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Jagdhunde in der Jägerprüfung

Jagdhunde sind ein fester Bestandteil der Jägerprüfung. Abgefragt wird dabei weniger Rassekunde als das Verständnis dafür, welche Aufgabe ein Hund im Revier übernimmt, wie er dabei arbeitet und mit welchen Fachbegriffen diese Arbeit benannt wird. Dieser Überblick ordnet das Wissen so, wie es in Prüfungsfragen tatsächlich auftaucht.

Worauf die Fragen wirklich zielen

In der Prüfung wird selten nach einzelnen Rassen gefragt. Gefragt wird nach den Verwendungsgruppen und ihrer Arbeitsweise, und nach der Fachsprache, mit der Jägerinnen und Jäger diese Arbeit beschreiben. Wer weiß, was ein Hund tut, wie er sich dabei äußert und wann er eingesetzt wird, beantwortet die meisten Fragen richtig, ohne eine einzige Rasse zu kennen. Der zweite Teil ist der Wortschatz. Begriffe wie schnallen, hetzen, stellen, sprengen, brackieren oder apportieren bezeichnen jeweils eine bestimmte Handlung und werden gern gegeneinander abgefragt. Jeder gehört deshalb an die Arbeit gebunden, aus der er stammt.

Die sechs Verwendungsgruppen

Brackierhunde nehmen die Spur von Hase oder Fuchs auf, verfolgen sie ausdauernd und geben dabei Laut, sie brackieren. Das Wild kreist und kehrt dorthin zurück, wo es hochgemacht wurde; dort steht der Schütze. Am Laut erkennt der Führer, wo sein Hund jagt. Stöberhunde arbeiten dichte Deckung ab und bringen Wild in Bewegung, damit es den Schützen einer Bewegungsjagd zukommt. Sie jagen kurz und meist laut, lösen sich aber wieder vom Wild und kehren zum Führer zurück. Vorstehhunde suchen mit hoher Nase die Fläche ab und verharren regungslos, sobald sie Wild wittern: Sie stehen vor. Erst auf Weisung bringen sie es hoch. Viele von ihnen sind Vielseitigkeitshunde, die auch apportieren, im Wasser arbeiten und zur Schweißarbeit herangezogen werden. Apportierhunde bringen erlegtes Wild unbeschädigt zum Führer. Sie merken sich, wo Stücke gefallen sind, arbeiten auf Einweisung auch Bereiche ab, die sie nicht gesehen haben, und sind bei der Wasserjagd kaum zu ersetzen. Ihre Arbeit verlangt Ruhe: warten, dann zuverlässig apportieren. Bau- und Erdhunde sind klein und wendig genug, um Fuchs und Dachs im Bau zu begegnen. Sie sollen das Wild sprengen, es also zum Verlassen des Baus bewegen; im Kunstbau wird das geübt und geprüft. Wegen des engen Kontakts gehören Räude und Tollwut zu den Themen rund um diese Gruppe. Schweißhunde sind die Spezialisten für die Nachsuche auf krankgeschossenes Schalenwild. Sie arbeiten ruhig und langsam an der Fährte, auch wenn diese viele Stunden alt ist, und kommen dann, wenn die Arbeit der anderen Gruppen an ihre Grenze stößt.

Lautgebung: vier Begriffe, vier Anlässe

Ein Hund gibt aus verschiedenen Anlässen Laut, und genau diese Anlässe werden unterschieden. Spurlaut gibt er, während er der Spur von Haarwild folgt, ohne das Wild zu sehen. Fährtenlaut bezeichnet dasselbe Verhalten auf der Fährte des Schalenwildes. Sichtlaut gibt er, wenn er das Wild vor sich sieht; der Laut wird dann meist heller und drängender. Standlaut ist der Laut am Ort: Der Hund verharrt bei gestelltem Wild, vor dem Bau oder beim toten Stück und meldet ausdauernd, wo er sich befindet. Die Unterscheidung ist praktisch, nicht akademisch. Der Führer hört am Laut, ob sein Hund noch sucht, ob er das Wild sieht oder ob er es gestellt hat.

Nachsuche: von der Fährte bis zum Anzeigen

Bleibt ein Stück nach dem Schuss nicht liegen, beginnt die Nachsuche am Anschuss. Der Hund wird an der Schweißhalsung, einer breiten Halsung, mit dem langen Schweißriemen geführt und arbeitet die Schweißfährte ruhig aus. Diese Riemenarbeit ist der Kern der Nachsuche. Steht das kranke Stück noch, kann der Hund geschnallt, also vom Riemen gelöst werden. Daraus kann eine Hetze werden, an deren Ende er das Stück stellt und mit Standlaut meldet. Das tote Stück zeigt der Hund auf zwei Arten an. Der Totverbeller bleibt beim Stück und verbellt es, bis der Führer bei ihm ist. Der Totverweiser kehrt zum Führer zurück und führt ihn zum Stück, oft mit einem Bringsel im Fang. Hund und Führer bilden zusammen das Nachsuchengespann; angefordert wird immer das Gespann.

