdleitsignale bilden die größte und für Jungjägerinnen und Jungjäger wichtigste Gruppe. Sie ordnen den Jagdtag: Sammeln der Jäger ruft die Jagdgesellschaft zusammen, Anblasen des Treibens gibt den Beginn frei, Treiber vor setzt die Treiberwehr in Bewegung, Hahn in Ruh verlangt das Entladen beziehungsweise Sichern der Waffe, und Das Ganze halt beendet das Treiben oder den Jagdtag.\n\nWer diese Signale sicher beherrscht, hat den prüfungsrelevanten Kern beisammen. Gefragt wird selten nach musikalischen Feinheiten, sondern nach der Handlung dahinter: Was ordnet der Bläser an, und wie verhalten Sie sich daraufhin im Stand oder in der Treiberwehr.
Totsignale, allgemeine Signale, Märsche und Fanfaren
Totsignale werden nach dem Erlegen geblasen und benennen die Wildart, etwa Sau tot, Reh tot, Hirsch tot, Fuchs tot oder Hase tot. Sie steuern nichts, sondern erweisen dem Wild die letzte Ehre und gehören damit zum Kern des jagdlichen Brauchtums. Weil sie kurz sind und im Aufbau einander ähneln, werden sie im Prüfungsgespräch gern zum Erkennen vorgespielt.\n\nAllgemeine Signale wie die Begrüßung oder der Aufbruch zur Jagd rahmen den Tag ein und lassen sich leicht mitlernen. Märsche und Fanfaren schließlich klingen festlich, ordnen aber nichts an. Sie sollte man einordnen können, ohne jede einzelne Nummer auswendig zu kennen.
Was abgefragt wird und wie man es lernt
Gefragt ist in aller Regel zweierlei: das Erkennen nach Gehör und die Bedeutung. Ein Signal wird vorgeblasen oder vorgespielt, Sie benennen es und erklären, was damit angeordnet wird und wie Sie darauf reagieren. Die Melodie wiederzuerkennen genügt nicht, wenn die Handlung dahinter fehlt.\n\nDie häufigste Fehlerquelle sind ähnlich klingende Signale, etwa innerhalb der Totsignale oder zwischen kurzen Leitsignalen, die sich nur in wenigen Tönen und im Rhythmus unterscheiden. Deshalb lohnt ein Lernweg in Gruppen: zuerst die Jagdleitsignale, weil sie sicherheitsrelevant sind, danach die Totsignale, zuletzt das übrige Brauchtum. Prägen Sie sich Klang und Bedeutung immer gemeinsam ein und wiederholen Sie in kurzen Einheiten über mehrere Wochen, statt kurz vor dem Termin zu büffeln. Zum Abhören unterwegs eignen sich neben Aufnahmen aus dem Verein auch die Signale in der Jagdsignale-App.
Brauchtum: das Verblasen der Strecke
Am Ende des Jagdtages wird die Strecke verblasen. Das erlegte Wild wird nach jagdlicher Ordnung gelegt, die Jagdgesellschaft tritt an, und für jede Wildart erklingt das zugehörige Totsignal, bevor das Ende der Jagd angezeigt wird.\n\nFür Jungjäger ist das mehr als eine Zeremonie. Wer beim Verblasen aufmerksam mithört, bekommt die Totsignale in genau jener Reihenfolge und in jenem Zusammenhang zu hören, in dem sie später auch abgefragt werden. Wer die Gruppen einmal verstanden hat, tut sich damit im Prüfungsgespräch ebenso leicht wie später auf der Jagd.
Jagdleitsignale (33)
Anblasen des Treibens Antwort Aufbruch zur Jagd Aufhören zu schießen Aufmunterung zur Jagd Das Ganze Ecke vor mit linker Flügel Ecke vor mit rechter Flügel Ecke vor mit rechter Flügel / Linker Flügel Hahn in Ruh Halt Hegeruf Hunderuf Laut treiben Linker Flügel Mitte Notruf Rechter Flügel Richtung Sammeln der Jäger Sammeln der Schützen Sammeln der Treiber Stumm treiben Treiben zurück Treiber in den Kessel Treiberwehren 1 Treiberwehren 1-4 Treiberwehren 2 Treiberwehren 3 Treiberwehren 4 Wagenruf Wildablegen Zusammenziehen der Flügel
Totsignale (19)
Auerhahn tot Bär tot Damhirsch tot Damwild tot Elch tot Fasan tot Flugwild tot Fuchs tot Gams tot Hase tot Hirsch tot Kaninchen tot Marderhund tot Muffel tot Raubwild tot Reh tot Sau tot Seehund tot Wisent tot
Allgemeine Signale (12)
Auf Wiedersehn Begrüßung Blattschlagen Das Große Halali Das hohe Wecken Halali Horrido Jagd vorbei Waidmannsdank Waidmannsheil Waidmannsheil (von Reinhold Stief) Zum Essen
Märsche, Fanfaren und jagdliches Liedgut stehen in der vollständigen Signalübersicht.
Die anderen Prüfungsteile
Tierstimmen Jägersprache Übersicht Jägerprüfung →
Die Jagdprüfung ist Ländersache: Ablauf, Fächer und Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern in Deutschland und ebenso zwischen den österreichischen Bundesländern. Verbindliche Auskunft geben die zuständige Behörde, der Landesjagdverband und der eigene Ausbildungskurs. Diese Seite ersetzt keine Prüfungsordnung.
Jagdsignale hören und lernen – die App
Alle 89 Jagdhornsignale lassen sich in der App anhören – der Prüfungstrainer spielt sie ab und fragt die Bedeutung ab.
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