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Jägersprache für die Jägerprüfung
Die Jägersprache ist der Teil der Prüfungsvorbereitung, den viele unterschätzen. Sie umfasst mehrere hundert Begriffe, die im Unterricht wie selbstverständlich verwendet werden. Wer ihr System kennt, muss deutlich weniger auswendig lernen, als der Umfang zunächst vermuten lässt.
Warum die Jägersprache überhaupt geprüft wird
Die Jägersprache ist eine Fachsprache und kein Zierrat. Sie ist über Jahrhunderte entstanden, weil die Jagd Aussagen braucht, die auch unter schlechten Bedingungen eindeutig sind: im Halbdunkel, über Distanz, im Gelände, im Gespräch zwischen Menschen, die einander nicht kennen.\n\nEindeutigkeit ist dabei der entscheidende Punkt. Der Ausdruck „Blattschuss" bezeichnet beim Schalenwild einen Treffer in den Bereich hinter dem Vorderlauf, also auf Herz und Lunge. Ein Treffer „auf dem Blatt" beim Federwild meint etwas anderes, weil „Blatt" dort nicht dieselbe Körperregion benennt. Wer die Begriffe unsauber verwendet, sagt am Ende nicht das, was er meint.\n\nBesonders bei der Nachsuche zeigt sich der praktische Wert. Was der Schütze am Anschuss beobachtet hat, entscheidet über das weitere Vorgehen. Zeichnen, Schweiß, Pirschzeichen, Fluchtrichtung: Diese Angaben müssen den Hundeführer erreichen, ohne dass Missverständnisse entstehen. Deshalb setzt die Prüfung die Beherrschung dieser Sprache voraus.
Das Grundprinzip: Dieselbe Sache heißt je nach Wildart anders
An diesem einen Muster hängt der größte Teil des Stoffes. Körperteile heißen nicht überall gleich, sondern bekommen je nach Wildartengruppe einen eigenen Namen. Wer das Raster einmal verstanden hat, kann sich viele Begriffe erschließen, statt sie einzeln zu speichern.\n\nDie Ohren heißen beim Schalenwild Lauscher, beim Hasen Löffel, beim Schwarzwild Teller und beim Jagdhund Behang. Die Augen sind beim Schalenwild die Lichter, beim Raubwild die Seher; beim Federwild und beim Hund spricht man schlicht von Augen. Die Beine sind bei Haarwild die Läufe, beim Federwild dagegen die Ständer.\n\nBesonders anschaulich wird das Prinzip beim Schwanz. Er heißt beim Rotwild Wedel, beim Rehwild und beim Hasen Blume, beim Fuchs Lunte, beim Schwarzwild Pürzel und beim Hund Rute. Fünf Wörter für dieselbe Sache, jeweils fest an eine Wildart gebunden.\n\nDaraus folgt die wichtigste Lernregel: Nicht das Wort allein merken, sondern das Paar aus Wildart und Wort. Wer „Lunte" ohne den Fuchs lernt, hat nur die Hälfte.
Die großen Begriffsgruppen im Überblick
Neben der Körperteil-Systematik lässt sich der Stoff in weitere Gruppen ordnen, die jeweils zu einem Thema gehören.\n\nDie Paarungszeiten haben eigene Namen: Beim Rotwild und beim Damwild spricht man von der Brunft, beim Rehwild von der Blattzeit, beim Schwarzwild von der Rauschzeit, beim Raubwild von der Ranzzeit und beim Federwild von der Balz. Auch hier gilt wieder die Zuordnung zur Wildart als Merkanker.\n\nDie Fährtenkunde und die Nachsuche bilden eine zweite Gruppe. Das Schalenwild hinterlässt eine Fährte, kleineres Haarwild und Federwild eine Spur. Blut heißt Schweiß, die Stelle des Treffers ist der Anschuss, und Brüche dienen als Zeichen im Gelände.\n\nEine dritte Gruppe umfasst das Erlegen und Versorgen: aufbrechen als Tätigkeit, der Aufbruch als das, was dabei entnommen wird, die Strecke als Gesamtheit des erlegten Wildes und das Wildbret als Fleisch. Diese Begriffe kommen in der Praxis meist gemeinsam vor und lassen sich deshalb gut gemeinsam lernen.