Brauchbarkeit: der geprüfte Hund

Ein Jagdhund gilt nicht deshalb als tauglich, weil er einer bestimmten Rasse angehört. Für bestimmte Aufgaben legt er eine Prüfung ab, in der seine Brauchbarkeit für den jagdlichen Einsatz festgestellt wird, meist getrennt nach Bereichen wie Feld, Wald, Wasser und Nachsuche. Wie diese Prüfung ausgestaltet ist und für welche Jagdarten ein brauchbarer Hund vorgesehen ist, regeln die Länder unterschiedlich; je nach Bundesland gelten andere Bezeichnungen und Anforderungen. Für die Vorbereitung genügt das Prinzip und das Wissen, dass die Einzelheiten landesrechtlich geregelt sind. Welche Rassen anerkannt sind und welche Vereine es gibt, führt für Tirol der Tiroler Jägerverband.

Ein Lernweg in drei Schritten

Diese Reihenfolge spart Zeit: zuerst die sechs Gruppen und ihre Arbeit, dann die Fachbegriffe dazu, erst zuletzt einzelne Rassen. Die Begriffe hängen an der Arbeit. Wer verstanden hat, was ein Brackierhund tut, muss sich den Spurlaut nicht gesondert merken, er ergibt sich aus der Aufgabe. Wiederholen lässt sich der Wortschatz gut in kurzen Einheiten, unterwegs auch mit der Jagdsignale-App. Rassen kommen zuletzt, meist nur als Beispiel für eine Gruppe: Wer die Gruppe erklären kann, ordnet auch eine unbekannte Rasse richtig ein.

Die Verwendungsgruppen im Einzelnen

Brackierhund

Ein Jagdhund, der die Fährte oder Spur des Wildes selbstständig ausarbeitet und dabei laut jagt (Spurlaut). Das gejagte Wild zieht im weiten Bogen zum Ausgangsort zurück, wo der Schütze am Stand wartet. Anders als der Stöberhund arbeitet er weiträumig und über lange Strecken.

Stöberhund

Ein Jagdhund, der Dickungen, Schilf und unübersichtliches Gelände planmäßig durchsucht und das Wild in Bewegung bringt. Er arbeitet meist im Umkreis des Führers und gibt bei Sichtkontakt Laut. Im Gegensatz zum Brackierhund jagt er kurz und eng, nicht weiträumig.

Vorstehhund

Ein Jagdhund, der gefundenes Federwild anzeigt, indem er regungslos davor verharrt, bis der Führer heran ist. Er sucht das Feld systematisch ab und arbeitet nach dem Schuss auch als Apporteur. Vorstehhunde gelten als Vollgebrauchshunde für Feld, Wald und Wasser.

Apportierhund

Ein Jagdhund, der erlegtes oder krankes Wild auffindet, aufnimmt und unbeschädigt zum Führer zurückbringt. Eingesetzt wird er vor allem bei Nieder- und Wasserwild nach Treib- und Entenjagden. Die Bringleistung wird auf Prüfungen an Land und im Wasser abgeprüft.

Erdhund

Ein kleiner, wehrhafter Jagdhund, der unter der Erde im Bau auf Fuchs und Dachs arbeitet. Er sprengt den Raubwildbau, stellt oder verbellt das Wild und treibt es dem Schützen entgegen. Typische Vertreter sind Teckel, Jagdterrier und Foxterrier.

Schweißhund

Hunderassen, die speziell für die Nachsuche auf der Schweißfährte gezüchtet und eingearbeitet sind — klassisch der Hannoversche Schweißhund und der Bayerische Gebirgsschweißhund. Sie kommen vor allem bei schwierigen Nachsuchen auf krankes Schalenwild zum Einsatz.

Die Fachsprache der Hundearbeit (98)

Diese Begriffe kommen im Fragenkatalog eines Jungjägerkurses im Kapitel Hundewesen vor – sie beschreiben, was der Hund tut und wie er sich dabei äußert:

Anschuss Äser Äsung aufbrechen Balzzeit brackieren breit Dachs Edelmarder Eiruhe Ende Erdhunde erlegen fährtenlaut fallen Fallwild Fang Fasan fegen Feist fest feuchten Flinte Fuchs Fütterung Gamswild Gebäude gezogen Habicht Halsung Haupt hetzen Hirsch Holz Jagdart Jagdausübung Jäger Keimruhe Krucken Lager Lauf Lauf Laut Lecker liegen liegen lösen Luchs Nachsuche nadeln Nase Rackelwild Ranzzeit Räude Rehbock Rehwild Riemen Rollzeit Rotwild Rüde Rute Schalen schälen Schalenwild Schirm Schnalle schnallen Schwarzwild Schweiß Schweißarbeit Schweißfährte Schweißhalsung Schweißhund Schweißriemen Setzzeit Sichtlaut sitzen sprengen Spurlaut Standlaut stark stehen stellen Stöbern Strecke streifen Stück Tier Tollwut Tritt verbrechen verenden Vers Viole Welpen Widder Wind Windfang

Rassen kennen oder die Arbeit verstehen?

Rasselisten sind in der Prüfung selten das Entscheidende. Gefragt wird nach der Verwendungsgruppe und danach, wie der Hund arbeitet und sich dabei äußert. Wer die sechs Gruppen und die zugehörigen Fachbegriffe sicher beherrscht, kommt weiter als jemand, der zwanzig Rassenamen auswendig kann.

Die anderen Prüfungsteile

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Die Jagdprüfung ist Ländersache: Ablauf, Fächer und Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern in Deutschland und ebenso zwischen den österreichischen Bundesländern. Verbindliche Auskunft geben die zuständige Behörde, der Landesjagdverband und der eigene Ausbildungskurs. Diese Seite ersetzt keine Prüfungsordnung.

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