Ein Lernweg, der funktioniert
Der ineffizienteste Weg ist ausgerechnet der naheliegendste: eine alphabetische Begriffsliste von A bis Z durchgehen. Alphabetisch stehen zusammenhanglose Wörter nebeneinander, und das Gedächtnis bekommt keinen einzigen Anhaltspunkt geliefert. Nach „Losung" kommt „Lunte", ohne dass die beiden etwas miteinander zu tun hätten.\n\nBesser ist es, nach Themen zu lernen. Eine Wildart nach der anderen, oder ein Sachgebiet nach dem anderen. Innerhalb einer Wildart lässt sich das Tier von den Lauschern bis zum Wedel durchgehen; dabei entsteht ein Bild, an dem die Wörter haften bleiben.\n\nAls zweites Hilfsmittel dient die Wildart-Systematik selbst als Raster. Wer sich die Frage stellt „Wie heißt der Schwanz bei welcher Wildart", lernt fünf Begriffe in einem Zug und im Kontrast zueinander. Der Vergleich prägt sich besser ein als die Einzelvokabel.\n\nDrittens hilft es, Begriffe entlang eines Jagdablaufs zu lernen: Ansitz, Anblick, Ansprechen, Schuss, Zeichnen, Anschuss, Nachsuche, Strecke, Aufbrechen. So entsteht eine Kette, in der ein Begriff den nächsten aufruft. Viertens sollte man sich abfragen lassen, mündlich und in beide Richtungen, also vom Wort zur Bedeutung und von der Bedeutung zum Wort. Unsere App bietet dafür ein Lexikon mit den Begriffen und ihren Erklärungen.
Die Jägersprache in der Prüfungssituation
Die Prüfungsordnung ist Ländersache, und die Gewichtung der Fächer unterscheidet sich je nach Bundesland. Ein Punkt gilt aber vielerorts: Die Jägersprache wird selten als eigenes Fach abgefragt. Sie wird in allen Fächern vorausgesetzt.\n\nDas heißt konkret: Die Frage lautet nicht „Wie heißen die Ohren beim Hasen", sondern die Frage zur Wildbiologie, zur Jagdpraxis oder zum Wildbrethygiene-Teil ist bereits in Fachsprache formuliert. Wer die Begriffe nicht sicher beherrscht, versteht die Frage nicht vollständig und antwortet an ihr vorbei.\n\nIm mündlichen Teil fällt eine falsche Zuordnung sofort auf. „Die Lunte des Rehbocks" ist für jeden Prüfer ein hörbares Signal, dass die Systematik nicht sitzt. Umgekehrt wirkt eine saubere Fachsprache auch dann souverän, wenn eine Antwort inhaltlich einmal knapp ausfällt.\n\nDeshalb lohnt es sich, die Jägersprache früh in der Vorbereitung zu beginnen und über die gesamte Kurszeit mitlaufen zu lassen, statt sie in den letzten Wochen nachzuholen. Sie ist das Werkzeug, mit dem der übrige Stoff gelernt und geprüft wird.
Nach Themen weiterlernen
Die folgenden Themenseiten fassen die Begriffe jeweils zu einem Sachgebiet zusammen, statt sie alphabetisch aufzureihen. Sie eignen sich, um ein Gebiet am Stück durchzuarbeiten und sich anschließend daran abfragen zu lassen. Jeder Begriff führt zu einer eigenen Seite mit Erklärung, sodass sich Unklarheiten direkt nachschlagen lassen.
Nach Themen lernen
Fachlich geprüfte Begriffssammlungen – der schnellere Weg als das Alphabet:
Jagdhund und Nachsuche (64) Rotwild, Brunft und Geweih (81) Schwarzwild (52) Rehwild (23)
Alle 1.286 Begriffe stehen im Jagdlexikon von A bis Z.
Die anderen Prüfungsteile
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Die Jagdprüfung ist Ländersache: Ablauf, Fächer und Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern in Deutschland und ebenso zwischen den österreichischen Bundesländern. Verbindliche Auskunft geben die zuständige Behörde, der Landesjagdverband und der eigene Ausbildungskurs. Diese Seite ersetzt keine Prüfungsordnung.
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